Tag 13 – Donnerstag, 11.5.23
Menno, menno, menno.
Dieser beständige Regen 🌧️☔ raubt mir meine letzten Nerven!
Schauer in der Nacht, Regen heute Morgen. Alles ist wieder zugezogen.
Und das, weil ich jetzt wieder die Atlantikküste neu entdecken will.
Ich liebe die unberührte Weite, die rauschenden Wellen, den Duft der Kiefern, 🌲🌲🌲die frischen Austern 🦪🦪🦪und die einzigartigen Sonnenuntergänge. 🌇
Ich starte missmutig in die Hafenstadt Pornic an der Jadeküste. Sie liegt südlich der Loire, ist vor allem ein Badeort und verfügt über einen malerischen Fischerei- und Yachthafen. ⚓ Rund um die Bucht von Pornic wechseln sich Felsbuchten und Strände ab. Das gefiel auch Lenin, dem Begründer der Sowjetunion. Er verbrachte 1910 hier einen Urlaub.
Zunächst fahre ich durch Sumpflandschaft, saftige blühende Weiden mit vielen Kühe und Pferden. 🐄 🐎 Das Land ist flach wie eine Flunder. Der Himmel nimmt Rücksicht auf meine Nerven – denn die Sonne kommt zum Vorschein! 🌞
In der Pornic finde ich direkt einen Parkplatz für Fiete, nur 300 Meter von der Ortsmitte entfernt. Perfekt. Schnurstraks geht’s zur Markthalle. Warum? Heute müssen Austern her – Auf Biegen und Brechen! Ich erstehe 13 Stück von mittlerer Größe für 5 €. Da kann man doch nicht mobbern.
Beschwingt steuere ich auf die Kirche Saint-Gilles, meine Austern immer fest unterm Arm. Hoch über dem malerischen Hafen La Noeveilland prangt eine Burg 🏰 aus dem 13. Jh. Im Ortszentrum schlängeln sich Treppen und Gassen zwischen den Fischerhäusern.
Nach dem Spaziergang rund um die Bucht geht’s weiter mit der Tour.
Zwischen Land und Meer
Das Blau des Meeres und das Grün der Heckenlandschaften wechseln sich ab. Ich fahre mit geöffnetem Fenster, um das Zwitschern der zahlreichen Vögel zu „inhalieren“. 🐦🐦🐦
Ziel sind die traditionellen kleinen Fischerhütten, die Carrelets. Sie sind auf Pfählen gebaut und mit einem quadratischen Netz ausgestattet. Ein toller Hingucker.
Ich habe das Gefühl, durch Niemandsland zu fahren, nur ab und zu begegnet mir ein Auto und die Straßen sind eng. Eine tolle Landschaft in vollkommener Ruhe. Einfach zum Genießen.
Endlich bin ich am Ziel. Hmmm, total tote Hose hier, aber ein, zwei Austernfischer auf ihren Traktoren treffe ich. Es ist Ebbe. Und es gibt sogar ein kleines Restaurant. Ich fasse es nicht. Überlege, ob ich jetzt und hier Austern esse soll, entscheide mich dagegen und bereue es später. Trotz meiner Erfahrung dieser blöden Entscheidungen!!!
Genuss und Natur
Von hier aus geht es auf die Ile de Noirmoutier, der salzigen Trauminsel im Atlantik. Die Anreise ist etwas ganz Besonderes. Sie liegt im Golf du Gascogn und ist eine Gezeiteninsel. Große Teile liegen unter dem Meeresspiegel. Bei Ebbe kann man durchs Watt auf die Insel fahren. Aber zunächst kaufe ich noch ein paar Leckereien im Super U ein.
Ich habe heute Glück, 🍀 denn Ebbe ist um 16:06 Uhr. Das heißt, ich darf die 4 ½ Kilometer lange Wattstraße Passage du Gois eineinhalb Stunden vor und nach dieser Zeit befahren. Große Warntafeln warnen vor der Gefahr bei Flut. Daher gibt es in gewissen Abständen sogenannte Rettungstürmchen. Die Passage ist eine straßenbauliche Kuriosität in Frankreich! Sie war früher Teil der N148 und ist seit 1973 die D948. Seit knapp über 50 Jahren ist die Insel auch über eine Brücke zu erreichen.
Ich komme zur exakt richtigen Zeit. Etwas mulmig ist mir trotzdem. Wenn jetzt die Auto-Batterie ausfällt…. oder ein Reifen platzt…. oder Fiete nicht mehr aus dem Watt kommt…Was dann!?!?
Ich schiebe die Gedanken schnell von mir, fahre los und schnurstraks auf die Insel. Hier finde ich in 500 Metern einen Parkplatz für Fiete und laufe ins Watt. Ansonsten steht alles mit Autos voll. Warum? Weil die Franzosen mit Schaufeln, Harken und kleinen Eimern bewaffnet sind, um aus dem Schlick Meeresgetier für das Abendessen auszugraben. Das nennt man Peche à pied – Gezeitenfischen. Laufe lange herum und sauge die ganz spezielle Stimmung auf. Die Passage du Gois ist einzigartig!
Jetzt ist Zeit, einen Campingplatz zu suchen. ⛺
Ich entscheide mich für Barbatre im Süden der Insel. Er liegt unmittelbar hinter der Dünenlandschaft und direkt am Meer. Kurzer Spaziergang vor dem Abendessen, endlose Weite und Strand genießen, Wind in den Haaren spüren und die salzhaltige Luft tief einatmen.
DATEN:
Start km 37851
Ziel km 37.937
Geschwindigkeit 36 kmh
Strecke 86 km
Verbrauch 10,8 Liter
Fahrzeit 2 1/4 Stunden
