Geduld auf einer der schönsten Autobahnstrecken Italiens

Samstag, 03. August 2019

Die Nacht muss wettermäßig ruhig gewesen sein. Ich habe gut geschlafen und stehe um 8 Uhr auf. Der Himmel strahlt stahlblau über dem grünlichen aufgewühlten Gardasee. Erste Kite-Surfer sind unterwegs. Alle Spuren des entwurzelten Baums von gestern sind restlos beseitigt.

Ich informiere meinen österreichischen Nachbarn, der mir gestern netterweise seine Stromdose geliehen hat, dass ich jetzt gen Norden starte und checke um kurz nach 10 aus. Habe mir beim Frühstück überlegt, dass ich noch nichts für mich geshopped habe und will daher ins ‚Grand‘ Affi Shopping-Center‘ bei Bardolino. Für die knapp 20 Kilometer brauche ich sehr viel Geduld und eine knappe Stunde. Alles, was deutsche, niederländische und belgische Kennzeichen hat, verstopft die Straße.

Das Einkaufszentrum ist leer – alles ist ja auf den Straßen unterwegs – und ich mache einen Schnelldurchgang durch die rund 50 Geschäfte. Und ich finde tatsächlich was. Gegen Highnoon will ich frohgemut auf die Autostrade Brennero auffahren und komme direkt in ein Verkehrschaos.

Die Mautstelle liegt etwa 300 Meter hinter einem Kreisverkehr, in dem bereits zweispurig Stillstand zur Mautstelle ist. Na ganz toll, denke ich, gut, dass ich heute Morgen meinen Platz in Füssen reserviert habe! Ich brauche 20 Minuten bis zur Ticketausgabe und die Geduldsprobe geht weiter. Die zweispurige Autostrada ist komplett dicht. Stopp & Go ist angesagt, und zwar bis San Michele all’Adige. Ganz großes Rückreise-Verkehrs-Chaos-Kino am Gardasee. Ich hatte mich gedanklich darauf eingestellt, aber es ist schlimmer al ich annahm. Das Chaos dauert 90!!!! Kilometer, und, welche Überraschung, dann läuft’s.

Der Autobahnabschnitt ‚Affi-Trento-Bozen-Brixen-Brenner‘ gehört für mich zu den Schönsten Italiens. Es geht an steilen Felswänden, hohen Bergen, riesigen Apfelplantagen und malerischen Dörfern in den saftigen grünen Hügeln vorbei. Was für ein alpines und mediterranes Panorama! Vorbei am Grödnertal, Pustertal und den Dolomiten erreiche ich den Brennerpass und kurze Zeit später Innsbruck in Tirol. Ich habe einen tollen Blick auf die Stadt und den grünlich schimmernden Inn.

Ich mache ein kurzes Päuschen zwischen den Steilwänden und fahre dann auf meine ‚Trauma-Straße‘ vom Hinweg. Zum Fernpass und zurück quälen sich beidseitig Wohnmobile und PKWs ohne Ende über den Asphalt. Aber…. Es lief, mäßig, aber regelmäßig. Und just auf dieser Straße meldet sich Fiete II mal wieder mit einem lauten Geräusch. Aha, Ad Blu ist auf niedrigem Stand. Na klasse.

Gut angekommen in Füssen

Gegen 17 Uhr komme ich auf meinem reservierten Stellplatz Nr. 13 (wenn das man nicht eine Glückszahl ist!) an. Und ich stehe genau neben dem gleichen Pössl-Modell in der gleichen Farbe von Fiete II !! Als die Nachbarn von ihrer Fahrradtour zurückkommen, staunen sie nicht schlecht. Wir lachen zusammen und stellen fest, dass wir sehr zufrieden mit diesem Modell sind.

Entspannen ist angesagt, Fiete II schon mal auf’s Auspacken in Frankfurt vorbereitet und …. ja, wo habe ich meinen Schlüssel zu Beginn der Reise versteckt????? Ich suche, aber ‚NIENTE‘.  Ich gehe erst einkaufen und leiste mir nach vier fleischlosen Wochen ein halbes Hend’l. Es sind 21 Grad draußen und die Sonne scheint. Ich vermisse meinen italienischen Sender ‚Erre-Di-Esse‘ (RDS), mein ‚Dove e quando‘, mein ‚Eieieiei‘ und das unaufhörliche Gebrabbel der Moderatoren und ihren Frohsinn. Bin wehmütig.

Während ich lese und das langweilige ‚Antenne-Bayern‘ höre fallen mir immer wieder die Augen zu. Die Fahrt war ziemlich anstrengend und hat all meine Aufmerksamkeit erfordert. Na dann, nichts wie in die Falle, um mit Fiete II die letzte Urlaubsnacht verbringen. Keine Sterne am Himmel zu sehen. Gut’s Nächtle!

Daten
Start:  13.017 km
Ziel:  km
Strecke   km
Verbrauch:  Liter
Geschw.:   kmh
Strecke:    Stunden

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