Hafengeburtstag der Hansestadt Hamburg

Heute ist es soweit.
Die Idee, den Hafengeburtstag in Hamburg live zu erleben, mitzufeiern, dabei zu sein, wird wahr. Was für ein Wahnsinn! Natürlich wollen wir zu unserer urigen Fischkneipe direkt im Fischereihafen und natürlich wollen wir zum ‚Schellfischposten‘ auf ein Duckstein, Ina’s Nacht-Feeling schnuppern.

Wir werden planmäßig nach Wecker wach. Keine Wolke am Himmel, stahlblau, etwas windig, aber schon wieder wärmer, als gestern. Trotz der Aufregung genießen wir unser Frühstück auf der Nobel-Terrasse unseres fahrenden Häuschens, bereiten einen Reiseproviant vor und packen die Rucksäcke mit Klamotten, die man brauchen könnte. Es gibt schließlich Schließfächer in HH, oder?

Um kurz nach Halbelf schwingen wir uns auf die Räder und erreichen rechtzeitig trotz steifer Briese (Gegenwind!) den Lübecker Hauptbahnhof. Bereits um 11 Uhr fuhr der Regionalexpress RE8 auf Gleis 7 ein, ein Doppelstöcker. Wir sitzen oben und starten pünktlich um 11:08 Uhr. Kaum losgefahren lese ich das Programm rund um den Hafengeburtstag und halte unser Schleswig-Holstein-Ticket für 32 € zwecks Kontrolle bereit. Wir genießen die Zugfahrt trotz des komischen Gefühls, im Zug zu sitzen, obwohl wir eigentlich mit James Urlaubär unterwegs sind.

Voller Erwartung im Regionalexpress nach HH

Voller Erwartung im Regionalexpress nach HH

Der Urlaubär-Vater im HH Hauptbahnhof

Der Urlaubär-Vater im HH Hauptbahnhof

Es ist High-Noon, als der Regionalexpress in den Hamburger Hauptbahnhof einfährt. Erwartungsgemäß ist bereits hier die Hölle los. Eine vorsorgliche Warnung von Karen, meiner Arbeitskollegin, wird wahr. Dann kommt zum Hafengeburtstag außerdem noch das Bundesligaspiel des HSV dazu! Die Stimmung steigt, nicht nur bei den Fans. Wir entscheiden uns für ein 9-Uhr-Gruppenticket des HVV und löhnen dafür 11,60 €. Die U-Bahn bringt uns direkt zu den Landungsbrücken. Hier ist es brechend voll und auf dem Wasser ist wahnsinnig viel los. Wir müssen erstmal realisieren, dass wir tatsächlich in Hamburg sind, die Hafenluft genießen und ankommen.

ungeduldiges Warten auf die Finkenwerder Fähre

ungeduldiges Warten auf die Finkenwerder Fähre

Zeit dazu bleibt wenig. Wir schwimmen mit dem Menschenstrom runter zu den Landungsbrücken und suchen die Einstiegsstelle für die Hafenfähre nach Finkenwerder. Wir haben Sehnsucht nach unserem Fischlokal „BistrOcean“ in der großen Elbestraße 139 und den entsprechenden Hunger. Klaus warf die Idee ins Spiel, man könne doch auch mit Bus oder Bahn dort hingelangen. Aber Schiff fahren und die Aussicht genießen ist schöner. Irgendwie ist alles außer Plan geraten. Eine langweilige Vorführung irgendwelcher Schiffe und Boote, die sich eine Verfolgungsjagd lieferten, ließen den öffentlichen Fährverkehr total zusammenbrechen. Und Ordner und Security hatten eine Ahnung wie ne Kuh vom scheißen!!! Ein Fährschiff, was plötzlich aus der Versenkung hervorkam, landete 80 Meter weiter an, konnte aber die Menschenmenge, die mitfahren wollte, nicht aufnehmen. Nach 70 Minuten Wartezeit war ich am Ende mit den Nerven und Klaus krebsrot im Gesicht (……nee, nee, nee, von der Sonne natürlich!). Ein Blick in den HVV-Plan, eine Station mit der S-Bahn zur Königsstraße, 700 Meter Treppen und Wege zur Elbe runter und endlich am BistrOcean angekommen.

im BistrOcean, wo gibt besten Fisch ever

im BistrOcean, wo gibt besten Fisch ever

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Aller Ärger war verflogen. Wir bestellen Muscheln und Wolfsbarsch und vor allem zwei kühle Jever Pils. Wir sitzen draußen und genießen. Dieser Laden ist eine Goldgrube, war er 2006 doch mal in ‚Essen & Trinken‘ auf den vordersten Plätzen. Und das Beste, es schmeckt hervorragend! Gestärkt nehmen wir jetzt den Weg zum Fährhafen, klettern auf ein schräges Haus und bestaunen die vor Anker liegende AIDAprima und den Blick auf den Welthafen Hamburg. Grandios!

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Plötzlich nähert sich ein Fährboot, wir sputen uns und fahren mit der 62 zum Altonaer Fischmarkt. Hier ist Programm mit Live-Bands und zahlreichen Buden. Gleich nach Ankunft fahren stolze Segelschiffe an uns vorbei, wir erleben die Vorführung ‚das Schlepperballetts‘ und die Fahrt eines historischen Dampfschiffs. Wir stürzten uns wieder ins Menschengewühl und entdecken auf der Bühne den Hamburger Shanty-Chor. Wir bleiben und schunkeln mit. Die Stimmung ist großartig.

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Jetzt nichts wie hin zum Schellfischposten, der ältesten Hafenkneipe Hamburgs und Drehort der Liveübertragung von Ina’s Nacht. Kurze Zeit später ergattern wir einen gerade frei werdenden Tisch und prosten uns mit zwei kühlen Ducksteinern zu. Hier fühlen wir uns genauso zu Hause, wie am Hafen von HH, wie in der Fischkneipe von HH, wie überall in HH. Eine der grandiosesten Ideen ever in unserem Urlaubsleben!!! Wir bekommen die Bundeligaspiele mit und hören von unseren Bremer Nachbarn, dass heute alle Vereine spielen. Und die Eintracht führt gegen den BVB mit 1:0. Sieben Minuten vor Schluss hält es mich nicht mehr auf dem Stuhl. Nach 4 Minuten Nachspielzeit ist es geschafft. Die Eintracht rettet sich auf den letzten Nichtabstiegsplatz!

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Wir laufen zurück zur Fischmarkthalle, rocken kurz ab zu John Lee Hooker, und fahren mit dem Fährboot zu den Landungsbrücken zurück. Hier schwimmen wir wieder mit den Menschenmassen am Kai entlang in Richtung Elbphilharmonie. Dort sitzen wir auf der Treppe und schauen dem Treiben im Bootshafen zu. Wir entschließen uns für einen Abstecher in den kleinen Hafen der Speicherstadt. Hier genießen wir weitere Livemusik bei einem Espresso Macchiato.

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Da wir die Taufe der AIDAprima mit der 12-Liter-Magnumflasche Champagner direkt vor den Landungsbrücken wegen des Rückfahrplans nach Lübeck leider nicht erleben können, entschließen wir uns, über die Katharinenkirche zum Rathaus zu schlendern, und den Zug nach Lübeck um 21:08 Uhr am Bahnhof zu nehmen. Wir checken das Gleis und Klaus muss Duckstein wegbringen. Plötzlich ungeordnete Aufregung, Durchsagen, die keiner versteht und Sicherheitspersonal, das zum Verlassen des Bahnhofs auffordert und zwar ‚DalliDalli‘. Es gäbe Feueralarm, den Dritten innerhalb der letzten drei Wochen. ‚Ich gehe hier ohne meinen Mann nicht weg‘, schnauze ich den Security-Typ an. Endlich taucht Klaus aus der Versenkung auf und wir verlassen gemeinsam den Bahnhof. Das passt. Wenn ich am Hamburger Bahnhof bin, läuft nichts normal. Das letzte Mal gab es eine Babyleiche im Schließfach und ein Fernsehbeitrag mit mir im NDR-Fernsehen und jetzt eine Kompletträumung des Hauptbahnhofs wegen Feueralarm.

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10 Minuten später war der Spuk gegessen. Wir konnten zurück zu den Gleisen und bestiegen unseren Regionalexpress nach Lübeck. Dann eine Durchsage: „Moin, werte Fahrgäste. Wir können erst losfahren, wenn sich die Leute, die sich derzeit noch auf den Gleisen befinden, entfernt haben.“ Ich denke es handelte sich dabei um einige traurige HSV- Schnapsleichen!!!  Nach zehn Minuten ging‘s endlich los. Die Räder am Lübecker Bahnhof flott gemacht und zum Urlaubären zurückgekehrt.

Um Halbelf waren wir zu Hause, haben noch die mehr als hundert Bilder angeschaut, über das Erlebte philosophiert und sind – bei sternenklarer Nacht – total geschafft ins Bett gefallen. Was für ein Tag! Was für eine Idee! Was für ein Hamburg! Wahnsinn. Morgen wird es ruhiger……. mal sehen.

2 Kommentare

  1. Christiane Happel

    Huhu Ihr Urlauber,
    *neidisch* habe ich mir Eure HH Fotos angeschaut ….Mensch, was für ein traumhaftes Wetterchen …eine Woche zuvor hatte ich leider nicht soviel Glück mit der Sonne …jedoch konnte ich somit auch bequemer an den Landungsbrücken entlangschlendern :-). Hört sich alles spannend an was ihr so erlebt habt. Weiterhin AHOI und einen schönen Urlaub. Ich werde den Blog weiter verfolgen ….. Bis denne

    • Liebe Christiane,
      schön, dass Du dabei bist und Eindrücke sammeln kannst.
      Heute waren wir so gut in der Zeit um um halbacht schon am WOMO.
      Wollten in aller Ruhe bloggen, aber ein redseliges Camper-Paar nahm uns voll in Beschlag.
      Neues also erst wieder Morgen. Und zwar von der alten Hansestadt Wismar…….
      Bis denne, Ingrid

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