Klaus‘ Wohnzimmer – Porlezza am Luganer See

Donnerstag, 22. Juni 2017
Zahlen – Daten – Fakten

Der Umbau auf dem Campingplatz in Firenze macht Fortschritte. Der Lärm der Baumaschinen und das parlare der Bauarbeiter wecken mich. Kurz darauf höre ich, wie den Soldaten in der nahe gelegenen Kaserne der Zapfenstreich geblasen wird. Es ist Punkt 8 Uhr. Ich stehe auf und nutze die Zeit, um Texte in der herrlichen Morgensonne zu vervollständigen. Eine Stunde später richtet Klaus das Frühstück. Die Sonne knallt vom Himmel und es ist schwül.

Wir starten um halb 12 nach dem Motto ‚Der Weg ist das Ziel‘ zu unserer nächsten Etappe, Porlezza am Luganer See. Fiete braucht dringend Diesel, was wir an zwei unterschiedlichen Tankstellen erledigen. Das liegt daran, dass fast jede Tankstelle anders funktioniert, mal mit EC-Karte, mal gegen Vorauskasse, mal nur mit Kreditkarte, mal nur mit Ansage an den Tankwart, mit Service, ohne Service usw. Die Möglichkeiten sind unerschöpflich, die Anweisungen auf bestem Italienisch und Klaus‘ Nerven nicht immer die Besten.

Gegen 12 Uhr sind wir auf der Strada del Sole. Es hat den Anschein,  die LKWs von gestern haben allesamt  in unserer Nähe übernachtet und nur darauf gewartet, uns zu ärgern. Dadurch, dass es Richtung Bologna stetig aufwärts geht, schnaufen sich die Brummer alle hintereinander die Autobahn hoch, überholen trotz Verbot kilometerlang und sorgen für stopp & go. Die Schrappnelle bringt es auf den Punkt: Sie berechnet mal so eben 7 Stunden Fahrzeit!!! Ganz großes Zeitkino!!! Mir verschlägt es die Sprache, Klaus fällt die Kinnlade runter. Richtung Bologna wird unsere ganze Konzentration verlangt, es führen plötzlich zwei unterschiedliche Spuren in die gleiche Richtung. Welche nehmen? Wir entscheiden uns für die Linke und das ist gut so. Hier sind Laster verbannt!  Um halb 2 zeigt Fiete 36 Grad Außentemperatur an.

Das wunderschöne Hügelland hört kurz vor Bologna schlagartig auf und wechselt in eine gähnend langweilige Aussicht links und rechts der Autobahn ‚Modena-Parma-Milano‘. Kurz vor den Tangenzialen von Milano können wir die Bergketten im Nachmittagsdunst erahnen. Fiete schnapst unterwegs und hat jetzt 44.444 Kilometer auf dem Buckel. Der Verkehr um Milano herum läuft super, und ich habe nichts zu  mobbern.

Wir kommen um ¼ vor 5 in Porlezza auf ‚unserem‘ Camping Darna an. Entgegen unserer Annahme ist er nicht ausgebucht und wir bekommen sogar ein Plätzchen direkt am See. Klaus ist glücklich, ich auch. 34 € sind ein stolzer Preis, aber für diese Lage und all inclusiv ist das mehr als gerechtfertigt.

Wir richten uns ein, Klaus fühlt sich pudelwohl – er ist in seinem Wohnzimmer!  – und wir genießen das Berg-See-Panorama bei einem kühlen Bierchen. So gestärkt geht’s rein in den See. Der Lago di Lugano hat eine wunderbare Temperatur. Draußen hat es 31 Grad, aber es ist Gewitterstimmung. Ein Blitz, zweimal Donnerrollen, einige Regentropfen und das war es auch schon.

Wer geht da baden

WiFi funktioniert hier bestens am Platz, Klaus nutzt das, um zu arbeiteten und ich veröffentliche zwei Blogbeiträge. Kurz vor Mitternacht schnappen wir unsere Stühle und setzen uns direkt ans Wasser. Wir genießen die Stille, das nächtliche Panorama und die wunderbare laue Luft.

Gerade jetzt ist es wieder sternenklar.

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