Staus, Schwachsinn und Service-Mangel

Freitag, 2. Juni 2017
Zahlen Daten Fakten

Menno, hab ich in der Nacht schlecht geschlafen!
Dennoch bin ich fit, als wir unser letztes Frühstück ‚zu Hause‘ einnehmen.
Der Arbeitnehmer hat sich kurzfristig nun doch für die stressfreie Fahrt mit der Deutschen Bahn nach Freiburg im Breisgau entschlossen. Wir haben es nämlich auf den Autobahnen heute nicht nur mit einem schnöden Pfingstwochenende zu tun. Nein, Baden-Württemberg leistet sich 14 Tage Pfingstferien. Und die beginnen heute. Das gibt ein ganz großes Autobahn-Kino. Wetten?

Ich beeile mich, packe die restlichen Sachen zusammen, kaufe ein, spiele Lotto, verpacke alles gut im ‚Fiete‘ und starte um viertel nach 2 bei schwülheißem Wetter – es ist 31 Grad und windlos – Richtung Autobahn Basel. Ich bemerke die Nervosität unter den Autofahrern, es wird gehupt und die Spuren werden gewechselt, wie die Hemden. Es ist voll auf Frankfurts Straßen. Ich will entspannt sein.

Auf der Autobahn kurz vor Darmstadt fahren wir maximal 80, bis Bickenbach brauche ich fast eine Stunde! ‚Das kann ja heiter werden‘, denke ich, und verdränge meine gedanklichen Staubefürchtungen, als ich plötzlich mitten drin stecke. Der knackige 9-km-Stau ist auf einen Lastwagenunfall in einer Baustelle bei der AB-Gabelung Mannheim-Ludwigshafen zurückzufuhren. Ab Heidelberg läuft’s …. bis ca. 20 Kilometer vor der Fächerstadt Karlsruhe. Es ist schon 16 Uhr! Während ich mich mühsam Zentimeter um Zentimeter vorwärts quäle, sehe ich den Grund für diesen 8-Kilometer-Stau: eine blinkende Warntafel zeigt das Wort UNFALL!  Kurze Zeit später bin ich mehr als sprachlos. Man tauscht die Leitplanken aus…. Am Freitagnachmittag…..Mitten im Pfingstverkehr…..genau zum Ferienbeginn!!! Wie blöd ist das denn!?! Richtig ärgerlich aber macht mich die ‚Ich-verkaufe-dich-für-blöd-Mentalität‘. Ich will weiterhin ruhig und entspannt sein. Was der Arbeitnehmer im Zug kann, muss für die Rentnerin auch gelten!!!

Meine Navi-Schrapnelle erklärt mir zum Xten Mal ‚Sie nähern sich einem Stau‘, obwohl keiner in Sicht ist, oder ich bereits mitten drin stecke. Ich bleibe noch ruhiger. Wahrscheinlich bin ich müde, denn wie gesagt, hab‘ ja schlecht geschlafen. Nach zwei Fahrtstunden bin ich satte 140 Kilometer weiter. Herzlichen Glückwunsch. Die Stauampel ist dunkeldunkelrot.

Irgendwann hinter Rastatt lasse ich Fiete mit 140 laufen. Nach genau 4 ¼ Stunden fahre ich auf den Stellplatz Freiburg, checke ein, kaufe ein W-Lan-Ticket und entdecke den Arbeitnehmer, wie er entspannt zum Wohnmobil schlendert.

Wir tauschen unsere Erlebnisse aus und fahren tanken. An der Supermarkt-Kette REAL gibt’s den nächsten ‚Das-glaub-ich doch-jetzt-nicht-Schock. Ich stehe noch in der Warteschlange, als plötzlich die Rolläden des Kassenhäuschens runtergehen und die Zapfsäulen ihren Dienst einstellen. Punkt 20 Uhr und keine Sekunde länger!! Jetzt bin ich nicht mehr ruhig und schon gar nicht entspannt. Mehr erzähle ich nicht.

Wir finden eine andere Tankstelle und nehmen danach unser Dinner bei angenehmen Temperaturen auf der Womo-Terrasse ein. Die Unwettervorhersage für Freiburg trifft nicht ein und so genießen wir den ersten Urlaubsabend bei lesen und bloggen. Der Weg ist das Ziel.

 

 

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