Füssen, Forggersee und Besuch vom ADAC-Service

Samstag, 6.7.2019

Eigentlich wollte ich ausschlafen, hat aber nicht geklappt.
Eröffne meine Womo-Terrasse, schließe das Stromkabel an und fahre mit dem Radl zum Bäcker, lecker Brötchen kaufen. Dann beginnt das erste gemütliche Frühstück in diesem Urlaub vor den Allgäuer Voralpen! Herrliches Wetter, richtig warm und sehr gemütlich. Helfe meinem älteren Nachbarn, ins Internet zu kommen und bereite mich auf einen Fahrradausflug zum Forggensee und einen Shopping-Stadtbummel vor.

Füssen’s Geschichte reicht bis in die Römerzeit zurück. Der schmucke Kurort liegt am Lech, zählt heute ca. 1,3 Millionen Übernachtungen und ist Ausgangspunkt für die nahen Touristenschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau. Eines dieser Touriziele habe ich zusammen mit Peter, Lena und Klaus schon besichtigt. Ich steuere die Touri-Info am ‚Sieben-Steine-Brunnen‘ an  und versorge mich mit Infomaterial.

Dann geht’s auf dem Radweg neben dem Lech ca. zwei Kilometer Richtung Forggensee. Es ist Einiges los auf der Strecke, die E-Bikes rauschen nur so an mir vorbei, je oller, je doller! Der Stausee ist etwa 17 qkm groß, naturbelassen und strahlt eine unendliche Ruhe aus. Ich komme am Festspielhaus Füssens vorbei, das heute Kulisse für eine Hochzeit ist. Und schwupp fahre ich schon in die Altstadt Füssens zum Sightseeing und Shoppen.

Es ist voll in der Stadt, die meisten Urlauber halten sich in den Gaststätten, Cafe´s und Eisdielen auf. Ich bin auf dem Kulturtripp und entdecke u.a. in den mittelalterlichen Gassen die Heiliggeist-Spitalkirche, den Brotmarkt mit dem Lautenmacher-Brunnen und den Stadtbrunnen, den Füssens Stadtatron, der heilige Magnus, ziert. Hier verlief früher die römische Via Claudia Augusta.
Ich schleppe mich in drückender Hitze auf den Hügel, wo das spätgotische Hohe Schloss mit einem malerischen Innenhof und farbenprächtigen Illusionsmalereien wartet. Jetzt ist Zeit zum Shoppen, in aller Ruhe und ohne, dass ich etwas Bestimmtes kaufen möchte.

Ich finde eine Jeansjacke, reizvolle Unterwäsche, ein zweites Bettlaken für Fiete II und Wasser, Wasser, Wasser. Es ist total schwül und hat – ohne Sonne – an die 30 Grad. Ich schlabbere noch eine Kugel Eis und mache mich dann auf den Heimweg.

Ich öffne Fiete II und bemerke sofort ein lautes Brummen unter dem Lattenrost meines Bettes, mache mir Sorgen, frage einen Nachbarn, der meint, das sei ein Lüfter, der bei diesem warmen Wetter natürlich viel zu tun hat. Machen Sie sich keine Sorgen. Ich bin vorerst beruhigt, aber es ändert sich nichts. Es brummt und brummt unaufhörlich. Schalte ich die Stromversorgung aus, ist alles still.

Schließlich surfe ich beunruhigt im Internet nach einem Grund, kann aber nichts finden. Dann komme ich auf die Idee, die 12 Volt-Versorgung auf dem Panal zu überprüfen und entdecke ein schrecklich rot leuchtendes Lämpchen. Ach Du Scheiße, denke ich, lade mir die Bedienungsanleitung des Panels herunter und lese etwas von Tiefenentladung der Wohnraumbatterie. Das klingt dramatisch, je mehr ich mich einlese. Ganz großes Neuwagen-Kino!!!!! Fiete II ist erst ein ¾ Jahr und verursacht den zweiten Supergau am zweiten Tag in diesem Urlaub!!!

Jetzt handle ich, rufe den ADAC an und warte geduldig 2 ½  Stunden auf den Techniker. Kurz vor 21 Uhr ist er da. Wir nehmen zusammen Fiete II auseinander, die Lattenroste müssen ausgebaut werden, denn das Brummen kommt aus dem Frischwassertank, in dem unaufhörlich die Wasserpumpe läuft! Leider kommt der Techniker nicht an die Pumpe ran, dazu muss sage und schreibe der gesamte Holzkasten abgebaut werden. Im EBL schraubt er die Sicherung für die Pumpe heraus – und damit ist endlich Ruh!

Das Ende vom Lied: ich muss  weil morgen Sonntag ist –  noch einen weiteren Tag in Füssen bleiben, um dann am Montag nach Immenstadt zum Camper-Freizeitpartner (56 km !!!!) zu fahren. Weil die Pumpe die Wohnraumbatterie leer geputzt hat, könnte diese auch einen Schaden haben. Ich bin erstaunlich relaxed, obwohl ich meinen reservierten und bezahlten Platz in Sirmione nun erst später, wenn überhaupt, anfahren kann. Ich vertreibe meine negativen Gedanken, indem ich mich den Fotos und den Blogtexten widme und gaaaaanz laut Radio höre.

Naja, dieser Urlaub beginnt ja fulminant. Hoffentlich kommt er sehr bald in ruhigeres Fahrwasser! Guts Nächtle.

 

 

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