Starker Urlaubsverkehr und Weltuntergang am Gardasee

Freitag, 02. August 2019

Wow, das hat mal gut getan – zehn Stunden Schlaf! Dabei wollte ich mich nur 20 Minuten hinlegen! Die Tür ist geöffnet, das Geschirr vom Essen steht noch herum und der PC liegt auf dem Tisch. Gut, dass der Family Camping doppelt und dreifach gesichert ist. – Na, denn mal los, muss ich doch um 10 Uhr das nette Plätzchen verlassen. Es ist wolkig mit sonnigen Abschnitten, aber hat schon 33 Grad.

Während ich frühstücke, bringe ich meine Erlebnisse von gestern zu Papier, lade die Bilder hoch und poste den Beitrag. Und das alles direkt von meinem Stellplatz aus – eine der wenigen löblichen Ausnahmen! Um mich herum wird mächtig aufgeräumt, Blätter eingesaugt, Müll zusammen gesammelt, denn ab heute ist der Stellplatz restlos mit den August-Italienern ausgebucht.

Durch meinen Totalausfall habe ich jetzt mächtig viel zu tun, bis ich Fiete II und mich startklar bekomme. Um halbelf checke ich endlich aus und lasse mich von ‚OK Google‘ zu einem großen Supermercato in Viserba/Rimini leiten. Hier kaufe ich ein, um den leeren Kühlschrank wieder zu füllen.

So, jetzt geht’s  los nach Sirmione am Gardasee. Bis zur Autostrada muss ich über eine sehr holprige Straße fahren, und …. Was passiert…? Natürlich ist das Rad mit dem Träger wieder nach unten gekippt. Ein freundlicher Italiener informiert mich und hilft. Aber es klappt nicht. Er meint, da müssen Sie eine Kordel nehmen, sonst wird das nix. Ich bedanke mich und bleibe mal wieder ratlos zurück. Laufe hin und her, überlege und mache einen letzten Versuch. Es macht ‚klack‘, die Nase ist oben und der Träger wieder fest. Dieses Teil hat mich schon sowas von Nerven gekostet!!! Das geht auf keine Kuhhaut! Gut, dass ich eine Menge davon besitze.

Viertel nach 12 bin ich endlich auf der Autostrada. Und natürlich ist viel Verkehr, Lastwagen ohne Ende, Schweizer, Polen, Tschechen, Briten, Franzosen und Deutsche auf dem Heimweg und viele kleine Auto-Hindernisse mit Italienern, die quatschen, telefonieren und dabei den Arm aus dem Seitenfenster baumeln lassen. Da gehe ich schon von weitem auf ‚Hab-acht-Stellung‘. Bei Bologna ist Stau auf der Gegenseite Richtung Süden. Landschaftlich ist nichts Besonderes zu berichten, sieht fast wie in Deutschland aus.

Kurz vor Modena lege ich eine Essenspause ein. Es hat sich eine Hoch-Bewölkung mit Sonne gebildet und ist schwül-warm. Ich starte zu den letzten 80 Kilometern bis zum Ziel. Kurz nach Verona hat sich plötzlich eine schwarz-graue Wolkenwand gebildet. An der ‚Pegare-Station‘ Pescheria ist Stau. Erst nach einer viertel Stunde bin ich mein Geld für die Gebühren los und auf dem Weg zum Stellplatz.

Es ist jetzt auch hier bedrohlich dunkel, blitzt und donnert. Und ich habe tatsächlich das Glück, dass 300 Meter vor dem Stellplatz ein Unwetter losgeht, mit Starkregen und Wind, das sich die Bäume biegen!! Ich harre eine Ewigkeit in Fiete II aus, schnappe mir dann aber doch den Schirm und renne durch Pfützen zur Rezi und wieder zurück. Na toll! Nasser geht’s nicht. Ich trockne mich ab, fahre auf einen Standplatz und warte…. und warte….. und warte…..! Endlich – nach einer knappen Stunde – scheint sich die Wetterlage zu beruhigen. Es ist richtig Traffic auf dem Platz. Jeder sammelt seine Campingsachen ein, wischt und fegt und bringt alles, was nicht niet- und nagelfest ist, vorsorglich in Sicherheit.

Ich mache einen kurzen Rundgang, ziehe die Jeansjacke an (Temperatursturz gegenüber Rimini 15 Grad) und schaue mir den kräftigen Wellengang des Gardasees an. Und ein paar Meter weiter hat es  doch tatsächlich einen großen Baum entwurzelt.

Jetzt blinzelt auch die Sonne immer mal wieder aus der dichten grauen Wolkenwand. Ich vertraue dem Platzwart, der sagt, der Regen ist vorbei, und gehe in Richtung Sirmione zu einem Bancomat. Auf dem Rückweg kaufe ich noch Mitbringsel, schlendere am Gardasee entlang und habe ein Déjà-vu. Ich komme an genau dem Lokal vorbei, in dem ich auf der Hinreise fürstlich gegessen habe!

Der Abend gehört dem ganz normalen Camperleben, chillen, abwaschen, lesen, Beobachten, Musik hören, nachdenken und essen. Um Mitternacht horche ich an der Matratze.
Sterne sind nicht zu entdecken. Na dann, gut’s Nächtle.

Daten
Start:  12.734 km
Ziel: 13.017 km
Strecke  285 km
Verbrauch: 9,8 Liter
Geschw.:  80 kmh
Strecke:  3 ½  Stunden

 

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