Die Krka und ‚Bürgerköpfe‘ in Sibenik

Freitag, 25.August 2017

Daten
Start 47.347
Ziel 47.385
Strecke 37 Kilometer
Fahrzeit 1 Stunde
Durchschnittsgeschwindigkeit 40 Kmh
Durchschnittsverbrauch 9,9 Liter

Um halb Acht wache ich nach einer Nacht ohne Magen-und-Darm-Zwischenfälle auf. Der Pfefferminztee vom gestrigen Abend blieb ‚drin‘ und es geht mir erheblich besser. Allerdings schleppe ich mich schlapp herum. Kurze Zeit später regt sich das Club-Womo und K. + H. kommen aus ihrem Pössl. Beim Frühstück berichte ich ausführlich von der Schiffstour durch das Kornatenarchipel, wie schlecht es mir ging, schlürfe Unmengen Pfefferminztee und haue mir Zwieback ohne Ende zwischen die Kiemen.

Heute geht es wieder ein Stück gen Süden auf unserer Dalamtienroute.
Wir starten um ¼ nach elf zum 30 Km entfernten Campingpark Solaris auf der Halbinsel Zablace. Er liegt in der Nähe der mittelalterlichen Festungsstadt Sibenik, die durch eine schmale Meerenge mit der Adria verbunden ist.

Nach einer Tankpause halten wir an der Küstenstraße B 8 kurz vor Sibenik auf einem riesigen Parkplatz mit den typischen kroatischen Verkaufsständen an. Hier überspannt eine 40 Meter hohe Bogenbrücke einen der schönsten Karstflüsse Kroations, die 70 Kilometer lange Krka, von der wir einen sensationellen Ausblick auf den schimmernden Fluss und das dinarische Gebirge haben. Von einer Plattform in der Mitte der Brücke stürzen sich zwei todesmutige Bungeefans  in die Tiefe. Helga schießt davon sensationelle Fotos.

Kurze Zeit später und bei wenig Verkehr auf der Magistrale checken wir auf Solaris ein, nehmen einen Doppelplatz für unsere Camper und sparen dadurch 34 €. Da kann man doch nicht mobbern. Der Platz liegt am Meer, unter Kiefern und hat excellente Sanitäreinrichtungen. Wir trödeln, gehen schwimmen und starten ausgeruht am späten Nachmittag  – ohne K. – zur Stadtbesichtigung nach Sibenik. Die Bushaltestelle befindet sich direkt vor dem Campinggelände. Der Bus ist pünktlich und ein halbes Stündchen später sind wir in der mittelalterlichen City.

Für die Hochsaison ist erstaunlich wenig los. Von der Uferpromenade führt ein Treppenweg durch das Seetor hinauf zum Platz der Republik. Wir entdecken die Neue Kirche und einen kleinen Park mit einem ‚Schildkrötenbrunnen‘. Die Tierchen genießen die abendliche Sonne.
Über glänzende, glatt geschliffene Steinplatten und zahlreiche Treppen kommen wir dem zentralen Platz in der Altstadt näher, dem Trg Republike Hrvatske mit dem spektakulärsten Bauwerk, der Kathedrale Sveti Jakov. Sie wurde aus Kalkstein und Marmor der Insel Brac im gotischen und im Renaissancestil gebaut. Das liegt daran, dass mehr als 100 Jahre bis zur Fertigstellung vergingen. Heute gehört sie zum UNESCO Weltkulturerbe. Die Kuppel des Gotteshauses besteht aus einem Tonnengewölbe aus freitragenden Steinplatten, für damalige Verhältnisse einzigartig. An der Außenmauer starren bzw. lachen uns 72 steinerne Portraits einfacher Bürger an, die den damaligen humanistischen Geist der europäischen Kultur widerspiegeln. Böse Zungen berichten, sie hätten zu wenig oder gar nichts für den Dom gespendet.

Die arkadengeschmückte Stadtloggia gegenüber wird von der Abendsonne angestrahlt und von hohen, am steilen Hang gebauten ‚Hochhäusern‘ aus Haustein überragt. Sibenik ist die Stadt der Treppen, sie hat davon innerhalb ihrer Gassen mehr als 2800. Den steilen Aufstieg zur Festung St. Michael ersparen wir uns. Unser Zeitmanagement schwächelt.
Versteckt hinter dem Bischofs- und Fürstenpalast entdecken wir die Kirche der Hl. Barbara (16. Jh.) mit ihrer 24-Stunden-Uhr, die sv Dominika Kirche und die Kirche Mariä Himmelfahrt (14. Jh.). Letztere hat Napolion Bonaparte seinerzeit an die Orthodoxen verscherbelt. Weitere 21 Kirchen verschmähen wir, denn im Altstadtkern befindet sich die höchste Anzahl an Kirchen ganz Dalmatiens.

Wir stöbern ein nettes Speiselokal mitten in der Altstadt auf, bekommen Spezialitäten des Hauses zum Probieren, essen gut und chillen. Vor der Abenddämmerung wechseln wir zur palmengesäumten Strandpromenade und erfreuen uns am fantastischen Sonnenuntergang.

Zurück zum Campingplatz fahren wir mit dem Taxi. Wieder werden wir an der Bushaltestelle angesprochen, zieren uns natürlich erst und schlagen zum Sonderpreis von 40 Kuna (Der Bus kostet 13 Kuna p.P.) zu. Schwuppdiwupp, eine viertel Stunde später sind wir wieder bei Fiete und K.

Den Abend auf der Womo-Terrasse verderben uns blöde Mückenschwärme. Wir checken unsere Fotoausbeute, quatschen noch kurz und verschwinden in unseren mobilen Häuschen.

Es ist wolkenlos und sternenklar. Die Mondsichel leuchtet unbeschreiblich hell.

 

2 Kommentare

  1. Kerstin Scire

    Ach wie schön, dass es endlich wieder weitergeht mit deinem Blog, ich hatte schon befürchtet, du hast durch´s Rentnerleben plötzlich keine Lust mehr auf´s Verreisen!!
    Ich war selber gerade im Urlaub (Prag, Brünn, Wien und Gran Canaria, in dieser Reihenfolge und innerhalb von 13 Tagen) und habe in dieser Zeit wieder mit Vergnügen eure Touren mitverfolgt!

    Alles Liebe und bis bald, hoffentlich dann in „Vietnam“ 🙂
    Kerstin

    • Wow, so viele Ziele in nur 13 Tagen – RESPEKT!
      Das Bloggen mit vielen Bildern nimmt viel Zeit in Anspruch. Und weil mir mit unseren Freunden unterwegs waren, habe ich während des Urlaubs darauf verzichtet. Jetzt hole ich alles nach……. es kommt also noch mehr…..

      Oh ja, gerne. Freu mich schon auf Laura und „Vietnam‘!!!
      Ingrid

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