Für mich darf es gerne ein bisschen Meer sein!

Ein paar Tage an der Nordsee und in der Hansestadt Hamburg
Dienstag 10. September 2019

Den Entschluss, noch ein paar Tage Nordseeluft zu schnuppern, setze ich heute in die Tat um. Ziel ist die Halbinsel Eiderstedt. Sie besteht aus saftigen Weiden, der flachen Marsch mit vielen reetgedeckten Häusern und den Haubaregen=Bauernhäuser, die durch Landgewinnung und Eindeichung entstanden sind. Es ist ein Radler-Paradies für Windliebhaber und besitzt 18 historische Kirchen.

Als Zwischenstopp ist Celle, das südliche Tor zur Lüneburger Heide, geplant, die einen Topp Stellplatz für Womos bieten. Ich starte entspannt eine dreiviertel Stunde vor Highnoon.

Es flutscht bis Hannover, dann quäle ich mich durch zahlreiche Baustellen. Dazu kommt – wegen einer Baustelle – mega viel Verkehr in der Fachwerkstadt Celle. Ich komme kurz nach vier auf dem TOPP-Stellplatz an und bekomme schlechte Nachrichten: es sind alle Stellplätze belegt. Ganz großes Wohin-jetzt-Kino!! Gott sei Dank gibt es einen Ausweichplatz ohne Strom und Dusche, aber mit einem „komfortablen“ Dixi-Klo!!!!
Also wieder in den Verkehr gestürzt und in der Hafenstraße kurz vor 5 meinen Stellplatz belegt. Es stehen mindestens 25 weitere Wohnmobile hier.

Erstmal ‚runterkommen‘, was mampfen, um dann die Gegend zu erkunden. Ich entdecke eine weitere öffentliche Toilette, die von 6-20 Uhr geöffnet hat. Kann ja nicht schaden. Nach einem 10-minütigen Fußweg befinde ich mich in der wunderschönen Altstadt von Celle.
Beim Fotografieren spricht mich ein netter Mann ein, ob ich das denn professionell mache. Er beobachte mich schön länger. Es entwickelt sich zwischen uns mitten auf der Straße ein halbstündiges sehr nettes Gespräch. Dabei stellt sich heraus, dass der 69jährige ehemalige Lehrer oft im Urlaub in Mimizan-Plage, einem meiner Lieblingsbadeorte an der französischen Atlantik-Küste, war!!!! Plötzlich fragt er mich nach meinem Sternzeichen. Ich sage, dass ich Wassermann bin, worauf er spitz entgegnete, dass seine erste Frau Wassermann war, und das passe überhaupt nicht zusammen. Damit endet das Gespräch abrupt, er drückt mich zum Abschied und geht seiner Wege. Naja, das erste ungewöhnliche Erlebnis ist schon im ‚Kasten‘.

Ich schlendere noch ein wenig in der 727 Jahre alten Stadt herum und bewundere einige der 450 Fachwerkhäuser. Sie sind teilweise aus dem 16. Jh. und stellen ein einmaliges Ensemble mittelalterlicher und frühneuzeitlicher Baukunst dar. Ich finde ein nettes Lokal, verspachtele draußen meinen Sauerbraten und komme in Kontakt mit einem netten Berliner Ehepaar. Komme kaum zum Essen, denn – wie jeder weiß – der Berliner redet gerne!!

Gegen halbacht erlebe ich auf dem Rückweg einen blutroten Sonnenuntergang und genieße den ersten Abend mit Fiete II.

Daten

Start 14.338 km
Strecke 390 km
Fahrzeit 4 ½ Stunden
Verbrauch 10 Liter

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