Affen, Störche und ein Schloss

Samstag 27.06.2020
Radtour: 35 Km, Meersburg, Uhldingen-Mühlhofen, Affenberg, Schloss Salem, bis Meersburg und zum CP

Heute machen wir einen Dreier!
Nur meine Campingfreunde und ich brechen zu unserem letzten Radausflug in diesem Urlaub auf. Ziel ist der Affenberg und Schloss Salem. Ute und Jo fahren Tragflügelboot und Rad nach Lindau.
Hmmm, das Wetter sieht nicht berauschend aus. Der Himmel ist grau und gerade als wir starten wollen, beginnt es leicht zu regnen. Das kann uns jedoch nicht aufhalten. Wir schnappen die Räder und nehmen die Autofähre von Konstanz-Staad nach Meersburg. Punkt 11 Uhr geht’s los, wir löhnen 10,30 Ocken (Hin- und Zurück) und sind in 15 Minuten in Meersburg.

Den Weg bis Uhldingen/Mühlhofen kennen wir schon von unserer Shit-Wetter-Tour. Heute aber reißt der Himmel auf und es wird recht sonnig. In der Pfahlbautenstadt zweigt der Radweg zum Affenberg ab. Wir fahren völlig entspannt und fast alleine durch Felder und Wiesen bis wir auf dem letzten Teil der Strecke auf einen sehr langen Anstieg treffen. Und der hat es wirklich in sich. Naja, es heißt ja auch Affenberg und nicht Affental!!!

Es hat sich gelohnt! Wir werden von zig klappernden Storchenpaaren empfangen, die ihre Nester in die zahlreichen Bäume gebaut haben. Das ist erstmal eine längere Foto-Session wert.
Und es geht weiter mit den Störchen! Fast 50 Paare der klappernden Vögel leben hier in ihren Nestern auf den Häuserdächern.

Noch vor dem Parkeingang, befindet sich im Innenhof des über zweihundert Jahre alten Mendlishauser Hofes die gemütliche Selbstbedienungs-Schenke mit großem Biergarten unter Schatten spendenden Bäumen. Zwischen den alten Gemäuern, umgeben von den klappernden Störchen herrscht ein wunderbares Ambiente. Wir beschließen schon jetzt, nach unserer Besichtigung hier ein Päuschen einzulegen.

Gleich hinter dem Haupteingang liegt ein malerischer Weiher. Hier in idyllischer Lage gibt es u.a. frei fliegende Schwäne, Graugänse, Stockenten, Blässhühner, Haubentaucher und Fische. Trotz zahlreicher Besucher herrscht hier eine sehr entspannte, fast ruhige Stimmung, so dass wir die Natur sehr genießen können.

Ein paar hundert Meter weiter nähern wir uns dem Affenberg. Das ist ein Tierpark und zugleich Deutschlands größtes Affenfreigehege. Die Hauptattraktion des über 20 Hektar großen Waldstückes sind die rund 200 Berberaffen, die sich dort frei bewegen. Auf einem Rundweg können wir zahlreiche vom Aussterben bedrohte Berberaffen aus nächster Nähe und mit ihrem natürlichen Verhalten beobachten. Oft müssen wir sehr genau hinschauen, um die Tiere in den Bäumen zu entdecken. Weltweit wird der Bestand auf weniger als 8000 Individuen geschätzt!

Corona begleitet uns auch hier. Im Affenwald muss die Maske ununterbrochen getragen werden. Es dürfen sich nur ca. 30 Besucher gleichzeitig im Wald aufhalten. Auch füttern ist derzeit untersagt. Wir erhalten eine kurze Einweisung über de Tiere und nach wenigen Minuten entdecken wir die ersten Affen in den Bäumen. Ranger(innen) stehen im gesamten Gehege für Fragen bereit. Zum Ende nehmen wir an einer Fütterung der putzigen Tiere teil und entscheiden uns für den direkten Rückweg. Nach der Einkehr in der Affenschenke organisiere ich mir noch ein Mitbringsel und ab geht’s wieder auf die Räder.

Schloss Salem

Um das Schloss der Schlösser am Bodensee zu erreichen, müssen wir zahlreiche Steigungen durch die herrliche Landschaft bewältigen. Und endlich: Inmitten großzügiger Park- und Gartenanlagen liegt das ehemalige Zisterzienserkloster und heutige Schloss Salem vor uns. Kloster und Schloss Salem zählen zu den schönsten und bedeutendsten Kulturdenkmälern der Bodenseeregion. 1134 als Zisterzienserkloster gegründet, vermittelt die weitläufige Anlage ein anschauliches Bild vom Reichtum der früheren Abtei. Heute ein renommiertes Internat und nur von weitem zu sehen, weil im Privatbesitz.
Ich überlege für einen Moment, ob sich der anstrengende Weg hierher gelohnt hat! Allein das beruhigende Radeln durch Wälder und Felder beantworte ich mit einem klaren ‚JA‘.

Jetzt haben wir freie Fahrt, denn es geht stetig bergab zum See. Auf der Rückfahrt mit der Autofähre scheint noch wunderbar die Sonne. Kaum in Staad angekommen fallen schon die ersten Regentropfen, die sich zu einem starken Schauer entwickeln. Wir werden pudelnass auf der Fahrt zum Campinglatz. Und was kommt nach dem Regen? Sonne natürlich!
Ich nehme ein letztes Bad im Bodensee und gehe duschen. Während ich im Waschhaus bin ist das nächste Gewitter über unserem Gebiet. Es gießt in Strömen und prasselt so fest auf das Dach des Waschhauses, dass ich befürchte, jeden Moment stürzt es ein.

Ich koche mir ein vorzügliches Abendessen, schlabbere dazu einen Rosé und schaue die Bilder des heutiges Ausflugs an. Wie immer habe ich Wegfahr-Herzschmerz, weil ich diesen wunderbaren Ort morgen wieder verlassen muss. Aufmuntern kann mich nur der Gedanke an meine Enkelkinder. Die habe ich schon sehr vermisst.

Nachts ist es diesmal sternenklar.

 

 

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