Alter Schwede – Überraschung in Wismar

Moin, moin.
Vom Wetter brauche ich nicht schreiben… oder doch?
Es ist sonnig, wolkenlos und warm, genau das richtige für ein wunderbares Frühstück mit frischen Brötchen, die Klaus im nahen Edeka erstanden hat. Überraschung für mich – rote zuckersüße deutsche Erdbeeren.

Morgensonne auf der WOMO-Terrasse

Morgensonne auf der WOMO-Terrasse

Wir starten gegen viertel nach 11 in die ehrwürdige alte Hansestadt Wismar. Die Fahrt in die mittelalterliche Hansestadt (1229) führte die meiste Zeit direkt an der Ostsee entlang, durch mehrere fußballfeldergroße leuchtende Rapsfelder. Das Ufer der Ostsee ist hier flach und mit Sandbänken durchzogen, an denen zahlreiche Angler auf ihr Mittagessen warten.

Auf in die Hansestadt Wismar

Auf in die Hansestadt Wismar

Es ist wieder Highnoon, als wir auf dem ausgewählten Wohnmobilpark in Stadtnähe einbiegen (www.wohnmobilhafen_wismar.de). Uneingeschränkt empfehlenswert!!! Alles vorhanden für 10 €. Wir finden für James Urlaubär ein schönes Plätzchen direkt an einer großen, bepflanzten Rasenfläche, und entscheiden uns, auch die Nacht hier zu verbringen.

Zuerst testet Klaus den Hotspot und siehe da, es läuft 1a. Wir schnappen unsere sieben Sachen und bloggen unsere beiden letzten Beiträge.

Erfolgreich mit schnellem WLan gebloggt! Yeh!!!

Erfolgreich mit schnellem WLan gebloggt! Yeh!!!

Anschließend schnappen wir unsere Drahtesel und fahren auf Erkundungstour. Direkt an der ersten Ampel kommt es zum ersten Stopp an einer urigen Fischbude. Wir erstehen ein kurzes Mittagsmahl und stürzen uns danach direkt in die Stadtbesichtigung. Es ist fast 14 Uhr, sonnig, mit ein paar niedlichen Schäfchenwolken und herrlich warm.

Waren das schon meine Fischfrikadellen?

Waren das schon meine Fischfrikadellen?

Moin, moin, Kapitän!

Moin, moin, Kapitän!

Die Schweden treiben nicht nur in Deutschland ihr Unwesen, nein, sie besetzten auch im 17. Und 18. Jahrhundert fast 200 Jahre lang das heutige UNESCO Weltkulturerbe. Wir beginnen unsere Tour an der gotischen Saalkirche Heiligen-Geist aus dem 16. Jahrhundert, in der wir eine kunstvoll bemalte barocke Holzdecke von 1687 entdecken.

Die wunderschön gestaltete Holzdecke in der Heiligen-Geist-Kirche

Die wunderschön gestaltete Holzdecke in der Heiligen-Geist-Kirche

Während wir noch genießen, kommt eine laute Frauengruppe mit ihrer Stadtführerin hinein. Wir flüchten vor den Touris und schauen uns die spätgotische Backsteinkirche St. Nikolei an, die den Seefahrern und Fischern gewidmet ist. Sie besitzt mit 37 Meter eines der höchsten Mittelschiffe deutscher Backsteinkirchen. Imposant. Wir fahren mit dem Aufzug (je 3 €) auf die neue Aussichtsplattform und genießen einen sagenhaften Blick auf Wismar und den Hafen.

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höchstes Mittelschiff der Bachsteingotik

höchstes Mittelschiff der Bachsteingotik

Auf dem Weg zu St. Georgen aus dem 13. Jahrhundert entdecken wir zahlreiche Giebelhäuser in prächtigen Farben. Wir stoßen auf den 1 ½ Fußballfelder großen Marktplatz, einer der größten an der Ostseeküste, und bewundern die 12-eckige Wasserkunst (1600), die im Renaissancestil erbaut wurde. Genau nebenan steht der ‚Alte Schwede‘, ein prächtiges Bürgerhaus aus dem 14./15. Jahrhundert.

Der Wasserbrunnen auf dem Marktplatz mit dem "Alten Schweden" im Hintergrund

Der Wasserbrunnen auf dem Marktplatz mit dem „Alten Schweden“ im Hintergrund

Beschriftung folgt

Beschriftung folgt

Jetzt ist es Zeit für eine gemütliche Pause. Plötzlich höre ich eine Stimme aus dem Hintergrund: „Das glaub‘ ich doch jetzt nicht!“ Ich will sehen, wer hier so laut herumtrötet und traue meinen Augen nicht. Bekannte aus Frankfurt von unseren Freunden Helga & Kurt, die Bärbel und der Rolf, sitzen im Eiscafé und genießen die erste Stunde nach ihrer Ankunft in Wismar!!! Das war natürlich ein Riesenhallo. „Da fährt man 650 km nach Norden“, meint Rolf, „und trifft auf zwei bekannte Frankfurter. Na toll!“ Das Ereignis begieße ich mit einem Glas Aperol Spritz und Klaus verspeist zur Feier der Minute einen Amarena-Eisbecher.

Überraschungs-Selfie mit Bärbel & Rolf

Überraschungs-Selfie mit Bärbel & Rolf

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Nach einer Stunde brechen wir auf, um weitere Entdeckungen zu entdecken. Es zieht uns zum Alten Hafen mit einigen Fischerbooten, die dort ihren geräucherten Fang direkt vom Boot aus anbieten. Der Hafen ist noch weitgehend aus dem Mittelalter erhalten geblieben, auch die Speicher und anderen Backsteingebäude. Mittendrin finden wir das barocke Baumhaus aus dem 18. Jahrhundert mit den beiden berühmten ‚Schwedenköpfen‘. Und erneut laufen uns Bärbel & Rolf über den Weg! Weiter geht es entlang der ‚Grube; einem künstlich angelegten Wasserlauf, der die Stadt teilt.

Frisch geräuchert und seeeehr lecker! Direkt am Alten Hafen

Frisch geräuchert und seeeehr lecker! Direkt am Alten Hafen

Wir stoßen auf das ‚Alte Brauhaus‘, in dem nach dem Vorbild der Wismarer Hansezeit noch heute das Bier gebraut wird. Wir entscheiden spontan: hier werden wir später zu Abend essen und herrliches Bier genießen.

St. Nikolei an der Grube

St. Nikolei an der Grube

Ausschnitt aus dem 10x4 Meter großen Altaraufsatz

Ausschnitt aus dem 10×4 Meter großen Altaraufsatz

Zuvor aber wollen wir noch zum St. Marien Kirchturm, 80 Meter hoch und ehemalige Ratskirche der Hansestadt. Das Kirchenschiff wurde im 2. Weltkrieg am letzten Tag durch Bomben zerstört. Im Innern bewundern wir einen 10 x 4 Meter großen Altaraufsatz mit grazil herausgearbeiteten Personen, ein Meisterwerk der Spätgotik.

Das Alte Brauhaus am Lohberg

Das Alte Brauhaus am Lohberg

Die Liebe zum 'Alten Schweden'

Die Liebe zum ‚Alten Schweden‘

Ton in Ton mit dem 'Alten Schweden'

Ton in Ton mit dem ‚Alten Schweden‘

Nach so viel geschichtlicher Kultur wollen wir der Essenskultur eine Chance geben und radeln zum Alten Brauhaus am Lohberg von anno 1452. Dummerweise bleibe ich mit dem Hinterrad hängen und stürze im Zeitlupentempo auf das Kopfsteinpflaster. Ich nehme als Souvenir aus Wismar eine große Beule am Hinterkopf mit und Klaus einen Riesenschreck. Ich bin hart im Nehmen, unterdrücke den leichten Schmerz und genieße ein herrliches Dunkles. Um halbacht sind wir zurück beim Urlaubären und freuen uns auf einen gemütlichen „Nichtstuer-Abend“.

Weit gefehlt, denn es gesellte sich ein Camper-Pärchen aus ‚de Palz‘ zu uns und wir verbrachten einen netten Abend zusammen mit vielen Stellplatz-Tipps und Urlaubserlebnissen aus diesem und aus vergangenen Urlauben. Ein Hoch auf die Gemütlichkeit, und die Zufälle: erstens kommt es anders und zweitens als man denkt.

Ansonsten ist alles beim Alten: es ist sternenklar. Wir träumen von Wismar, der Stadt, die für uns erst auf den zweiten Blick ihre Schönheit offenbarte. Morgen geht es an die Küste…….

Daten & Fakten

  • 31 km Durchschnittsgeschwindigkeit
  • 30 km Streckenkilometer
  • 9,4 Liter Durschnittsverbrauch
  • 1 knappe Stunde Fahrtzeit
  • Ziel KM 82.556

2 Kommentare

  1. Hallo Ingrid & Klaus,

    habe mir heute endlich mal die Zeit genommen euren Blog zu lesen. Ich kann nur sagen TOLL und ICH WILL AUCH!!! Genießt die Zeit und lasst es euch auch weiterhin so richtig gut geh’n. Ich drück euch ganz „tüschtisch“ die Daumen, dass das Wetter weiter mitspielt!

    Neidische Grüße aus „Ekelsbach“ in den hohen Norden,
    sendet euch Andrea

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