Mantua – das verschlafene Juwel mit viel Dolce Vita

Donnerstag, 28. März 2024

IIch habe gut und lange geschlafen. Ratet mal, wie das Wetter ist!!! Es regnet natürlich 🙈🙈. Ich bleibe positiv und plane während des Frühstücks meine heutige Tagestour.

Dann geht’s auch schon los nach Mantua – einem kleinen verschlafenen Städtchen inmitten der italienischen Reisfelder, nur eine Zugstunde von der Metropole Mailand entfernt. Es ist Markttag heute. Das bedeutet Lebensfreude pur, Tradition, Leichtigkeit, kunterbuntes Treiben, kulinarische Köstlichkeiten und noch sooo viel mehr. Ich liebe ❤️❤️❤️die Melodie der italienischen Sprache zusammen mit der temperamentvollen, ausgelassenen Gestik!😆 Dolce Vita pur! Und ich mitten drin.

Die Kleinstadt ist noch kein touristischer Hotspot, eher ein entspannter Ort und seit 2008 UNESCO Weltkulturerbe! Das mittelalterliche Städtchen, voll von Kunst, Geschichte und Kultur, hat aber auch eine Schattenseite: es ist eines der größten Umschlagplätze für Güter aus der Poebene, ein kleiner Schandfleck in er Natur. Die City ist nur über drei Bücken zu erreichen. Ich finde am Ufer des Minco, dem Abfluss des Gardasees, vor der Stadtmauer einen Super-Parkplatz zum Tagespreis von 4 Euro. Da kann man nicht mobbern.

Dolce Vita, Pizza & Pasta und Torta Sbrisdona

Ich bin schon spät dran. Die Märkte hier sind nur bis 13 Uhr geöffnet. Danach brauchen die Italiener eine stundenlange Siesta.🤣 Mein Gedanke ist: immer den Leuten nach, die sich mir vollbepackt entgegenschleppen! Und richtig, ich lande unmittelbar auf einer der zahlreichen Piazzi mit ihren Laubengängen und kleinen feinen Geschäften. Ich sehe gespannt den Pastamachern und Kuchenbäckern durch ein Schau-Fenster bei der Herstellung ihrer Spezialitäten zu. Heute regnet es beständig. Das veranlasst fast die Hälfte der Marktbeschicker zum vorzeitigen Abbau. Der Regen verhagelt das Geschäft. 😒

Die Einheimischen sind in der Überzahl, weil es hier – im Gegensatz zu den bekannten Orten am Gardasee beispielsweise – noch keine Touristenhorden gibt. Das regnerische Wetter macht den Mantovani nichts aus. Sie sind fröhlich, palavern überschwänglich, genießen z. B. Wein, Aperol Sprizz und Focaccia mit Kräutern, Oliven und Pesto. Wie schon gesagt – Authentisches Dolce Vita eben! Wo sonst kann man es so hautnah erleben, als auf einem Wochenmarkt. Schließlich wissen Italiener, wie man das Leben zelebriert! Ich lasse mich davon immer wieder gerne in den Bann ziehen!

Piazzi ohne Ende – Sordello,  Capitano, Erbe  …….

Nach einer hervorragenden Pizza und einem wohlschmeckenden Wein gehe ich gestärkt und durchwärmt auf Entdeckungstour. Auf der riesigen Piazza Sordello befinde ich mich zeitweise mutterseelenallein, ob‘s am Regen liegt? Nein, ich bin sehr sicher, dass es an der Siesta liegt.

Mein Bummel durch die Gassen führt mich über zahllose Plätze der Altstadt mit prächtigen mittelalterlichen Bauwerken. Da sie alle irgendwie ineinanderlaufen, komme ich völlig durcheinander. Die Piazza Sordello ist für mich eine der schönsten Hauptplätze. Viele Monumente hier gehen bis auf das späte Mittelalter zurück. Ich besuche den Dom  und stehe einsam und allein im Inneren, niemand schubst mich, keiner drängelt, ich genieße die wohltuende Stille und bestaune die absolut sehenswerten Deckenmalereien.

Der mächtige Ziegelbau Palazzo Ducale wurde zwischen dem 14. und 17. Jahrhundert erbaut und war die großzügige Residenz der regierenden Fürstenfamilie Gonzaga. Mit 1.000 Räumen auf 35.000 Quadratmetern ist er einer der größten Gebäudekomplexe in Italien. Krass, was da alles an geschichtsträchtigen Gebäuden auf mich einprasselt.
Die romanische Rotonda di San Lorenzo liegt merkwürdigerweise1,5 Meter unterhalb des Platzniveaus der Piazza delle Erbe. Sie entstand schon im 11. Jahrhundert und ist eines der ältesten Sakralgebäude in Mantua. Leider war sie geschlossen – Siesta eben!
Und es gibt noch soviel mehr zu sehen. Ich lasse mich treiben, sehe manches zwei oder auch dreimal und lasse jetzt einfach mal meine Bilder sprechen!

Zum Ende meiner Besichtigungstour habe ich noch den Palazzo Te im Visier. Das einstige Lustschloss der Fürstenfamilie Gonzaga, liegt außerhalb der Altstadt. Kurz vor dem Palazzo befindet sich eine Kirche aus der Frührenaissance (1460). Sie ist zweistöckig und in der Form eines klassischen Tempels konzipiert. Sie sollte den Herrschern als Mausoleum dienen. (Bitte keine Vergleiche mit einem der Bilder machen! 😆😆😆)

Die Besichtigung des Palazzo Te ist für mich kostenlos. Er ist eine Mischung aus Palast und Villa.1524 beschloss einer der bedeutendsten italienischen Fürstenfamilien der Renaissance die Errichtung dieses Lustschlosses. Sage und schreibe haben hier zehn Jahre Gipser, Bildhauer und Freskenmaler die Flächen in den Loggien und Salons verziert.

Bekanntes und Pikantes

  • Das Fürstengeschlecht der Gonzagas regierte Mantua fast vier Jahrhunderte. Ihr Einfluss war so groß, dass aus ihren Reihen ein Heiliger, elf Kardinäle und zahlreiche Bischöfe hervorgingen. Sie erbauten für sich ein riesiges Lustschloss, den Palazzo Te und ein Mausoleum.
  • Der englische Schriftsteller und Schauspieler William Shakespeare machte Mantua wohl zu einer der bekanntesten Städte Italiens! Er wählte den Ort als Verbannungsort für Romeo in seiner Tragödie „Romeo & Julia“
  • Der bekannteste Tiroler, der Freiheitskämpfer Andreas Hofer, wurde in Mantua auf Befehl von Kaiser Napoleon erschossen weil Mantua zum Spielball zwischen Frankreich und Österreich wurde.
  • Und Verdis wohl populärste Oper „Rigoletto“ spielt in der Renaissancezeit von Mantua. Auf der Piazza Sordello steht das Haus und eine Statue des Hofnarren.

Ein interessanter, genussvoller und geschichtlicher Tag geht zu Ende. Mein Kopf ist voller neuer Eindrücke. Da ist kein Platz für Regengedanken! 🤣🤣🤣Fiete bringt mich gut wieder nach Rivoltella auf meinen Campingplatz. Gut’s Nächtle!

Daten:
Ziel: 43.496 km
Strecke: 130 km
10,9 Liter
42 kmh
Fahrzeit: 2 1/4 Stunden

 

Kategorie Reiseland Italien

Hallo Du da! Schön, dass Du meinen sehr persönlich geschriebenen Gute-Laune-Reiseblog www.amliebstenweg.de besuchst. Ich bin leidenschaftliche Camperin, Bikerin und sehr naturverbunden. Wandern ist ein Hobby, dass erst kürzlich dazugekommen ist. An Land, Leuten und deren Kultur bin ich sehr interessiert. Gebürtig komme ich aus Rheinlandpfalz, habe einen erwachsenen Sohn und zwei süße Enkelkinder. Mein Lebensmotto ist "Lachen, Leben und Lieben". Bei meinen Unternehmungen freue ich mich jeden Tag auf neue Erlebnisse und Erfahrungen, kleine oder große. Ich lade Dich ein, sie mit mir zu teilen! Du findest mich übrigens auch auf Instagram, Facebook und Twitter.

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