Von Bardolino nach Brixen

Freitag, 28.09.2018

Und wieder haben wir stahlblauen Himmel.
Das macht uns den Abschied vom Gardasee und unserem 5-Sterne-Plätzchen nicht gerade leicht. Aber wir haben noch ein Highlight vor uns: den Almabtrieb in Meransen bei Brixen.

Erst wird richtig gemütlich und ohne Stress auf der Womo-Terasse in der strahlenden Sonne gefrühstückt. Klaus holt bei unseren Gastgebern vier Flaschen vom spritzigen hauseigenen Rosé und macht Fiete startklar. Wir werden herzlichst von beiden Schwestern verabschiedet und los gehts. Super Startzeit: halbelf. Da kann man doch nicht mobbern.

Beim Eurospar kaufen wir noch Fahrtproviant und fahren über die SP 32 und Affi auf die Brenner-Autostrada A22. Der Verkehr ist ok, bis auf die zahlreichen Laster, die über die von hier aus nach Österreich und Deutschland wollen. Die Beifahrerin genießt das grandiose Bergpanorama, den stahlblauen Himmel, die unendlich weiten Weinreben-Felder und Apfelplantagen. Wir fahren nochmal an Kaltern vorbei und über Bozen nach Bressanone (Brixen) im Eisacktal. Das Urlaubsgebiet reicht von 560 m in Brixen bis zu 2542 m auf den Hausberg Plose. Hier wollen wir übernachten.

Um halbzwei checken wir im Camping Hotel Löwenhof ein. Meine Reservierungsanfrage wurde zwar nicht bearbeitet (… und das in einem **** Sterne Hotel!!!), aber wir erwischen noch einen großen Stellplatz mit viel Sonne und herrlichem Ausblick. Es hat 26 Grad im Schatten und der Himmel ist nach wie vor wolkenlos.

Nachdem Fiete und wir uns eingerichtet haben, gibt’s Käffchen und allerlei zu essen. Wir schauen uns das Informationsmaterial zu Brixen an und bekommen Lust auf einen Aperol Sprizz auf der Piazza del Duomo. Es gibt einen Radweg dorthin, direkt hinter unserem Hotel-Camping. Und nach knapp 3 Kilometern sind wir im Zentrum von Brixen, der ältesten Stadt Tirols.

Zu Fuß erkunden wir einen Teil der historischen Stadt an der Eisack. Wir sehen viele Häuser mit malerischen Erkern, die zum größten Teil noch aus spätgotischer Zeit stammen dämmrige Lauben, Weinstuben und zahlreiche Cafés und Restaurants. Die wichtigsten Sehenswürdigkeiten liegen dicht beieinander.
Wir treffen auf den gotischen ‚Weiße Turm‘ mit seinen 4 Erkern und die Pfarrkirche St. Michael (1038) mit ihrem alten Friedhof. Außen ist sie gotisch und innen barock. Gleich nebendran erwartet uns die ‚Johanniskapelle‘ mit kostbaren Fresken aus der Romanik sowie aus der Früh- und Hochgotik. Hier soll 1048 die Bischofssynode unter Kaiser Heinrich IV getagt haben, um Papst Gregor VII abzusetzen. Heilig‘s Bächle!

Mein Highlight aber ist der Brixener Dom ‚Mariä Himmelfahrt‘. Er stammt aus der Barockzeit und ist mit prunkvollem Marmor ausgestattet. Er steht an einer riesengroßen, rechteckigen Piazza, hat zwei Zwiebeltürmchen, einen überladenen, spätbarocken Innenraum, viel verschiedenfarbigen, eher dunklen Marmor, eine tolle Orgelempore und fantastische Deckengemälde. Die Nachmittagssonne lässt taucht die Kirche in ein wunderbares Licht. Der Brixener Dom-Kreuzgang zählt zu den größten Kunstschätzen Südtirols. 15 der 20 Arkaden sind mit Szenen des alten und neuen Testaments bemalt. Es herrscht strenges Fotografierverbot! Hatte ich vorübergehend vergessen.

Wir genießen das Panorama bei Aperol Sprizz und Forst-Bier, bis die Sonne dem Schatten weicht. Und gleich wird’s kühl. Zeit zum Aufbruch zu Fiete und zu einem wunderbaren Abschlussdinner in unserem Hotel-Camping-Restaurant.

Jetzt machen wir’s uns noch gemütlich und freuen uns auf den morgigen Almabtrieb in Meransen. Es ist sternenklar und draußen nur noch 10 Grad.

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