Über den Dornbirner Karren zur Alplochschlucht

Mittwoch, 02.09.2020

Nein! Es ist tatsächlich wahr. Ich sehe Sonne und teilweise blauen Himmel.
Wer sagt’s denn! Geht doch! Das sollte das perfekte Wetter für den Dornbirner Hausberg, den Karren, und die Alplochschlucht sein, einer der größten Schluchten Mitteleuropas. Der Karren ist ‚nur‘ 971 Meter hoch und gehört zum Bregenzer Wald.

Heute muss Fiete ran. Nach einer dreiviertel-stündigen Fahrt parke ich direkt an der Gondelbahn. Der Parkautomat nimmt selbstverständlich nur Münzen. Bei mir klappt das, aber das Pärchen hinter mir hatte nur Scheine. ‚Das kriegen wir hin‘, sage ich und hole ein paar Münzen von meinem ‚Dusch-und-Strom-Geld’ zum wechseln.

An der Talstation kaufe ich eine ‚Alplochkarte‘ für 8,20 €.
In Dornbirn ist es noch sonnig, aber die Spitze des Karren ist völlig vernebelt. Ganz toll!! Die Sicht ist gleich null. Von der 12 Meter langen Aussichtsplattform könnte ich einen tollen Blick über das Rheintal, den Bodensee und die Schweizer Berge genießen. Aber ‚Hätte-Hätte-Traumhafter Ausblick‘ nix’n. Leider. Auch das fantastische Panorama-Berglokal schaut ziemlich traurig aus.

Ich warte den ersten Ansturm auf die Wanderwege ab und folge dann in aller Ruhe dem Hinweis zur Rappenlochschlucht, denn es gibt mal wieder keinen Hinweis auf die Alplochschlucht. Aber ich bin ein Fuchs, klar bei Verstand und gut informiert.

Auf dem Wanderweg nehme ich heute einen besonders intensiven Duft wahr: den Geruch von Tannennadeln, den Duft von frischem Holz und erdigem Moos.
Ich lese mich schlau und erfahre, dass man bei einem Waldspaziergang Stoffe einatmet, mit denen Pflanzen untereinander Botschaften austauschen. Und nach Regenwetter ist das besonders betörend.

Ich wandere zunächst auf ebenerdigem Weg, was aber nur von kurzer Dauer ist. Es beginnt der Abstieg vom Karren, denn eine Schlucht liegt bekanntlich ganz unten. Und wieder geht es über Wurzeln und Steine, durch wegen Baumfällarbeiten gesperrte Abschnitte, über umgestürzte Bäume, die quer über dem Weg liegen, aber auch mit Blicken auf Dornbirn und den Bodensee. Kurz vor dem Staufensee entdecke ich das erste Hinweisschild zur Alplochschlucht. Genial, herzlichen Glückwunsch an die Macher!

Ich lasse die Rappenlochschlucht links liegen und komme kurze Zeit später zum idyllisch gelegenen Staufensee, einem Stausee auf 600 Meter Höhe. Er trennt durch ein Mergelbecken die beiden Schluchten voneinander. Am Ende des Sees liegt eine kleine Jausenstation, hinter der unmittelbar der Eingang zur Alplochschlucht liegt. Ich laufe auf an den engen Felswänden montierten Holzstegen durch die Klamm und wieder zurück. Auch hier kenne ich keine Angst. Wahrscheinlich weil ich auf dem Rückweg schon an eine Stärkung beim Jausenstadl denke. Hier esse ich eine leckere Flädlesuppe und warte auf den Bus, der mich zurück zur Karren-Talstation bringt.

Auf dem Rückweg entschließe ich mich noch für einen kleinen Stadtrundgang durch Dornbirn und parke Fiete direkt am Rathaus. Der Marktplatz ist großzügig mit dem Roten Haus – es ist mit Ochsenblut bemalt – und der wuchtigen Kirche. Das war‘s dann aber auch.
Um halbfünf erreiche ich wieder meinen CP und kann heute sogar auf der Womoterrasse zu Abend essen.

Ansonsten same procedere as every evening. Um Mitternacht gehe ich schnell ins Bett, denn morgen steht ein Highlight auf der to-do-Liste: Das Brandnertal mit seinem Lünersee.

Daten:
Verbrauch: 11 Liter
Geschwindigkeit: 58 kmh
Fahrzeit: 1 ½ Stunden
Strecke: 93 Km
Ziel: 19136 km

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