Punta Barccetta, Baden im Meer und Glanz für Fiete  

Montag, 19. Juni 2017
Zahlen – Daten – Fakten

Werde früh wach, denke sofort an einen ruhigen Strandspaziergang und bin enttäuscht. Das Tor zum Strand ist um halbacht noch geschlossen. Ich genieße deshalb die Ruhe auf der Womo-Terasse, die sachten Wellen, die Frühsonne, die Stille und wecke meinen Träumer. Ich habe großen Kaffeedurst. Die Bucht mit ihrem kristallklaren türkisfarbenen Wasser liegt uns zu Füßen. Der goldfarbene feine Sandstrand erwacht gemächlich zum Leben. Mit einem herrlichen Frühstück läuten wir unseren vorletzten Tag auf ‚La bella Sicilia‘ ein. Klaus gefällt es hier so gut, dass er einen ‚Genießertag‘ auf dem Campingplatz vorschlägt. Einverstanden!

Wir trödeln. Kurze Zeit später zieht uns das Meer magisch an und wir stürzen uns in die Wellen. Die Sonne scheint, die Wolken von gestern Abend haben sich verzogen, die Wellen glänzen und die frühen Strandgänger haben ihr Refugium abgesteckt. Ich staune, denn die Sonnenschirme vom Bagnio Camping ‚Luminosa‘ haben die Farbe gewechselt! Gerade habe ich noch ein Foto mit blauen Schirmen gemacht, nun strahlen sie in Sommer-Sonnen-Farben. Ganz großes Farben-Kino!
Es entwickelt sich ein typischer Strand-Camping-Tag, den wir genüsslich zelebrieren. Dabei handelt es sich um einen frankfurterischen ABC-Tag: abbuzze – bade – chille.

Klaus ist für’s Abbuzze zuständig. Fietes Außenhaut hat durch die Fahrten quer durch die Regionen Siziliens schwer gelitten, hat Mückenkadaver gesammelt, eine Staubschicht angesetzt und er hat seinen Glanz verloren. Stunde um Stunde wienert Klaus gemächlich alle Seiten. Immer wieder legt er ein Päuschen ein, was wir zum gemeinsamen Schwimmen nutzen. Es ist früher Nachmittag und das Wasser in der Bucht schwabbert  ruhig auf und ab. Ich kühle mich ein x-tes Mal ab und mache einen kurzen Strandspaziergang Richtung Torre. Außerdem will ich wissen, wie sich der Camping Luminosa in den letzten sieben Jahren entwickelt hat. Bei meinem ersten Besuch, 2010, hatte er gerade erst eröffnet. Ich entdecke eine kleine Trattoria am Ende der Bucht.

‚Abbuzze – bade – chille‘ macht Appetit. Ich lasse den Kochlöffel in der Schublade und schlage vor, in der Trattoria ‚Lo Chalet‘ ein kleines Lunch bei sizilianischem Bier einzunehmen. Klaus ist einverstanden und legt seine Abbuzz-Utensilien kurz aus der Hand. Keine zehn Minuten später chillen wir auf der Terrasse der Bar und beobachten die heranziehenden dunklen Wolken. Auf der schräg gegenüberliegenden Landzunge mit dem Torre entdecke ich einen weiteren Campingplatz. Dadurch ist der Weg zur Spitze und ein Blick um die Ecke leider versperrt. Das Essen ist ganz ok, der Preis aber pure Abzocke. Fürs coperto (Besteck und Serviette) verlangen sie hier satte 5€uronen! Na sauber.

Ich veröffentliche zwei Blogbeiträge, lasse mich von Klaus‘ Aktivitäten rund um Fiete anstecken und kümmere mich um sein Innenleben. Wir trinken gemütlich Kaffee und halten ein Schwätzchen mit unserer Nachbarin, einer ‚Kasselanerin‘, die uns einen Tipp für das leckerste Eis überhaupt gibt.
Luigi, ein Strandeisverkäufer kommt jeden Tag gegen halbfünf mit lauter Musik, klingelt und verkauft seine Köstlichkeit. Auch heute, allerdings ist er nach wenigen Minuten schon wieder verschwunden. Nicht genug Kunden am Strand. Sehr schade. Ein leckeres italienisches Chill-Eis wäre jetzt das I-Tüpfelchen des Tages gewesen.

Mittlerweile hat sich der Himmel zugezogen, im Landesinnern hängen tief dunkelgraue Wolken, es bleibt bei 26 Grad. Ich kaufe beim Conad-Market Leckereien für heute Abend, erfahre hier, dass in Santa Croce ein starkes Gewitter mit Starkregen tobt und bekomme davon einige erfrischende Regentropfen ab. Für die Küste war‘s das auch schon.

Wir lesen, bloggen, buzze und gehen gegen 5 Uhr  – der Himmel hellt schon wieder auf – erneut ins Meer. Wir grillen, die Wolken lösen sich mehr und mehr auf, die Sonne kommt zum Vorschein und zaubert einen wunderbaren Sonnenuntergang am Horizont. Wir stehen still auf der Aussichtsterrasse, genießen die Meerluft, spüren die schlafen gehende Bucht und reflektieren den ABC-Tag. Die nervigen Fliegen sind verschwunden und wir zelebrieren den Abend auf der WOMO-Terrasse bis Mitternacht.

Die Sterne sind wieder da!!!

 

 

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