Donnerstag, 29.05.25
Ich wache auf und es regnet leicht.đŠïž
Nach einem gemĂŒtlichen FrĂŒhstĂŒck starte ich am spĂ€ten Vormittag in das acht Kilometer entfernte Amantea, das an den AuslĂ€ufern des Silogebirges liegt. â°ïž Die Stadt wird von den Turmruinen einer byzantinischen Burg ĂŒberragt. Ich finde in der Neustadt an der HauptstraĂe einen Parkplatz. đ
żïž Von hier starte ich mit meinem Regenschirm.â
Amantea ist kein klassischer Postkarten-Ort, sondern eher ein echtes StĂŒck SĂŒditalien.
Die KĂŒstenstadt ist zweigeteilt. Der moderne Teil – Touristenort und StrĂ€nde – liegt entlang
der KĂŒste und direkt am Meer. đïžđŠ Mein Interesse gilt dem historischen Teil des Ortes,
dem verwinkelten Centro Storico, der sich auf einem HĂŒgel dicht an die zerklĂŒfteten Klippen schmiegt.
Ich laufe per pedes đŁ ĂŒber steile Treppen und steingepflasterte Wege stetig nach oben.
Es scheint, als wĂ€re ich alleine hier. đ€·ââïž Noch bin ich Niemandem begegnet. Cool, das bedeutet, ich bin mal wieder jenseits der „normalen“ Touristenwege unterwegs. Dann ist es soweit: ich genieĂe sagenhafte erste Blicke auf die roten DĂ€cher der Neustadt und die KĂŒste.
Es hat aufgehört zu regnen und die Sonne kommt zum Vorschein. đ€ïžIch entdecke die kleine Bar âOsteria San Francescoâ, bestelle einen CafĂ© Americano â und esse ein Bucconotto, eine SpezialitĂ€t aus der Region. Die junge Bedienung möchte unbedingt Deutsch mit mir sprechen, denn sie hat einen A1- Abschluss in der Tasche! đ Es klappt sehr gut.
Nach dieser kleinen Pause starte ich in Richtung Castello, steige aber nicht weiter hinauf, sondern schlendere noch ein bisschen durch die Gassen, zur Kirche Ciesa della Madonna del Carmine âȘ und zum Aussichtsbalkon, um die grandiosen Blicke auf die Stadt bei Sonne und in aller Ruhe zu genieĂen. Durch eine von einem Steinbogen ĂŒberspannte Gasse laufe ich zurĂŒck in die Neustadt und starte ins 65 Kilometer entfernte Diamante, Stadt der Murales.
Die SS 18 fĂŒhrt am Meer entlang. Wunderschön!! Manche Dörfer kleben an den BerghĂ€ngen, manche liegen unmittelbar am Strand oder stapeln sich eng an- und ĂŒbereinander. Denn im Hinterland geht es schnell bis auf 1000 Meter Höhe.đïž
Der Campingplatz âVillaggio Tropical Diamanteâ iđđïž st ein absoluter GlĂŒcksgriff!
Er liegt unmittelbar am Meer der âKĂŒste des Cedrosâ, 700 Meter von der Altstadt entfernt.
Am Check-In begrĂŒĂt mich der Chef persönlich. Freie PlĂ€tze sind knapp, aber es gibt noch ein PlĂ€tzchen in vorderster Reihe fĂŒr mich! đđ Was will ich mehr!  Sonne, warm, Blick aufs Meer, Salzluft und schaukelnde Wellen. Mehr braucht es nicht, um mich glĂŒcklich zu fĂŒhlen.
Zeit fĂŒr einen Spaziergang đ¶ââĄïžđ¶ââĄïžđ¶ââĄïž in die Altstadt. Haupteinnahmequelle ist der Tourismus.
Im Juli und August werden Strand und Ort von FeriengĂ€sten ĂŒberflutet sein.
Auf meinem Weg parken drei Reisebusse am âLido Luna Rossaâ. Die ca. 150 Touris haben sich Gott sei Dank đ im Hotel verrammelt. Alles ist bereits vorbereitet auf die Saison,
der Strand ist geschniegelt und gestriegelt. đïž
Dann beginnt der schöne und breite Lungomare von Diamante. Ăber eine BrĂŒcke geht es hinauf zur Altstadt. Es ist ruhig, denn in der Vorsaison ist kaum etwas los. Viele GeschĂ€fte haben geschlossen und nur einige Restaurants und Bars haben geöffnet. Ich möchte mir nicht vorstellen, đ wenn es im Hochsommer vor Touris strotzt, und genieĂe deshalb in Ruhe geniale Ausblicke auf Meer und KĂŒste.đ
Weil die KĂŒche kalt bleibt, gehe ich Pizza đ essen, trinke ein Aperölchen đčmit NĂŒssen und Chips und treffe hier meine Schweinfurter Campingnachbarn. Danach mache ich mich auf die Suche nach den gut 200 âMurales di Diamanteâ (Wandbilder), fĂŒr die Diamante bekannt ist. 1981 gestalteten ca. 80 KĂŒnstler đŒïžđïžmit der âOperation Muralsâ eine wahre Freiluft-Kunstgalerie an den HĂ€userwĂ€nden. Seitdem ist der KĂŒstenort die meistbemalte Stadt in Italien. đ
Es wird langsam dunkel. Ich genieĂe die AbenddĂ€mmerung und laufe gemĂ€chlich zum Campingplatz zurĂŒck. Die Touris der drei Reisebusse lĂŒmmeln sich mit vollgeschlagenen BĂ€uchen im Foyer der Hotelanlage. đ„©đđ„đ„đ„Šđ«đ
Es ist fast 20 Uhr, ich sitze drauĂen in meinem Campingstuhl, schaue aufs Meer und beobachte den grandiosen Sonnenuntergang đ
ĂŒber der vorgelagerten Insel Cirella.
Wer stört da plötzlich?? Es ist einer von den Schweinfurtern. Er möchte mir morgen FrĂŒhstĂŒcksbrötchen vom BĂ€cker mitbringen. Wie cool ist das denn! đ Das Angebot nehme ich dankend an und verschwinde kurze Zeit spĂ€ter im Bett.đ
Wieder geht ein extrem toller Tag zu Ende.
TrĂ€ume von morgen, da gehtâs durchs Landesinnere an die OstkĂŒste Kalabriens.âĄïž
Daten:
Start 50478
Ziel 50567
Strecke 89 km
Verbrauch 12,8 Liter
Geschwindigkeit 49 kmh
Fahrzeit 1 Ÿ Stunden
