Sonntag
15. Juni 2025
Wetter??? Stabil! ☀️😎☀️Geht doch.
Wir frühstücken gemütlich, stopfen alles rein, was der Kühlschrank noch hergibt, und genießen das teure Markt-Brot. Letzte Aufräumarbeiten laufen Hand in Hand. Unsere Koffer dürfen bis zum Abflug im Appartement auf uns warten!
Der letzte Rundgang durch Riga bricht an.
Wir schlendern durch die Hintergassen, entdecken die alten Speicherhäuser, eine Rockbar, 🎸🎸🎸Ruinen & more. Es geht in Richtung Basteiberg.
Er liegt zwischen Alt- und Neustadt am Stadtkanal. Hier lassen wir unsere Seele baumeln. Der Spaziergang durchs Grüne, die Stille und das Plätschern der Wasserfälle entschleunigt, besonders nach unseren strammen Besichtigungstagen. Wir entdecken Skulpturen und Denkmäler, erklimmen den Gipfel des Hügels, sehen sprudelnde Wasserfälle und Kaskaden, Blumenbeete und kleine Brücken.
Besonders viel los ist am Ufer des Stadtkanals. Hier mieten sich Touristen und Einheimische ein Ruderboot, 🚣 um sanft über das Wasser zu gleiten. Man ist auf jedes Wetter vorbereitet.
Wenige Minuten später stehen wir auf dem Freiheitsboulevard vor dem 42 Meter hohen Freiheitsdenkmal (1935). Es ist äußerst bedeutend für die Letten, denn es steht für Vaterland und Freiheit und richtet sich demonstrativ nach Westen aus. Bewacht wird es von der Ehrengarde, 🪖🪖🪖die stündlich abgelöst wird. In der Nähe steht ein Soldat, der sicherstellt, dass alles korrekt abläuft. Ines verwickelt ihn in ein längeres Gespräch und erhält Antworten auf ihre Fragen. ❓❓❓Im Volksmund heißt die Statue Milda, einmal der beliebteste Mädchenname. Die Letten selbst haben durch ihre Spenden 👛🪙👛🪙 den Bau ermöglicht. Der Boulevard wurde bis 1812 als Exerzierplatz der in Riga stationierten zaristischen Truppen benutzt. Kaum zu glauben, dass im Mittelalter einmal Sanddünen standen!
Ein paar Schritte weiter geht es durch den Esplanadepark zur orthodoxen Geburtskathedrale. Sie ist eines von den vielen Wahrzeichen der Stadt. Der gläubige Zar Alexander II. 🫅 gab zu Sowjetzeiten sein ok für den Bau. Heute strahlen fünf teilvergoldete Kuppeln mit der Sonne um die Wette. Der 43 Meter hohe Glockenturm hat zwölf 🔔🔔🔔🔔🔔🔔🔔🔔🔔🔔🔔🔔Glocken. Das Kirchengebäude blinkt in strahlendem Weiß und im Inneren ist das Gotteshaus prunkvoll ausgestattet.
Die Uhr ⏱️bestimmt jetzt unser Tun. Es geht zurück in die Altstadt auf den Livenplatz. Hier findet unser Riga-chill-out bei herrlichster Sonne statt – natürlich (für mich) mit einem Aperölchen 🍹.
Birgit muss sich heute im Schokoladengeschäft 🍫für ihre Mitbringsel entscheiden und im Touriladen des Schwarzhäupterhauses kaufen wir für „echte Männer“ den für Lettland bekannten „Rigaer Schwarz-Balsam“. Das ist ein traditioneller, hochprozentiger Likör, der aus Kräutern, 🌿🌿 Blüten🌸🌸🌸, Ölen 🛢️und Beeren 🫐🫐🫐 hergestellt wird.
Dann ist es soweit. Wir müssen die Koffer 🧳🧳🧳aus dem Apartment holen. Auf dem Weg zum Flughafenbus sagen wir Adieu 👋 vor dem Rigaer Katzenzeichen. Wir liegen gut in der Zeit und haben ‚ne Menge Zeit. Diese nutzen wir, um über das Ziel für unseren nächsten Tripp zu sprechen. Schnell ist Malaga im Gespräch.
Ines Flug nach Düsseldorf startet pünktlich, der Frankfurtflug verspätet sich um schlappe 45 Minuten. 🙈🙈
Diesmal werden wir von zwei Männern abgeholt, Birgits Mann und Birgits siebzehnjähriger Sohn, der uns sehr sicher nach Hause bringt.
Mein Fazit:
Das konstant sonnige Wetter hat es mir leichter gemacht, mich mit der Stadt anzufreunden. Die Altstadt ist ein Traum, aber sobald man durch die Nebenstraßen streift, gibt es unzählige verfallene Häuser. Meine Freundinnen haben mir den Aufenthalt versüßt. Vier Tage waren meines Erachtens fast zu viel, zwei Tage hätten gereicht. Spontan muss ich jetzt an Barcelona denken …….
Wir haben uns die Stadt mit etwa einer halben Millionen Touristen pro Jahr geteilt. Zum Vergleich sind es in Venedig mehr als 15 Millionen!!
Das bedeutet aber auch: Die Stadt drängt sich nicht auf. Es gibt keine Must-sees im Minutentakt, sondern Platz für langsames Entdecken. Alles wirkt gut dosiert. Keine Großstadt, die sich selbst inszeniert. Sondern eine Hauptstadt, die Platz lässt für echte Momente, gute Gespräche und stille Ausblicke.
Das in Riga mehr als 40% Russen leben habe ich nicht gewusst. Aber politisch ist Lettland mehr als westlich orientiert. Heute weiß ich noch nicht, ob ich Riga ein zweites Mal besuchen möchte. Eher nicht, denke ich. Und trotzdem war es eine erfreuliche Zeit, die ich nicht missen möchte.
