Die Outdoor-Hanse-Stadt Lübeck

Moin, moin.
Geschlafen wie die Murmeltiere und von der durchs Dachfenster blinzelnden Sonne geweckt worden. Schnell schauen, ob sie tatsächlich so genial vom Himmel lacht, wie gestern. Richtig! Es ist und wird ein toller sonniger Tag. Und das ist gut so, denn heute ist ‚100 Prozent Outdoor‘ angesagt. Wir werden Lübeck kennen lernen. Nach dem grandiosen Opening gestern mit dem Holstentor und seinen 3,50 Meter dicken Mauern sind die Erwartungen auf der nach oben offenen Richterskala immens.

Erste Outdoor-Aktion war ein wunderbar entspanntes Frühstück auf der Wiesenterrasse vor unserem Nobel-Hotel: Käffchen, allerlei Schmackhaftes, Nüsse, Yoghurt, Erdbeeren und vieles mehr. Dazu Reiselektüre schmöckern und kurz den Blog prüfen. Alles ist fein.

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Die zweite Outdoor-Aktion ist mal wieder der WaPu gwidmet. Klaus hat einen Campinghändler ausgemacht, bei dem er erstens die gepumpte Sicherung des Mitcampers erstehen und zweitens einen ‚Zehnerblock‘ Sicherungen für die Werkzeugkiste besorgen kann. Er wird das Gefühl nicht los, dass die WaPu ihn nicht loslässt! Er schnappt das Radl und düst los. Leider erfolglos, denn gerade an den Wochenenden mit Brückentagen, wo jeder Camper unterwegs auf Reisen ist, nimmt man sich als Unternehmer gerne selbst mal einen freien Tag! Aber der Marzipanliebhaber Klaus entdeckt 300 Meter weiter den Fabrikverkauf des berühmten Cafés Niederegger, Lübecks heimliches Wahrzeichen. Niederegger stellt seit 200 Jahren feinstes Marzipan her. Allein in der Weihnachtszeit produziert das Unternehmen 30 Tonnen davon!!! Klaus kauft eine Tüte „Bruch“ und findet auf dem Rückweg eine Werkstatt mit WaPu-Sicherungen! Erstes Outdoor-Manöver erfolgreich abgeschlossen. Gratulation.

Lübecker Marzipan erstanden

Lübecker Marzipan erstanden

Das Gold des WOMOs : WaPu-Sicherungen

Das Gold des WOMOs : WaPu-Sicherungen

Die Hausherrin chillte derweil ordentlich weiter, hypnotisierte die Sonne und bereitete alles für den nächsten Outdoor-Trip, die Stadtbesichtigung, vor. Rauf auf die Räder, rein in die Stadt, rüber über die Puppenbrücke und runter vom Sattel. Erstes Ziel eine Rundfahrt mit der offenen Barkasse auf der Trave, welche die Altstadt komplett umschließt. 12 Euro pro Person für eine Stunde Fahrt fanden wir ok. Und es war herrlich. Die Königin der Hanse zieht gemächlich an uns vorbei, wir genießen Sehenswürdigkeiten, Sonne, Wind und Wasser und viele Informationen.

Barkassenfahrt auf der Trave

Barkassenfahrt auf der Trave

Outdooraktivitäten ohne lässige Shorts macht kaum einen Sinn. Die Sonne brennt vom Himmel und wir sind viel zu warm angezogen. Da ich die kurzen Hosen kurzerhand im Schrank zu Hause zurückgelassen habe, kauft Klaus sich ein Outdoor-Höschen. Und schon stehen wir erneut auf dem Marktplatz vor dem Rathaus mit den Arkadengängen, dem Langen Haus und dem Kriegsstubenbau. Leider ist Renovierung angesagt und das stört die Fotos!

Lübecks Rathaus mit Marktplatz und Cafe Niederegger

Lübecks Rathaus mit Marktplatz und Cafe Niederegger

Wie wir so unser nächstes Ziel suchen, spricht uns eine nette Dame an und fragt, wo wir denn hinwollten. Sie sei Stadtführerin und kann uns helfen. Mit weiteren Tipps schlenderten wir zu St. Marien, einer Kathedrale der Superlative. Das Mittelschiff ist 40 Meter hoch und das höchste, dass je aus Backsteinen gebaut wurde. Und auf den alten Gemäuern sitzt mein Bruder: ein kleiner goldener Teufel!!

Zwei Teufel unter sich

Zwei Teufel unter sich

Zeit für ein ‚Duckstein‘ und ein Päuschen war angesagt. Gestärkt nahmen wir die nächste Outdoor-Besichtigung in Angriff. Vorbei an zahlreichen Bürgerhäusern mit ihren typischen Giebeldächern, am 500 Jahre alten Haus der Schiffergesellschaft erreichten wir das Heiligen-Geist-Hospital mit seinen fünf schlanken Türmen. Es gehört zu den ältesten Hospitälern Europas und wird seit 750 Jahren!!!! als Altenheim genutzt. Und in die Jakobikirche, der Kirche der Seefahrer und Fischer, sind wir gerade noch vor Toresschluss hineingeschlüpft. Sie ist als einzige im Krieg unbeschädigt geblieben und birgt zwei mächtige alte Orgeln in sich.

Das Heiligengeist-Hospital, seit 700 Jahren Altenheim

Das Heiligengeist-Hospital, seit 700 Jahren Altenheim

Duckstein stillt den Durst, macht aber Hunger. Also nichts wie runter an die Trave zur besten und bekanntesten Fischbude Lübeck’s. Hier ist immer was los, und frischeren Fisch bekommt man nirgends. Wir genießen eine Fischfrikadelle und Knobi-Scampis direkt gegenüber der Hafenschlampe.

Lübecks beste Fischbude an der Untertrave

Lübecks beste Fischbude an der Untertrave

Die Hafenschlampe

Die Hafenschlampe

Es gibt so viel zu sehen, dass wir aufpassen müssen, nicht ‚overloaded‘ zu werden. Die Backsteinhäuser mit den unterschiedlichsten Giebeldächern und Mustern haben es uns angetan. Das älteste Hotel (1260) ist schief und krumm, aber wunderschön. Es reihen sich Patrizierhäuser aus dem 16. Und 17. Jahrhundert wie Perlen aneinander und hinter den sogenannten Gängen oder Gangvierteln verbergen sich versteckte Wohnbereiche mit wunderschönen Hinterhöfen. Aus den 180 Gängen Ende des 17. Jahrhunderts sind heute noch 90 übrig.

Wir lassen den Spätnachmittag am Ufer der Trave bei einer Wein- und Rhabarberschorle und angenehmer Abendsonne ganz langsam ausklingen. Zurück beim Urlaubären bereiten wir unsere letzte Outdoor-Aktivität vor: Ein Abendessen mit Spargel und Erdbeeren, im Hintergrund leuchtet orangefarben die untergehende Sonne. Wir genießen…….
Was für ein Tag! Noch finden wir nicht die Zeit, uns auf Hamburg zu freuen, das Erlebte war zu schön, um direkt zum nächsten überzugehen. Aber träumen ist schon erlaubt. Es ist sternenklar.

Kategorie Reiseland Deutschland

Besuche meinen Reiseblog www.amliebstenweg.de Ich bin leidenschaftliche Camperin und seit Neuestem auch Wanderin. Außerdem mag ich Radfahren und noch vieles mehr. Gebürtig komme ich aus Rheinlandpfalz, habe einen erwachsenen Sohn und zwei süße Enkelkinder. Mein Lebensmotto ist "Lachen, Leben und Lieben". Ich freue mich jeden Tag auf neue Erlebnisse, kleine oder große. Du bist herzlich eingeladen, sie mit mir zu teilen!

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