Der Westhever Leuchtturm und die Holländer-Stadt zwischen zwei Flüssen

Samstag, 14. September 2019

Das Reizklima reizt mich nicht mehr und ich stehe vollkommen fit und ausgeschlafen schon um ½ 8 auf. Das Wetter ist brauchbar: Sonne und Wolken, aber kühl. Ich zahle und kaufe die Sturmbänder von Thule für die Markise.

Das erste Ziel ist der meist fotografierte Leuchtturm Schleswig-Holsteins in Westerhever, Wahrzeichen der Halbinsel Eiderstedt. Eine halbe Stunde später fahre ich auf einen großen Parkplatz hinter dem Deich und kaufe in der Information eine Espressotasse. Jetzt geht’s zu Fuß weiter in Richtung Leuchtturm durch plattes Land, hinauf auf den Deich, vorbei an unendlich vielen Schafen. Zwischendurch – damit es nicht langweilig wird – gibt’s auch die eine oder andere Kuh und sogar ein Pferd! Die Sonne kann sich noch nicht richtig durchsetzen.

Und da steht er – in einiger Entfernung – stolz im Wind und am Meer, der rotweiß gestreifte Leuchtturm mit seinen beiden Wärterhäuschen, eingebettet in eine Bilderbuch-Salzwiesen-Landschaft. Der fast 42 Meter hohe Turm wurde 1906 erbaut und kann besichtigt werden. Seine Sicht beträgt bei gutem Wetter nachts bis zu 50 km. In Poppenbüll entdecke ich einen Mast mit den höchsten Wasserständen und die Kirche St. Stephanus auf einer Warft in der Nähe des Leuchtturms von 1370. Den langen Weg zum Turm erspare ich mir, das Programm ist straff heute.

Ich starte nach Tetenbüll im Herzen der Halbinsel. Hier besichtige ich die Kirche St. Anna (14. Jh.) mit ihrer wunderschönen Deckenmalerei. Wegen des Hochwassers gibt es hier keine Gräber. Das Haus Peters, ein ehemaliger Kolonialwarenladen aus 1820, ist ein historischer Kaufladen und noch heute Verkaufsraum. Hier kann ich mich kostenfrei über das dörfliche Leben im 18. und 19. Jh. informieren

Haus Peters in Tetenbüll

In Tönning parke ich auf dem riesigen Marktplatz neben der St. Laurentiuskirche (1180) und erkunde von hier aus die Hafenmeile. Ich schreite über die weiße hölzerne Ziehbrücke, laufe zum historischen Packhaus (1783), einem langgestreckten Speichergebäude aus rotem Backstein und zum Schifferhaus mit dem kleinen Türmchen von 1625.

Letztes Ziel für den heutigen Tag ist Friedrichstadt – die kleine Holländerstadt. Sie liegt zwischen zwei Flüssen, der Eider und der Treene und heißt wegen ihrer Grachten und schnurgeraden Gassen so. Toll anzusehen sind die schmalen Häuser mit ihren Treppengiebeln, die neun, 400 Jahre alten Kaufmannshäuser an der Westseite des Marktplatzes, und das Wahrzeichen der Stadt, das blau-weiße Pumpenhäuschen von 1879 mit der Schwengelpumpe.

Ich übernachte auf dem Friedrichstädter WOMO-TOPP-Stellplatz ‚Am Halbmond‘. Toller Platz mit allem Schnick-Schnack und zentrumsnah. Ich chille zunächst in der Sonne und mache mich dann auf den Weg in die Altstadt zum „Herbstzauber & Keramiktage-Markt“. Ich kaufe Kaffee in einer alten Rösterei und verschiedene Mitbringsel auf dem Markt. Es gibt umjubelte Tänze in Friesentrachten.

Der Rückweg führt mich auf dem Deich an der Eider entlang. Heute Abend gibt es Zünftiges zum Spachteln: Bratkartoffeln, Krabbensalat und Matjes, frisch aus der Fischbude.
Danach genieße ich einen Live-Mitschnitt der neuen CD von Peter Maffey. Freu mich schon, wenn im März 2020 mit Marina aufs Konzert gehe.

Daten

Fahrzeit 1 ¼ Stunden
Strecke 56 km
12,1 Liter Verbrauch
46 kmh Durchschnitt
Ziel 15119 Kilometer

Kategorie Reiseland Deutschland

Besuche meinen Reiseblog www.amliebstenweg.de Ich bin leidenschaftliche Camperin und seit neuestem auch Wandern. Ich mag Fahrradfahren und vieles mehr. Komme aus Rheinlandpfalz, habe einen Sohn und zwei Enkelkinder. Ich bin auf Lachen, Leben und Lieben programmiert und freue mich jeden Tag auf neue Erlebnisse, kleine oder große. Teile sie mit mir.

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