Alles in einem Schloss

17.08.2016 –

Huhu, ich blogge aus der Morgensonne bei stahlblauem Himmel! Es ist herrlich ruhig und gerade mal 8 Uhr. Wir lassen es langsam angehen. Der Urlaubär hat heute Fahrpause und wir relaxen so in den Vormittag hinein.

Es ist wieder affenartig heiß, was uns jedoch nicht daran hindert, die Räder zu satteln, die neu aktivierten Fahrradcomputer anzuschließen und das Symbol für den ungeheuren Reichtum der Könige anzusteuern: das Prunk- und Jagdschloss Schloss Chambord. Die 42 Rad-Km von gestern haben wir bestens verkraftet, kein Sonnenstich, kein wundgescheuerter Arsch, alles bestens.
Wir nehmen den Radweg 9 des Loireweges und rasen bei 40Grad in der Sonne (das ist die Aussage von Klaus‘ Fahrradcomuter!!) direkt an der Abzweigung nach Chambord vorbei. Geil oder?
Das kostet uns satte 6 km Umweg, eine halbe Flasche Wasser und viel Kraft. In St. Dyé erhaschen wir einen der spärlich gesäten Einwohner, fragen nach dem Weg und erfahren, dass wir schon in etwa in der richtigen Richtung sind. Endlich, nach ungewissen 5 Minuten zeigt ein Hinweisschild unmissverständlich zum Schloss. Wir begegnen in dieser Hitze kaum Radlern und rechnen nicht mit den Touriströmen, die uns dann erwarten.

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Nach 17 km erreichen wir endlich die ‚Jagdhütte‘ Chambord. Hier bin ich wieder enttäuscht. Habe das Schloss viel imposanter in Erinnerung: keine Großbaustelle, keine Türme in Gerüsten und viel Wasser mit Booten in den Kanälen rund ums Schloss. Dafür gibt es zahlreiche neue Gaststätten, Weinbars, gefühlte eine Million Touris und einen riesigen Ticketshop. Erstmal einkehren, Wasser trinken, Galette essen, verschnaufen und sich sammeln.

Das Schloss
Chambord, das größteund glanzvollste Prunk- und Jagdschloss der französischen Renaissance, erhebt sich mitten in der Ruhe der Natur. 25 Jahre Bauzeit waren nötig, um dieses gigantische, unbewohnbare Schloss fertigzustellen. Es besitzt eine gigantische Dachlandschaft, die besichtigt werden kann.Die Ländereien werden von einer 32 km lange Mauer umgeben.

Wir starten unseren Rundgang um das größte Schloss der Loire-Region, dass 25 Jahre Bauzeit auf dem Buckel hat. Im Park gibt es genug schattenspendende Bäume. Nach und nach finden wir Gefallen an diesem gigantischen und unbewohnbaren Renaissance-Bauwerk, dass Franz I. nur für sage und schreibe 72 Tage mit seinen 15.000 Bediensteten und 12.000 Pferden ausschließlich zum Jagen genutzt hat. Das ist dekadent! Die einzigartige Dachlandschaft kann man nur auf einer Besichtigung entdecken. Die brütende Hitze setzt uns zu, ich werfe noch einen Blick in das ‚Spectaculum‘, verkleide mich als Katharina die Medici, begrüße die Reitpferde und versuche ergebnislos frisches Wasser für die Rückfahrt zu erstehen. Klaus sitzt derweil apathisch unter Bäumen.

Jagdschloss Chambord mit Touri-Strom

Jagdschloss Chambord mit Touri-Strom

Schloss mit Prinzessin

Schloss mit Prinzessin

Ist das nicht Katharina di Medici???

Ist das nicht Katharina di Medici???

Wir nehmen unsere Rückfahrt ins Visier, die durch den riesigen Schlosspark, der mit einer 32 Km langen Mauer umschlossen ist, führt.  Wie mechanisch radeln und radeln wir vor uns hin. Unter dichten Bäumen meldet Klaus erfreuliche 36 Grad von seinem Fahrradcomputer. In St. Dyé hängt uns die Zunge aus dem Hals und wir versuchen erneut, Wasser zu bekommen. Kein Laden in Sicht. Wir sind mitten in der Provinz des Val de Loire und finden es klasse. 4 Km trennen uns noch vom Urlaubär und den begehrten Wassertropfen aus dem Kühlschrank. Heute schmeckt dieses grandiose Zeug besser als Wein und Bier! Wir haben 28 km und 1.100 Kalorien abgearbeitet.

Nach einem kurzen Kaffee-Päuschen geht’s in die Badeklamotten und runter an die Loire. Wir aalen uns im warmen Wasser eines Seitenarms, Klaus findet auf der gegenüberliegenden Insel einen Baumstamm und lässt sich daran in der Strömung treiben. So schön kann Urlaub sein. Wir genießen das Wasser von innen und außen.

Ingrid in der Strömung der Loire

Ingrid in der Strömung der Loire

Treibholz mit Mann in der Loire

Treibholz mit Mann in der Loire

Wir kochen, essen, bloggen, bestaunen die Bilder des heutigen Tages und planen für Morgen einen ‚Schlösser-Hopping-Tag‘. Dabei übersehen wir die grauen Wolken, es gibt einen einzigen Gewitterknall, einen heftigen Schauer und kühlt auf erträgliche 25 Grad runter. Herrlich. Nicht so toll sind die Wetteraussichten für morgen. Regen ist angesagt Nun will ich aber gar nicht mobbern. Wir warten’s einfach ab.

Wir chillen und fühlen uns pudelwohl. Sterne? Nö, heute mal nicht.
Man kann eben nicht alles haben. Auch Urlaub ist kein Wunschkonzert.
Bis Morgen, ihr Lieben.

2 Kommentare

  1. Das Kleid von Katharina steht dir aber auch sehr gut 🙂
    Ich bin sowas von begeistert von den wunderschönen Bildern, ganz toll macht weiter so mit eurem Reise-Blog und noch Viel Spaß bei eurer Reise.
    Liebe Grüße Heide

  2. Sehr schön, Chambord hat mir auch gefallen. Ich habe mich an etwa der gleichen Stelle auch fotografieren lassen 🙂

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