Zwischen den Meeren am südlichsten Punkt des Stiefelabsatzes

Freitag, 26. Juli 2019

Ja ist denn schon wieder ein neuer Morgen? Da hab‘ ich wohl trotz laufender Klimaanlage meiner italienischen Nachbarn richtig gut geschlafen.
Ich mache in Ruhe einen Rundgang über den Campingplatz und entdecke weitere wunderschöne Ecken. Am Meer ist noch alles ruhig, nur die Wellen plätschern ununterbrochen an den felsigen Strand. Eine wunderbare Ruhe, bevor ab 9 Uhr je Grotte rund 20 Sightseeing-Boote an den türkisfarbenen Grotten einfallen. Ich frühstücke lange auf meiner Womo-Terrasse und genieße den Schatten auf meinem grünen Stellplatz. Es hat schon fast 30 Grad.

Jetzt bin ich sehr gespannt auf meine Bootstour. Um 11 Uhr werde ich abgeholt, ein toller Service. Ich stehe pünktlich an der verabredeten Stelle und warte und warte und warte. Es ist schon ¼ nach 11 und in einer weiteren ¼ Stunde soll das Boot im 5 km entfernten Hafen von Léuca ablegen. Kurze Zeit später hat das Warten ein Ende, der Shuttle ist da los geht‘s. Die Fahrerin aus der Schweiz ist selbst schon nervös.  Es ist sehr viel Verkehr heute, sagt sie im besten Schwiezer-Dütsch und bleibt ruhig. Das Unternehmen gehört ihr, und erst wenn alle gebuchten Passagiere da sind, legt das Boot ab.

Ich habe mal wieder Glück, zahle 22 € für eine 3 ½ Stunden-Tour. Da kann man nicht mobbern. Wir werden auf zwei kleine Boote, die jeweils nur 12 Personen fassen, verteilt. Keine Musik, kein Verkauf von Getränken, kein gar nix.


Wir fahren zunächst die adriatische Steilküste entlang, vorbei am Capo di  Léuca mit dem zweitgrößten Leuchtturm Italiens – nach dem von Genua. An mindestens sechs Grotten fahren wir mit den befürchteten 20 anderen Booten sehr langsam vorbei, an einer legen wir einen ausgiebigen Badestopp im kristallgrünen Wasser ein. Die meisten schnorcheln und sind begeistert. Eine rund 110 Kilo schwere junge Frau aus unserem Boot, die sich mühevoll minutenlang in eine Schwimmweste gezwängt hat, hat endlich eine Position gefunden, wie sie auf der über die Reling angehängten Leiter ins Wasser platschen kann. Als sie endlich drin ist ruft Enrico ‚wir fahren weiter‘! Ganz großes Plumps-Kino!

Jetzt geht es in einem schnelleren Tempo und mit vielen Wellen, die von den kreuz und quer fahrenden Booten erzeugt werden, zur Punta Ristola. Eine italienische Flagge markiert hier den südlichsten Punkt des Stiefelabsatzes, wo sich die Wasser des Golf von Tarent und der Straße von Òtranto vermischen. Nichts Spektakuläres, aber schon was Besonderes. Wir passieren den modernen Badeort Léuca, kommen an einigen Jachten vorbei und schauen uns noch einige Grotten im ionischen Meer an. An der Grotta delle tre porte können wir eine halbe Stunde schwimmen, an den Felsen herumklettern oder schnorcheln. Zwei junge Leute aus Serbien genießen Sonne und Wind auf dem Boot. Auf der Rückfahrt unterhalte ich mich mit einem Urlauberpaar aus Rom. Geht doch, ein bisschen Englisch noch dabei und mein Übersetzungsprogramm und es flutscht.

Mein Shuttle zurück zum Campingplatz steht schon bereit. Ziehe mich erstmal in den Schatten von Fiete II zurück. Sonne hab ich satt gehabt heute. Nach einer ausgiebigen Salz-ab-Dusche mache ich meine Hausarbeit. Endlich komme ich dazu, die angetrocknete Marmelade von einem in einer Kurve heruntergeschleuderten Brot, zu entfernen. Danach bin ich fix und fertig, chille, bezahle den Campingplatz und bestelle Brötchen für morgen früh.

Der Abend gehört dem Webbeitrag.
Ich gehe nochmal zum Strand runter, um das Meer zu riechen und den Wellen zu lauschen, ein leichtes Abendrot ist noch über der Localita Felloniche von Léuca zu sehen und die Lichter des kleinen Ortes verströmen Gemütlichkeit.
Es ist sternenklar. Gut’s Nächtle!

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