Sechs Kilometer von Split und Ukulele satt

Dienstag, 29. August 2017

Daten
Start Km 47.483
Ziel Km 47.515
Strecke 21 Km
Fahrzeit 1 ½ Stunden
Geschwindigkeit 21 Kmh
Verbrauch 11,9 Liter

Es kann kommen, was will, unsere Urlaubs-Aufstehzeit hat sich auf 8 Uhr plus minus eingependelt. Klaus schleppt sich an den Frühstückstisch und fühlt sich ‚weder Fisch noch Fleisch‘. Er ist maulfaul.
Die gestrigen Wolken sind abgezogen, es ist nicht mehr ganz so warm, ‚nur‘ noch 27 Grad, es weht ein leichter Wind und es ist sonnig. Wir genießen in aller Stille den Blick auf das Meer. Zwischen H. und K. und ihren Nachbarn entwickelt sich ein nettes Gespräch. K. ist sehr interessiert an ihrem Tret-Kajak und natürlich dem Gewicht. Die Stuttgarter erzählen begeistert, dass das „Radeln“ bei stärkerem Wind oder Wellengang einfacher als das Paddeln ist. Man sei schneller unterwegs und kann demzufolge auch größere Strecken zurücklegen. Der Tret-Kajak sei uneingeschränkt zu empfehlen.

Wir starten um halb Zwölf Richtung Split und kommen bereits weit vor Trogir auf der Ulja kralja Tomislava, der einzigen Verbindung von der Halbinsel Ciovo nach Trogir, in einen Riesenstau. Klaus erinnert sich, gehört zu haben, dass Nachbarn auf dem Campingplatz schon mehr als eine Stunde für diese Strecke gebraucht haben. Ganz großes Stau-Kino!  Dazu kommt, dass die Straße ein Sträßchen ist, schmal und kurvig und von zahlreichen Autos sowohl links als auch rechts ‚beparkt‘ wird. Man kann es kaum glauben, sogar Busse quetschen sich hier irgendwie durch.

Auf Wiedersehen Trogir

Wir sind heilfroh, ohne Schrammen und mit teilweise eingeklappten Seitenspiegeln endlich an der ‚Trogirski most‘, der Klappbrücke von Trogir, zu sein. Wir benötigen für die 2,8 Kilometer lange Strecke sage und schreibe eine ¾ Stunde. Die restlichen 29 Kilometer schaffen wir in der gleichen Zeit. Unterwegs an der ausgebauten 8 halten wir beim LIDL, füllen die  Wasservorräte auf und bestücken den Kühlschrank.

Ziel ist Split, genauer gesagt der Vorort Strobec. Hier liegt der 4-Sterne-Platz „Camping Strobec Split“, eine Empfehlung meiner ehemaligen Kollegin Sandra. Das ehemalige Fischerdorf liegt an der Mündung des Flusses Zrnovnica und nur 6 Kilometer südöstlich vom Diokletian-Palast, dem Highlight von Split. Es gibt eine direkte Busverbindung in die Kaiserstadt. Die Haltestelle ist in unmittelbarer Nähe des Campings.

Wir checken wieder mal auf einem Doppelplatz ein und sind zufrieden, die Hauptsache bei den Temperaturen ist Schatten. Das Meer können wir leider nicht sehen. Die Premiumplätze in der ersten Reihe sind ausnahmslos besetzt.
Nach einer Chill- und Essenspause gehen H. und ich im Meer baden. Wir müssen weit hinauslaufen, um schwimmen zu können. K. kommt nach. Klaus geht es minütlich besser, er bleibt aber bei Fiete.

Nach dem Motto ‚Bewegung tut gut‘ gehen wir gegen halb Sechs am Strand spazieren. Wir schlendern bei Abendstimmung an der palmengesäumten Promenade  entlang, im Hintergrund das Bergmassiv Mosora. Ich steige noch hinauf zur Basilika St. Laurentius aus dem 5./6. Jahrhundert.

Zur Tagesschauzeit steht unser Reste-Essen auf dem Tisch, dass wir genüsslich schnabulieren. Klaus geht’s jetzt wieder gut, er isst, aber noch wichtiger, das Bierchen schmeckt wieder. Plötzlich hören wir im Hintergrund musikalische Töne, die wahrscheinlich aus einer Ukulene, einem gitarrenähnlichen Zupfinstrument, stammen. Zunächst ist das Zupfen noch ganz witzig. Als aber noch eine nicht ganz so tolle männliche Stimme dazu kommt und das Geleiere nach einer Stunde immer noch zugange ist, geht es uns gehörig auf den S…….Höhepunkt des Ganzen – und Gott sei Dank der Abschluss – ist ‚Oh Sole Mio‘ in der doppelten Geschwindigkeit. Der Zupfer hätte sich lieber ein Beispiel an den ‚Raabigrammen‘ von Stefan Raab nehmen sollen – kurz und bündig. Ganz großes Zupf-Ukulelen-Nerven-Kino!

Ich recherchiere noch für den morgigen Tagesausflug nach Split und springe bald danach in die Kiste. Leider liegt die Küstenstraße Jadranska Magistrale in der Nähe des Campings, es ist demzufolge etwas lauter als sonst.

Es ist um Mitternacht noch 23 Grad, wolkenlos und sternenklar.

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