Samstag
14.06.2025
Wow, das Wetter ist stabil! Sonne pur. ☀️
Nach dem Frühstück ohne knusprige Brötchen 🙈🙈🙈 geht es zunächst auf die Halbinsel Kipsala. Hier wohnt die Oberschicht Rigas. Wir haben Mühe mit dem Laufen auf der total unebenen Kopfsteinpflastergasse. Der Blick auf die Skyline Rigas und die Natur um uns herum ist wunderschön. Wir bestaunen die typischen Holzhäuser, die sich hier – oft mit schäbigem Charme – aneinanderreihen. Zwischendrin stehen die Villen der Reichen. 🤑
Nach einem langen Spaziergang nehmen wir die Öffis 🚌 und fahren in den Stadtteil Pardaugave. Samstags findet hier ein traditioneller Straßen-Handwerksmarkt statt. Lettische Bauern bieten ihre Waren feil und kochen lettische Leckerbissen. ☺️
Wir steigen aus dem Bus falsch aus, und laufen auch noch ein ganzes Stück in die falsche Richtung. Glücklicherweise 🍀 treffen wir auf eine ältere Dame mit guten Englischkenntnissen, die uns auf dem langen Weg zum Markt begleitet. Er ist recht klein und die Preise 🪙🪙🪙 liegen deutlich höher, als im Zentralmarkt. Ines entdeckt ein knusprig aussehendes Brot 😮 und kauft es. Ein so teures Brot habe ich schon lange nicht mehr besorgt! 🙈 Außerdem gibt es im Kalnciems-Viertel zahlreiche restaurierte Holzhäuser aus dem 19. Jhd.
Jetzt nehmen wir den Bus zur Dreifaltigkeitskirche, einem farbenfrohen 🏳️🌈 Gotteshaus im russischen Barockstil. Wegen einer Beerdigung dürfen wir die Kirche leider nicht betreten. In der Nähe entdecken wir ein kleines Café ☕ und beschließen, ein Päuschen einzulegen. Die Kellnerin hat mehr geschlafen als bedient. Wir warten lange auf der Terrasse und werden von aggressiven Spatzen 🐦 umlagert.
Und jetzt geht es in die Neustadt zum Highlight des Tages in das Viertel „Stilles Zentrum“, der Metropole des Jugendstils! Rund 800 Häuser und deren Fassaden begeistern mit wilden Löwen, Drachen, barbusigen Frauen und bärtigen Männern. Der Überfluss an Dekoration ist unfassbar! 😮😮😮 Auf der kurzen Alberta iela erreichen die prunkvollen Häuser ihren Höhepunkt. Im Jugendstilmuseum finden wir ein imposantes Treppenhaus und in der Elisabethstraße Pflanzenranken, geometrische Ornamente, Skulpuren der Medusa und vieles mehr. Wir knipsen uns begeistert durch diese Vielfalt.
Der nächste Punkt auf unserer To-Do-Liste ist die Akademie der Wissenschaft, im Volksmund abwertend „Stalins Geburtstagstorte“ 🎂 oder „Zuckerbäckerstil“ genannt. Ein Blick von unten nach oben direkt vor der „Stalinkathedrale“ zeigt, wie gewaltig dieser Bau ist. Nach dem Willen Stalins sollte ein »Haus der Kolchosenbauern« entstehen. Doch der Terrorherrscher starb und der neue Machthaber Chruschtschow meinte, dass die Kolchosenbauern besser auf dem Lande aufgehoben sind, während sich der Bau eher für die Wissenschaft eignet.👩🏫
Jetzt geht es ins Speicherviertel „Spikeri“. Hier liegen das einzige fast komplett erhaltene jüdische Ghetto Europas und die ehemaligen Speicher. Leider hat das Museum heute geschlossen. Riga war das Zentrum jüdischen Lebens in Lettland. Mit dem Einmarsch deutscher Truppen im Juli 1941 wurde die Stadt zum Zielort von Deportationen und zum Tatort nationalsozialistischer Vernichtungspolitik. Angehörige von SS, Polizei und Wehrmacht ermordeten fast alle lettischen, deutschen, österreichischen und tschechischen Juden. 🪦Überlebt haben nur wenige. Die „Roten Speicher“ im russischen Stil – ehemals Warenlager – sind heute zum großen Teil denkmalgeschützt. Hier ist das Museum „Rigaer Ghetto“ untergebracht.

Die Laima-Uhr
Unser Rückweg führt uns zur Laima-Uhr. 🕰️ Seit 1930 ist sie mit dem Markenkennzeichen des lettischen Süßwarenhändlers versehen. Ursprünglich sollte die Uhr „Malocher“ motivieren, damit diese nicht zu spät zur Arbeit kommen.
Wir trinken im Hotel Pullmann noch ein Aperölchen 🍹🍹🍹und entscheiden, später das Abendessen in der City einzunehmen. Wir lassen uns hervorragendes Steak und Burger 🥩🍔 munden.
Und weil es morgen schon wieder in die Heimat geht, packen wir vor und räumen schon mal auf. Danach geht’s ab ins Bettchen.
