Shortcut am ‚Trockenen Kap‘ und Essen in Trogir

Sonntag, 27. August 2017

Daten
Start Km 47.410
Ziel Km 47.483
Strecke 73 Km
Fahrzeit 1 ¾ Stunde
Verbrauch 8,1 Liter
Geschwindigkeit 41 kmh

Wir frühstücken auf unserem gemütlichen Mini-Camp unter zahlreichen Lachanfällen bei satten, sonnigen 26 Grad, und starten kurz vor 11 Uhr nach Trogir. Nach den guten Erfahrungen mit der ‚Magistrale‘ fahren wir erneut an der Küste entlang und entdecken unser nächstes Häuschen……

House for sale

In Primosten legen wir einen Zwischenstopp ein. Wir wollen in der malerischen Kleinstadt herumschlendern. Sicherheitshalber parken wir auf einem  Asphaltparkplatz vor der Altstadt. Wir löhnen 24 Kuna, dafür sind die Womos gut bewacht. K. hat wenig Bock, bei der brütenden Hitze herumzulaufen, denn seine Kappe ist verschwunden. Er wartet auf uns am Stadttor. Zwei Ersatzhüte auf der Tourimeile finden nur eingeschränkt seinen Gefallen.H., Klaus und ich fanden sie klasse. Im Übrigen wird Primosten wegen seiner geringen Niederschläge auch das ‚Trockene Kap‘ genannt.

Das Bilderbuchstädtchen liegt  zwischen Sibenik und Trogir.
Wir spazieren durch das Stadttor und sind sofort in einer anderen Welt: Mittelalter versus Touribuden außerhalb des mittelalterlichen Stadtkerns. Ein Labyrinth aus engen Gassen führt uns über den Platz Rudina biskupa vorbei an alten Steinhäusern und über viele Treppen hinauf zur Kirche Sveti Juraj (1485 erbaut), dem höchsten Punkt der Halbinsel. Die Aussicht ist grandios und wir laufen über einen Friedhof in herrlicher Lage direkt über dem Meer.
Der Rückweg führt uns an zahlreichen Konobas mit hervorragendem Essen vorbei. Ich sehe riesige Fischplatten, mir läuft das Wasser im Mund zusammen und ich bekomme Appetit auf gegrillten Tintenfisch. Na ja, ersatzweise muss Eis herhalten!

Wieder vereint schleppen wir uns in der sengenden Mittagshitze zurück zu unseren Womos und starten kurz nach Eins zur besterhaltenen romanisch-gotischen Stadt Mitteleuropas, nach Trogir. Es sind noch 30 Kilometer. Unterwegs muss ein ‚Tommys-Market‘ herhalten, um die Kühlschränke zu füllen und Klaus leistet sich eine leckere Creme-Schnitte.

K. hat heute den Campingplatz-Hut auf. Wir fahren den Camping Seget an und schauen uns die Stellplätze an. Der Platz ist so gut wie voll und die angebotenen Möglichkeiten sind entweder nur als Absteige zu verwenden, oder liegen zu 100 Prozent in der Knallsonne.
Wir versuchen es auf dem nächsten Platz, Camping Rozak, und erhalten einen ersten Eindruck von Trogir. Es geht über eine Drehbrücke auf die Halbinsel Ciovo. Die Stellplatzsuche gestaltet sich auch hier schwierig. Es ist Sonntag, der Platz sehr gefragt, liegt direkt am Meer und die mittelalterliche Stadt ist ein Touristen-Magnet. Wir sind letztendlich mit zwei ‚halben‘ Plätzen an der Meerseite der Halbinsel einverstanden, stehen zwar nebeneinander, aber von Tür zu Tür getrennt.

Wir trinken Kaffee und Klaus vertilgt seine Cremeschnitte. K. zieht es direkt ins kristallklare Meer, wir folgen. Das Abendessen wollen wir in der Altstadt von Trogir einnehmen und starten nach Fünf in den geschichtsträchtigen Ort. Die Stuttgarter Nachbarn von H.+ K. empfehlen uns den 20-minütigen Fußmarsch ‚Shortcut to Trogir‘, über den 155 Meter hohen Hügel Kobijak oder das Taxiboot übers Meer. Wir nehmen den Fußweg, kämpfen uns den Berg rauf und runter und sind nach einer halben Stunde im turbulenten Trogir.

Es ist ordentlich was los, Touri an Touri. Wir haben immer noch 30 Grad und es ist schwülwarm. Auf der Suche nach einer gemütlichen Konoba kommen wir an der Kathedrale Heiliger Laurentius und am Uhrenturm mit Loggia vorbei. Mittlerweile dämmert es und ich habe noch meine gegrillten Tintenfische von heute Mittag im Hinterkopf. Die Konobaauswahl gestaltet sich schwierig. Eine Konoba liegt neben der anderen und in der Dunkelheit sind alle Mäuse grau. Der Hunger entscheidet schließlich über das Lokal. Das Essen von H., K. und Klaus war gut, meine gegrillten Tischenfische nicht der Brüller.

Ist es das richtige Taxiboot….

Für den Rückweg wählen wir das Taxiboot. Hinweisschilder fehlen, und im Hafen gibt es mindestens vier unterschiedliche Boote. Was wir nicht wissen ist, dass zwei fast gleichnamige Orte auf Civio angefahren werden: Okrug Gornji und Okrug Donji, und dass die Taxiboote aus Platzgründen auch an anderen Booten festmachen. Wir warten geduldig auf einer Bank und immer, wenn ein Boot anlegt, fragen wir. Plötzlich legt eine kleine ‚Schaukel‘ in dritter Reihe an. Das kann‘s doch nicht sein, denken wir, isses aber doch. Wir krabbeln über die Boote zum Einstieg, löhnen 10 Kuna für jeden von uns und sind nach 15 Minuten in Okrug Gornji, also am richtigen Ausstiegsort.

Wir orientieren uns dummerweise nach Osten, kommen an einer fürchterlichen, knallbunten Touri-Abendprogramm-Meile vorbei, fragen, und müssen umkehren.  Kurz vor 22 Uhr sind wir ‚zu Hause‘ und ich habe 19000 Schritte gesammelt. Wir chillen noch und entscheiden spontan,  einen weiteren Tag zu bleiben. K. und Klaus wollen mal nur faulenzen. Das eröffnet uns Frauen die Möglichkeit, mal ohne Männer im Schlepptau das Städtchen, das uns bisher am besten gefällt, zu erkunden.

Es ist sternenklar, die Mondsichel leuchtet, ein paar Streifenwolken ziehen auf. Es ist Mitternacht und hat immer noch 29 Grad.

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