Florenz zu Füßen, Michelangelo dabertutto und Dribbdebach

Mein Gott, was ein herrlicher Schlaf nach dem gestrigen Tag! Wunderbare Urlaubsträume und kühlere Luft im Wohnmobil. Gegen 8 Uhr in den letzten ‚richtigen‘ Urlaubstag gestartet. Leider war es ziemlich bewölkt und grau, knapp unter 20 Grad, WoMo-Aufbruchstimmung rundherum.

Klaus gegen halbzehn aus seinen kühnsten Träumen (…wir haben noch weitere 10 Wochen Urlaub!!!) geweckt, und gemeinsam ein herrliches Frühstück – jetzt auch mit Sonnenstrahlen – genossen. Diese Art zu frühstücken wird uns sehr fehlen. Eine letzte Absprache über den Firenze II-Besuch und ab auf die Räder. Ein ideales Fortbewegungsmittel in den engen Gässchen der toskanischen Metropole.

Auf der Strecke zur Città dachte ich fast ununterbrochen an den fliegenden Händler mit den großen Steinpilzen von gestern. Kurz vor seinem Standort ein neugieriger Blick – Fehlanzeige. Heute war er nicht noch einmal da. Lange enttäuschte Miene. Porcellino, das Schwein mit der blanken Schnauze, hat zu viel versprochen! Kein Glück….

Unsere Etappenzeile heute: die Basilica di Santa Croce, der Piazzale Michelangelo, der Mercato die San Lorenzo – und weil man gewohnte Dinge auch mal ändern sollte – heute noch ein viertes Ziel, der Gardino di Boboli. Ein anspruchsvolles Programm und das Beste daran, hier werden wir überall zum ersten Mal sein. Auf dem Weg zur Franziskanerkirche von 1295 erblickten wir ein Brautpaar mit zwei kleineren Kindern, das einer Pferdekutsche entstieg und ganz ungezwungen über die Piazza Santa Croce schritt und hinter Mauern verschwand. Schön anzusehen.

Wir suchten – wie schon häufiger – die überhaupt nicht auf Anhieb zu erkennende Biglietteria, erstanden zwei Eintrittskarten und verschwanden in dem riesigen Bauch der Kirche und Ruhmeshalle. Die Besucher verliefen sich in den zahlreichen Kapellen und Kunsthallen dieses riesigen Komplexes. Allein der Bau der Kirche hat 90 Jahre gedauert. Sie ist die an Kunstschätzen reichste Kirche von Firenze! Wir nahmen uns viel Zeit und die war noch zu knapp bemessen. Unsere Bewunderung galt zunächst den Grabmälern Michelangelos, Galileo Gallileis, Macchiavellis und Rossinis. Dass hier auch der alte Napoleon seine Hand im Spiel hatte, überraschte uns nicht. Seine Schwägerin und deren Tochter haben hier ihre letzte Ruhestätte gefunden. Wunderschöne Fresken, zahlreiche Bilder berühmter Maler in Größen von 2×3 Metern, reich geschmückte Kapellen und am Boden unzählige Monumente vieler berühmter Italiener. Wir waren sehr beeindruckt und hörten im selben Moment eine Stimme neben uns: „Hier wird man ja erschlagen von so viel Kunst“!

Wir bestaunten noch den schönen Garten mit Kreuzgang und einige Skulpturen und hatten nach so viel Kultur jetzt Bock auf ein Stück ganz gewöhnliche Pizza. Gedacht, gesucht, gefunden und verspeist.

Besichtigung macht hungrig

Die Wolken ließen sich heute von der Sonne nicht so recht verdrängen, aber sie bahnte sich immer wieder, mal mehr, mal weniger ihren Weg. Gut für unsere nächste Etappe. Rauf auf die Räder und ab nach Dribbdebach zum Piazzale Michelangelo (1869). An der alten Stadtmauer geparkt. Radfahren im Zentrum von Florenz ist auch eine Herausforderung. Man fährt gewöhnlich gegen die Einbahnstraße, oder sucht sich einen Bürgersteig oder rattert kreuz und quer über die alten Pflastersteine, jeder nach seiner Fasson. Klaus und ich quälten uns die 346.598 Stufen zum Piazzale hoch (vielleicht waren es auch ein paar weniger, da will ich nicht übertreiben!!!!) und wurden schon auf dem Weg zum höchsten Punkt mit tollen Ausblicken auf die mittelalterliche Stadt belohnt. Oben angelangt bekam ich Gänsehaut ob der Schönheit der Stadt aus diesem Blickwinkel. Die Kamera war unerlässlich im Einsatz, dazu fand ein kleiner Markt in der Mitte des Piazzale neben Michelangelos Skulptur David statt. Und Porcellino hat mir das Glück geschenkt, ein fantastisches Aquarell von Florenz bei einer Straßenkünstlerin zu finden und zu erstehen. Schnell noch ein paar Selfies und ab in eine kleine Bar.

Wir entschieden uns für eine zwischen parkenden Autos, herumschlendernden Touris, rollendem Autoverkehr, Radlern und palavernden Italienern und bestellten Vino & Birra. Dann genossen wir unser Live-Fernsehen.

Unsere Räder brachten uns danach zu einem weiteren Wunschziel. Dazu mussten wir wieder über den Arno nach Hibbdebach. Hier wollten wir durch den Gardino di Boboli schlendern, der im Stadtteil Santo Spirito liegt. Es soll einer der schönsten italienischen Gärten sein, wurde 1549 angelegt und enthält eine der wichtigsten Sammlungen von Skulpturen. Zunächst aber standen wir vor einem riesigen Palazz

Anbetracht der mal wieder fortgeschrittenen Zeit für die verbleibende Zeit zu teuer erschien. Der riesige Platz vor dem langgestreckten Gebäudekomplex erinnerte mich ein klitzekleines bisschen an den Campo Sienas. Es lagen und saßen ebenfalls zahlreiche Menschen kartenstudierend, sonnenversunken, verliebt oder einfach nur fix & fertig herum. Ja Sonne, die kam jetzt mit aller Macht und tauchte die Häuser, Kirchen und Plätze in ein wunderschönes leuchtendes goldfarbenes Licht.

Auf dem Rückweg zur Area Sosta Camper begann unsere letzte kleine Stadttour mit dem Rad. Wir steuerten den Mercato di San Lorenzo an, DEN wichtigsten Markt mit den besten Lebensmitteln der Stadt. Leider hatte nur noch der 1. Stock mit den exclusiven Läden und Pizzerien sowie Bäckereien und Cafébars geöffnet. Was ich eigentlich sehen und erschnuppern wollte, war die Markthalle mit Obst & Gemüse und vor allem den toten Tieren mit Borsten, Köpfen und Hufen dran. Nichts für schwache Nerven, haben wir gelesen. Genau das richtige für uns!!! Unter der Stahlkonstruktion und neben dem riesengroßen David (moderne Nachbildung) ruhten wir uns bei Café und Dolci aus.

Von dort ging es über die lebendige Piazza Nuovo mit zahlreichen Marktständen, vorbei an der Basilica delle SS. Annunziata, wieder auf das andere Arnoufer und dann zum CONAD, unserem Lebensmittelladen.

Und wieder hat Porcellino zugeschlagen: es gab frische Steinpilze!! Unser Abendessen war gesichert. Es wurde schon dunkel und wir radelten bei fantastischem Abendlicht den Arno entlang direkt in unser Heim. Da war es schon 20 Uhr. Nach einem hervorragenden Essen ließen wir beide Tage nochmal Revue passieren und sind uns einig: Firenze ist eine tolle Stadt mit sehr eigenem Flair und wird uns auf jeden Fall wiedersehen. Arreviderci du Blühende!!!

 

 

2 Kommentare

  1. Kommentar kommt zwar viel zu spät ….aber nun probiere ich mal mein Glück. FLORENZ ….es ist eine bezaubernde Stadt und wenn ich EURE AUFNAHMEN sehe bekomme ich Fernweh.
    Vor allem die Abendstimmung am Arno treibt die Sehnsucht in diese schöne Stadt ….und natürlich das leckere Essen und die köstlichen Weine.
    Wenn dieser Kommentar nun funktioniert …..werden auch noch weitere folgen 🙂
    Alles Liebe
    Christiane

    • Liebe Christiane,
      das ist ja toll. Danke für den Kommentar. Schön gell… Heute vor einer Woche waren wir noch in Florenz! Ach ja, Urlaub machen iSt einfach fantastisch. Bis bald, Ingrid

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.