Travemünde und Fährfahrt auf die Halbinsel Priwall

Moin, moin!
Was für ein Tag gestern! Die Eindrücke vom Hamburger Hafengeburtstag sind noch präsent. Schon beim ersten Blinzeln nach dem Aufwachen. Bestens gelaunt, mit wieder wolkenlosem Himmel und dem obligatorischen ‚gemütlichen Frühstück‘ bereiten wir unsere Abfahrt aus Lübeck vor. Es geht nach Travemünde, Lübecks schöner Tochter!

Klaus reserviert noch einen Platz für sein Projekt im Juni und los geht’s um Punkt 11 Uhr. Der Urlaubär ist vom langen Herumstehen ziemlich durstig und bekommt Diesel für 1,059 Euro an der nächsten Jet-Tankstelle. (Später entdecken wir an mehreren Zapfsäulen einen Wahnsinns-Preis: 1,249 Euro!! Das ist Abzocke. Da MUSS man mal mobbern!)

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Wir nehmen Kurs auf das Seebad Travemünde, fahren ein kurzes Stück Autobahn und dann auf der ‚75‘. Ratz-Fatz und schon parken wir auf einem WOMO-Stellplatz, sieben Fußminuten vom Ostseestrand entfernt. Und das auch noch kostenlos. Ganz in der Nähe gibt es außerdem einen Übernachtungsplatz für Wohnmobile mit Stromanschlüssen und Entsorgungsstation. Wir schnappen uns Windjacken (…die wir überhaupt nicht brauchen), die Kamera und den Rucksack mit Hab und Gut und begeben uns auf einen sehr langen Promenaden- und Strandspaziergang bis zum Hafen an der Trave. Es ist einfach herrlich! Eine leicht rauhe Ostsee, zahlreiche Segelboote und Surfer, ein paar wenige mutige Badende – es hat 11 Grad Wassertemperatur –, Sonne und Wind ohne Ende und zwei zufriedene Urlauber! Es reiht sich ein Strandkorb an den anderen (Tagespreis 9;50 €), viele sind besetzt und die meisten Strandgäste halten Gesicht und Bauch in die Sonne. Wir genießen es, barfuß den feinen Sand zu durchwaten.

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Kurz vor dem Travemünder Hafen steht Deutschlands ältester noch erhaltener Leuchtturm aus dem Jahr 1539. Er steht genau neben einem Wahnsinns-Schandfleck in der sonst wunderschönen Strandlandschaft, dem 141 Meter hohen MARITIM-Hotel. Aber so ist das nun mal. Irgendwo muss das neue Leuchtfeuer ja hin, wenn es auf See zu sehen sein soll! Wir betreten die kleine Seebrücke zum Hafen-Leucht-Türmchen, lauschen einer ‚Rentner-Drehorgel-Band‘ und deren fetzigen Songs, und bestaunen das Wahrzeichen Travemündes, den Viermastsegler „Passat“ am Ostufer der Trave. Der 1911 bei Blohm & Voss in HH erbaute Frachtsegler ist das letzte Schiff seiner Art, was noch um Kap Horn gesegelt ist.

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Uns hungert es nach den Speisen der Fischbude, die zu Beginn unserer Wanderung bereits herrlichen Duft verbreitete. Wir nehmen direkten Kurs, erstehen zwei Fischfrikadellen und Krabbensalat und verspeisen alles im Nu auf einer wunderbar weißen Promenadenbank. Sehr lecker. Die restlichen Meter zum WOMO sind plötzlich ziemlich beschwerlich. Haben wir vielleicht einen Sonnenstich? Oder sind wir bereits mit 6 KM Strandpromenaden-Wanderweg leicht überfordert? Wir erholen uns im 34 Grad warmen Urlaubär (er stand gute 2 ½ Stunden in der Knall-Sonne), saufen Wasser bis zum geht nicht mehr und essen noch unsere leckere, bereits vorbereitete Spargelsuppe.

Nachdem die Erholung Wirkung zeigt, traveln wir zu unserem heutigen Übernachtungsziel: dem Ostseebad Boltenhagen, dem drittältesten Badeort der Mecklenburger und Wismarer Bucht. Klaus war vor einigen Jahren mit Lena & Peter auf ein paar Tage Urlaub hier. Und außerdem gibt es einen schönen Stellplatz in dem gemütlichen Familien-Badeort. Nur ‚net hudele‘, mir hän Urlaub!!

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Wir setzen mit der Fähre (6,10 Euro für 2 Minuten Überfahr!!!) auf die Halbinsel Priwall über und haben einen tollen Blick auf die Travemünder Hafen-Häuserzeile. Es folgen zahlreiche schmale Sträßchen, teilweise recht polterig, durch endlose riesige Rapsfelder mit vereinzelten Bauernhöfen. Wir befinden uns in Nord-West-Mecklenburg.  Mir ist warm und ich behelfe mich nun schon seit Tagen mit einer Hose, die ich bis zum Knie hochwickeln kann. Als ich gerade mal wieder daran denke, entdecken wir – also Klaus – das ‚Kaufhaus  Martin Stolze des Nordens‘ in Klütz, kurz vor Boltenhagen, welches am Sonntag geöffnet hat! Und nebendran sogar einen Lidl. Ich erfahre, dass in der Saison alle Geschäfte am Sonntag von 12-18 Uhr geöffnet haben. Das ist unser Glück. Ich bekomme eine kurze Hose und Klaus Getränke. Wir sind erstaunt über so viel Service.

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Auf dem anvisierten ‚Wohnmobilpark Boltenhagen‘ gibt es noch ein Plätzchen für uns. Wir checken ein, zahlen 15 € plus 4,60 € Kurtaxe, lassen uns den Code für das WLan geben und ‚ziehen ein‘. Alles wie gehabt, alles wie immer: Stühle und Tische raus sowie Räder runter. Klaus möchte gleich auf Tour gehen und die Ferienwohnung suchen, wo er mit den Kindern war. Wir fahren einen schönen Sandweg hinter den Dünen entlang, finden das Haus auf Anhieb und spazieren auf die 290 Meter lange Seebrücke hinaus, die gleich gegenüber von der Trinkhalle des Kurhauses liegt. Danach genehmigen wir uns eine Kugel Eis – ich nehme Joghurt-Sanddorn – und wir radeln zurück. Klaus testet das WLan und auch das ist wie fast immer, es geht nicht. Selbst die Nachfrage beim Platzwart führt zu keinem Erfolg und auch das Gespräch an der Spülstation mit einem Campinggast führt nicht wirklich zum Ziel. Er hat nach zwei Tagen aufgegeben. Gaaaaanz ruhig bleiben, Ingrid.

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Bis kurz vor Neun konnten wir draußen sitzen, zu Abend essen, lesen, Bilder anschauen und relaxen. Danach wehte ein ziemlich kühler Wind. Ein bisschen hören wir die Wellen der Ostsee. Aber man muss sehr genau hinhören. Nach ein paar Schäfchenwolken am sonst tiefblauen Himmel ist es jetzt – ja was wohl – natürlich wieder sternenklar. In dieser Nacht träumen wir von der Hansestadt Wismar. Da wollen wir morgen vorbeischauen…… Gut’s Nächtle.

Daten & Fakten

  • 34km Durchschnittsgeschwindigkeit
  • 1 ¾ Stunde Fahrtzeit
  • 57 Tageskilometer
  • 10,3 Liter Durchschnittsverbrauch
  • Ziel: 82528

1 Kommentare

  1. Christiane Happel

    ……..in einem dieser Strandkörbe zu sitzen, mit einem guten Buch und einem leckeren Gläschen gekühltem Weißwein ….oh jaaaaaaa, das würde mir jetzt auch gefallen.

    Genießt weiterhin die herrlichen Tage im NORDEN. Ich halte solange die Stellung. 🙂

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