Sonntag, 01.06.25
Das ABlue-Drama
Nach einer ruhigen Nacht đ wache ich bei sonnigem Wetter auf. Mache einen Rundgang ĂŒber den groĂen Platz, finde eine funktionierende Dusche đż und genieĂe mein FrĂŒhstĂŒck auf einer Holzbank mit Meerblick. Gehe nochmal schwimmen đ𩳠und zahle 15âŹ.
Dann starte ich nach Gerace, einem mittelalterlichen StĂ€dtchen, in der die gröĂte und schönste Kathedrale Kalabriens liegt. Unterwegs tanke ich fĂŒr 1,579 âŹ, ein guter Preisâœ
Es geht zĂŒgig voran, bis mich der Warnhinweis âAdbluestand niedrig, bitte auffĂŒllenâ
auf dem Display zum stoppen bringt. đ«· Das Problem: AdBlu am Sonntag zu bekommen, ist nahezu unmöglich, der Tankstellenservice ist an diesem Tag geschlossen! đ
Ganz groĂes AdBlu-Kino!
Jetzt ist guter Rat teuer!  Rufe den ADAC an, muss ein Formular ausfĂŒllen, weil ich im Ausland bin, warte und warte, bis der erlösende Anruf kommt. âDa können wir ihnen leider nicht weiterhelfen, aber sie können bedenkenlos nonch 60 Kilometer fahrenâ, lautet die Antwort. Blutdruck đ °ïž ist hoch, aber kann man machen nix! Ich starte angespannt und drĂŒcke mir die Daumen, dass das gut geht.
Plötzlich erkenne ich neben einer Q8 Tankstelle âœin Monascerate eine ausgefahrene Markise, mehrere Autos auf und einige Italiener an einer CafĂ©bar. Das sieht gut aus, denke ich und halte instinktiv an. Dann kommt die ultimatve Lösung, denn ich entdecke mindestens
20 Zehnliter-Boxen mit Adblue! Was fĂŒr einen Dusel muss man eigentlich haben!?!?!
Ein junger Mann fĂŒllti dasAdBlu auf, ich zahle und schwebe zurĂŒck zu Fiete.
Kann kaum atmen vor Freude đ und Erleichterung.
Dieser zeitaufwendige Akt fĂŒhrt zur PlanĂ€nderung.. đ Deshalb fahre ich in wenigen Kilometern auf den Womostellplatz âArea Camino Mareâ im Nirvana, đ da ich Gerace erst in 50 Kilometern erreichen wĂŒrde.
Ein fantastischer Platz, đđđ nĂ€her am Meer geht nicht und eine sehr nette Betreiberin.đ Stuhl raus, abhĂ€ngen, runterkommen und alles sacken lassen! đ 20⏠fĂŒr diese Traumlage ist voll in Ordnung. FĂŒr die restliche AbkĂŒhlung sorgt ein erfrischendes Bad đđđ€ż im Meer.
Bin wieder happy und freue mich ĂŒber alle GlĂŒcksmomente.đ
Daten:
Start 50871
Ziel 51013
Strecke 142 km
Verbrauch 11,8 Liter
Geschwindigkeit 50 kmh
Fahrzeit 2 Ÿ Stunden
Gerace â Mittelalterliche Stadt der 100 Kirchen
Montag, 02.06.25
Ich stehe frĂŒh bei strahlend blauem Himmel auf. Kein Wölkchen âïž ist zu sehen.
Gehe erst schwimmen đ und frĂŒhstĂŒcke mit Blick auf ein grandioses Meer.
Dann starte ich ĂŒber die KĂŒstenstraĂe Strada Statale 106 nach Gerace. Es ist unendlich viel Verkehr und ich komme nur langsam voran. In Marina di Caulonia fĂŒlle ich mein Urlaubsgeld an einem der wenigen Geldautomaten đ§ auf.
Dann gehtâs auf der kurvenreichen BergstraĂe SP1 vorbei an den AuslĂ€ufern des Nationalparks Aspromonte direkt nach Gerace. Unterhalb des auf einem 500 Meter hohen Felsplateau gelegenen Ortes gibt es sogar einen kleinen Wohnmobilstellplatz đ
mit WC und Waschmöglichkeit!
Das Dorf, das abgeschiedener nicht liegen und malerischer nicht sein könnte, ist Mitglied der Vereinigung der âschönsten Dörfer Italiens.â Ich finde ein liebevoll restauriertes, mittelalterliche StĂ€dtchen vor. Es klebt am Berghang und besitzt die schönste und gröĂte Kathedrale (von 1045) Kalabriens auf der Piazza Tribuna. Leider ist sie derzeit wegen Renovierung geschlossen. Direkt an dem KirchengebĂ€ude klebt die Porta die Vescovi.
Gerace trĂ€gt den Namen âStadt der 100 Kirchenâ, âȘ was mich nicht wundert, denn hier steht tatsĂ€chlich fast an jeder Ecke eine, manchmal erkennt man sie gar nicht. đ€ Fast alle weisen byzantinische Merkmale auf. Von den ehemals 128 Kirchen gibt es heute nur noch magere 17.
Unglaublich: beim steilen Aufstieg ins historische Zentrum ĂŒberholt mich tatsĂ€chlich eine dieser dĂ€mlichen Touristenbahnen! đ Ich schleppe mich weiter Schritt fĂŒr Schritt bis ins âBorgo di Geraceâ und gehe ĂŒber die Via Roma durch das Stadttor âPorta del Soleâ, eines von ehemals Zwölfen. Auf der Piazza del Tocco ist der Teufel los. Erstaunlich viele Bars und Restaurants haben geöffnet. Ich verschwinde in einer hervorragenden, aber völlig ĂŒberfĂŒllten Pistacceria und komme mit einem Eis, einer Granita und kleinen Dolci wieder heraus. Jetzt schnell weg aus dem TouristengetĂŒmmel hier.đââïžââĄïž
Vom Belvedere delle Bombarde an der Stadtmauer genieĂe ich eine traumhafte Aussicht đ ĂŒber die Ebene von Locri bis zum Ionischen Meer. Der Name kommt von den historischen Kanonen, đŁ die dort frĂŒher zur Verteidigung aufgestellt waren. Ich erreiche die prunkvolle âChiesa San Francescoâ. Sie hat einen farbenfrohen barocken Marmoraltar aus dem 17. Jhd. Ich entdecke eine weitere unscheinbare Kirche âSan Giovanellâ aus dem Jahr 1000.
Jetzt knurrt mein Magen und ich finde ein ruhiges, nicht ĂŒberlaufenes, einfaches Restaurant. đšâđł Ich lasse mir Tomaten mit Mozarella schmecken und gehe zurĂŒck zum Womostellplatz.
Das dritte Highlight der CampingplÀtze
Ich starte ĂŒber die SS682 nach Nicotera am Golfo di Gioio zu meinem Ăbernachtungsplatz Camping Mimosa mit Blick auf das Capo Vaticano, checke am spĂ€teren Nachmittag ein und stehe wenig spĂ€ter auf einem hĂŒbschen PlĂ€tzchen zwischen OleanderbĂ€umen in MeernĂ€he. Und nette Nachbarn aus Memmingen und der Schweiz habe ich auch.đđ
Der Strand ist fast menschenleer. Ich aale mich in den schaukelnden Wellen. đ Freue mich sehr ĂŒber den schönen Platz mit Pool, meinem dritten Highlight in Kalabrien, und treffe eine spontane Entscheidung. Morgen gibt es einen Chill-out Tag!! â±ïž
Am Abend beobachte ich mit einer gröĂeren Gruppe von Campern einen traumhaften Sonnenuntergang vor dem aktiven Vulkan Stromboli. đSchmunzelnd bedankt sich eine Schweizerin bei mir: ich hĂ€tte ein wunderbares Fotomodell mit Sonnenuntergang fĂŒr ihre Bilder abgegeben!đ
By the way: der Ătna ist heute wieder ausgebrochen! đ
Mein Tag endet mit GesprĂ€chen und einem erfĂŒllten GefĂŒhl.
Daten:
Start 51013
Ziel 51140
Strecke 127 km
Verbrauch 11,1 Liter
Geschwindigkeit 49 kmh
Fahrzeit 2 œ Stunden
Day-off in Nicotea
Dienstag, 03.06.25
Heute ist mein Day-off. Chillen, baden, sonnen, kochen und einfach mal alle FĂŒnfe gerade sein lassen. đâ±ïžđ Es ist wolkenlos und sehr warm. Ich genieĂe heute den Pool đ und mit meinem direkten Nachbarn spreche ich ĂŒber Olivenöl.đ« Nicht weit von hier â in Limbadi –
gibt es ein sehr schmackhaftes. Also ist morgen Vormittag mein erstes Ziel Limbadi.
Es ist die letzte Möglichkeit, an gutes Olivenöl zu kommen., denn es geht zurĂŒck
nach Sizilien.
