Schlösser, Wald & Flur und rheinischer Winzerort

Weiter geht es hier mit Teil 2 des Beitrags
Flugzeug ist out – PKW fahren ist in (Teil 1).

Zwei Schlösser – und der MainRad-Weg

Heute ist Rad fahren angesagt, das Wetter ist gut und sehr warm.
Ich habe mir ein Etappenstück des MainRad-Weges ausgesucht. Ziele sind das Schloss Pilippsruhe in Hanau und auf dem Rückweg das Rumpenheimer Schloss in Offenbach.
Die Gesamtstrecke – von Haus zu Haus – beträgt etwa 55 Kilometer.

Ich starte in Frankfurt Eckenheim Richtung Main und fahre auf der Dribbdebach-Seite des Mains durch die Mainuferanlagen, wo an der Gerbermühle der Grüngürtel Rad- und Wanderweg abzweigt. Es ist nicht viel los heute und ist deshalb ein entspanntes fahren.

Im Park entdecke ich das „ICH-Denkmal“, eine Skulptur, die seit 2005 hier im Stadtteil Oberrad zu Hause ist. Der Künstler war und ist der vollen Überzeugung, das „Jeder Mensch einzigartig!!“ ist. Und weil das so ist, probiere ich sofort eine perfekte Skulptur-Figur hinzubekommen. Eine nette Radlerin bietet sich an, mich im Bild festzuhalten.

Es geht weiter zum Frankfurter Traditionslokal ‚Gerbermühle‘, dass einst auch das Lieblingslokal Goethes und seiner Muse war. Ich nähere mich dann dem Kaiserleikreisel und dem Offenbacher Mainufer mit dem ehemaligen Industriehafen und dem „Blauen Kran“. Dieses stählerne Relikt liegt an der Industriekultur-Route und kann  bestiegen werden. Interessanter finde ich allerdings die alten Kohlekräne im Hafenviertel, die ebenfalls zur Industriekultur zählen.

Weiter führt der im Offenbacher Hafenviertel neu ausgebaute Radweg über das Bootshaus Bürgel vorbei am Campingplatz und zur Rumpenheimer Fähre. Über die Staustufe Mühlheim nähere ich mich meinem heutigen Ziel, dem Landbarockschloss Philippsruhe mit einem traumhaften Schlosspark nebst Orangerie direkt am Main gelegen.

Ich stöbere eine Zeit lang durch den Park und finde eine perfekte Bank zum Abhängen und Picknicken. Hier lässt es sich ausgezeichnet aushalten, träumen und abschalten. Ich genieße es.

Zurück geht es über Dietesheim und Mühlheim zum Anleger der Rumpenheimer Fähre. Ich gleite mit der seilgeführten Wagenfähre – die stammt übrigens von der Mosel – hinüber nach Offenbach-Rumpenheim. Schon seit dem 17. Jahrhundert gibt es hier Überfahrten.
Mein Ziel ist das Rumpenheimer Schloss, dass ein Stück Kulturgeschichte Offenbachs ist. In leuchtend-rotem Backstein erstrahlt die Evangelische Schlosskirche, die dezent auf das Coronavirus hinweist.

Jetzt meldet sich der Hunger. Ich starte Richtung Offenbach und genieße im urgemütlichen Garten des ‚Bootshauses Bürgel‘ mein Abendessen und ein süffiges Bier. In der Abendstimmung hat die EZB  etwas Gigantisches an sich und vor der Frankfurter Skyline findet ein abendlicher Standup-Paddle-Kurs statt.
Zu Hause lege ich die Beine hoch, lasse mich von einem fantastischen Sonnenuntergang verzaubern und träume von meinem tollen Radausflug.

Fazit und Hinweis: Sehr schöne Genießer-Radtour, gut ausgeschildert mit einigen Kulturhighlights. Und natürlich verläuft alles Corona-gerecht mit Abstand, Maske und Desinfektion.

E-Bike-Tour durch die Natur im Mönchbruch an den Rhein 

Heute ist ‚Challange‘ angesagt. Ich habe mich mit Heide zu einer ersten großen Erlebnistour mit meinem neuen E-Bike verabredet!
Ich starte zunächst zum Frankfurter Hauptbahnhof und steige in die S-Bahn nach Walldorf. Öffentlicher Nahverkehr? Was sagt uns das? Genau: Verspätung. Der RMV leistet heute wieder ganze Arbeit und fordert das volle Nerven-Programm: doppelte Fahrzeit, mehrere ICE Überholungen und eine verpatzte Weichenstellung. Ganz großes ‚Ich-bin-heute-sehr-pünktlich‘ Kino! Heide erwartet mich bei bestem Wetter am Walldorfer Bahnhof.

Sie gibt mir eine kleine Stadtführung in ihrem Geburtsort und wir erreichen wenig später die Startbahn West des Frankfurter Flughafens. Wir warten auf einen Flieger, der unmittelbar über unseren Köpfen in der Luft liegt. Iss aber leider nix! Die Startbahn liegt nur drei Kilometer vom Naturschutzgebiet ‚Mönchbruch‘ – dem zweitgrößten Hessens -entfernt.

Kaum zu glauben, dass es im Ballungsraum Frankfurt so ein schönes Fleckchen Natur gibt. Wir fahren entspannt auf kerzengeraden Wegen vorbei an alten Eichen, Feuchtwiesen, Sumpfwald, lichtem Erlenbuchwald, Wassergräben und flächendeckend duftendem Bärlauch. Und – weil wir uns mittlerweile in der Nähe von Groß-Gerau befinden – auch an riesengroßen Spargelfeldern vorbei. Und nicht zuletzt durch eine Pappelallee.

Vorbei geht es an Geinsheim und am Baggersee Kiebert bei heftigem Gegenwind zur Rheinfähre Kornsand. Hier zahlt sich das E-Bike-fahren erstmals richtig aus. Der Turbogang trotzt dem Wind. Kornsand liegt bei Rheinkilometer 481. Hier setzen wir mit der Rheinfähre von Hessen nach Nierstein/Oppenheim in Rheinland-Pfalz über. Auf dem Fährboot haben wir einen tollen Blick auf die Oppenheimer Burgruine Landskrone und die gigantische Katharinenkirche.

In der Nähe der ‚Riesling-City‘ Nierstein finden wir ein perfektes Picknickplätzchen unmittelbar am Rhein und der Hafeneinfahrt nach Oppenheim. Der mächtige Fluss ist hier sehr breit und ausgedehnt und wir freuen uns über den regen Schiffsverkehr stromauf- und abwärts. Plötzlich ein Schrei! Heide, der ultimative Adler-Eintracht-Hardcorefan entdeckt einen riesengroßen Schriftzug ihres Vereins.

Frisch gestärkt geht’s ‚ruff‘ nach Oppenheim. Das Städtchen liegt auf halbem Weg zwischen Mainz und Worms und ist unterhöhlt von Kellergewölben und Gängen. Hier machen sich die E-Bikes mal wieder bezahlt. Mit dem Turbo-Gang kommen wir auf dem historischen Marktplatz an, parken und laufen zur imposanten gotischen Katharinenkirche. Sie liegt hoch über Stadt und dem Rhein und ist corona-bedingt leider geschlossen.

Nun ist Zeit für den Rückweg. Mit der Fähre geht es wieder nach Hessen und über die weiten Felder bei ordentlichem Gegenwind über Geinsheim, Trebur und Niederwald zurück. Bei Groß Gerau entdecken wir Damwild, Graureiher und Störche. Vorbei am Hegbachsee landen wir am Mörfeldener Bahnhof. Gemeinsam warten wir auf meinen Zug nach Frankfurt, der natürlich 25 Minuten zu spät kam.

 

Fazit und TIPP für Wanderer:
Ein toller Ausflug, wunderbare Natur, Rhein-Genuss, ein Gefühl wie Urlaub haben. Sehr zu empfehlen. Am Ende des Tages hatte ich 66,44 km auf dem Tacho.

Rheinterrassenweg von Mainz nach Worms
www.rheinhessen.de/rheinterrassenweg
75 km, in 6 Etappen möglich, da hervorragende Zugverbindungen.

AUSBLICK auf Teil 3 :  Taunus und Ronneburg

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

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