Nach Füssen großes Drama auf den Autobahnen

Freitag, 5.7.2019

Seit Tagen packe ich Fiete II und es will kein Ende nehmen. Heute verstaue ich die restlichen Sachen und starte kurz nach 12 in Richtung Weilburg zu Freunden. Eine Stunde später sitze ich im wunderschön bunt blühenden Garten, es ist warm und sonnig. Wir unterhalten uns intensiv, trinken Käffchen, später essen wir einen wunderbaren Salat und um kurz nach 15 Uhr mache ich mich gestärkt auf die Reise.

Ich fahre über die Anschlussstelle Limburg  – kleiner Umweg – auf die A3 weiter nach Rüsselsheim, dann auf die A67 Richtung Mannheim, weiter auf die A6 Richtung Heilbronn und die A7 über Ellwangen, Neu-Ulm, Kempten bis zu meinem ersten Etappenziel, der Stadt Ludwigs II, nach Füssen.

Und dann geht das Theater los! Riesenbaustelle bei Heilbronn, dreispurig Stopp & Go, ca. eine unendliche dreiviertel Stunde lang, und danach bei Kirchheim ein Unfall, so dass nur eine der beiden Spuren befahrbar ist, wieder eine dreiviertel Stunde Rumgezuckel. Der Hammer aber kommt kurz vor Ellwangen. Etwa 300 Meter vor mir ist ein Laster umgekippt und versperrt beide Fahrspuren. Sofortiger Stillstand, nix geht mehr, eine Völkerwanderung auf der Autobahn setzt ein, einer informiert den anderen über den Stand der Dinge und lange, lange Zeit bewegt sich null-Komma-nix! ‚Stunden später‘ kommen endlich ein Abschleppwagen, ein Krankenwagen, ein Feuerwehrauto und das alles überwacht ein ADAC-Hubschrauber.

Ich füge mich in die Situation, irgendwie, verspeise meinen Kartoffelsalat, esse ein riesengroßes TWIX für meinen dicken Hals, hole mein Nackenhörnchen und lehne mich mehr oder weniger bequem zurück. Ab und zu checke ich die Lage mit dem linken Auge, aber es tut sich nichts. Aus Frankfurt erhalte ich per WhatsApp den Rat: ‚Halte durch, Du schaffst das!‘ Plötzlich klopfen die beiden Frauen aus dem Auto vor mir an meine Scheibe, und haben erfreuliche Nachrichten: es geht gleich weiter. Cool geblieben und zwei Stunden Wartezeit verkraftet! Ich bin stolz auf mich.

Als ich die Unfallstelle passiere, sehe ich, dass auch ein Wohnmobil in den Unfall verwickelt war. Ich atme innerlich durch, denn ein paar Minuten früher, und es hätte womöglich mich erwischt – so wie ich mich kenne!
Die Ruhepause hat mir gut getan und ich fahre die verbleibenden 198 km mit konstant 130 Kmh meinem Ziel in Füssen, dem Stellplatz Camper’s Stop‘, entgegen. Um halbzwölf, nach 8 1/2 Stunden mit und im Fiete II biege ich auf Platz 63 ein.

Höre zum runterkommen und abchillen noch kurz die Nachrichten und muss feststellen, dass Füssen im Ostallgäu ein ganz heißes Pflaster ist. Im Bahnhof wurde auf einen Zug geschossen. Der ist jetzt gesperrt und der Reiseverkehr ist komplett eingestellt. Ganz großes „Mafia-Kino“. Ich bin doch noch gar nicht in Italien???

Bin immer noch angespannt, aber gleichzeitig hundemüde. Irgendwann träume ich mich dann doch in den Schlaf…..

Daten
Start: 9108
Ziel: 9688
Strecke: 580 km
65 Durchschnitt
Verbrauch: 9,9 Liter
Zeit: 8 ½ Stunden

 

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