Sonne und viel Regen – Verlängerung in Füssen

Sonntag, 7.7.2019

Konnte schlecht einschlafen und erst recht nicht durchschlafen. Am frühen Morgen gab es Gewitter mit Starkregen und der prasselt mit ohrenbetäubendem Lärm auf Fiete’s Dach. Irgendwie und plötzlich war es doch viertel nach 9! Es ist frisch draußen, alles pitschenass und ziemlich ungemütlich. Fiete II freut sich auf ein gemeinsames Frühstück mit mir. Später bricht sich die Sonne ihre Bahn und der Himmel hält fotogene Haufenwolken bereit.

Frühstück mit Fiete – es regnet

Ich beschließe, meine unfreiwillig verlängerte Wartezeit wieder in Füssen zu verbringen, schwinge mich auf‘s Radl und los geht’s heute zum Lechfall. Das einmalige Naturschauspiel liegt nur 700 Meter von der Tiroler Grenze entfernt. Der Radweg führt am Lech vorbei und eröffnet wieder andere Ansichten der Altstadt.

Der Lechfall ergießt sich fünfstufig über eine im 18. Jhd. angelegte Staustufe in eine enge Klamm, die vom ‚Max-Steg‘ überspannt wird. Von einer Aussichtsplattform entdecke ich die in eine Felswand eingelassene Büste von König Maximilian II. von Bayern. Ganz in der Nähe führte auch hier die römische Staatsstraße Via Claudia Augusta vorbei.

Der Rückweg führt mich direkt am Franziskanerkloster vorbei und wieder in die Altstadt. Mittlerweile ist es warm und meist sonnig, was mich dazu veranlasst, in einer Bayerischen Gaststätte eine Flädle-Kraftbrühe zu schlabbern und ein süffiges Dunkles dazu zu trinken. Ich beobachte das gemächliche Treiben der Sonntagsspaziergänger und die zahlreichen Radfahrer, die trotz Verbot in die Fußgängerzone der Altstadt hineinfahren. Wie aus heiterem Himmel fallen dicke Regentropfen und ich verschwinde schnell unter einem Sonnenschirm. Ich warte auf einen günstigen Startzeitpunkt und schaffe es nicht zum Stellplatz, ohne leicht nass zu werden.

Die Sonne scheint nochmal kräftig für eine Stunde, bis der Himmel fast schwarz wird. Alle räumen in Windeseile Stühle und Tische weg und flüchten in ihre Wohnmobile. Wenige Sekunden später prasselt ergiebiger Regen für die nächsten zwei Stunden herunter. Ich sitze gemütlich im Fiete II, trinke Kaffee und blogge. Nebenbei ziehe ich mir einige italienische Vokabeln rein. Es ist total gemütlich und entspannend. Am Abend – es hat aufgehört zu regnen – unterhalte ich mich mit meiner Nachbarin, die ebenfalls solo unterwegs ist. Danach entschließe ich mich, in der Hütte ‚Zum Platzl‘ auf dem Platzl etwas zu essen. Natürlich einen bayerischen Leberkäs‘ mit Spiegelei und Bratkartoffeln, dazu ein kühles Dunkles einer Privatbrauerei.

Ich füttere nochmal die Stromsäule, chille, lese, höre Antenne Bayern und gehe mal vor 24 Uhr ins Bett. Der Wartetag ist schneller vorbei gegangen, als ich dachte. Will um halbsieben nach Immenstadt starten. Bin sehr gespannt, was morgen mit Fiete II passiert: Daumen drücken ist angesagt. Na denn, bis morgen….

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