Mittwoch, 27. März 2024
Ich wache auf und gucke in den Himmel.
Na klar, wie erwartet 😒: es ist noch beschissener. 💩
Ach, ich soll ja meine Erwartungen aufgeben, habe ich gestern gelernt!
Die ersten Camper 🚙🚙🚙 können das nicht und suchen das Weite. 👋
Ich zwinge mich „to be cool“, frühstücke und pflege meine Erkältung gesund.
Die Zeichnung 🖼️ meiner Enkelkinder lässt mich schmunzeln. Während ich mein heißes Käffchen ☕ schlürfe, schmiede ich an einem Ausflugsplan.
Die Wahl fällt auf Cremona, einer Kleinstadt in der Lombardei am Po.
Ach…. Milano ist nur eine Zugstunde entfernt! Wie cool ist das denn, könnte man ja mal…. ☺️
Ich parke Fiete kostenlos auf einem für Womo‘s ausgelegten Parkplatz 🅿️unweit vom Centro Storico, packe meinen Schirm ☂️und starte die Entdeckungstour.
Cremona lassen die meisten Touris links liegen. Das charmante Städtchen liegt zu weit weg von den touristisch stark vermarkteten TOP-Destinationen.
Was mir außerordentlich entgegenkommt. Ich ❤️ touriarme Gebiete! 😀
Übrigens: hier gibt es zwei typische Sachen in Cremona: die Geigenherstellung 🎻
und die weiß-klebrige „Torrone di Cremona“, eine norditalienische Nougat-Spezialität.
Auf meinen Weg ins historische Zentrum komme ich auf der Piazza delle Liberta an zwei eindrucksvollen Palazzi vorbei. Wenige Gassen weiter stehe ich auf dem Piazza del Comune, dem ❤️der Stadt. Es regnet. 🌧️ Rund um Kathedrale, Baptisterium (1167) und Rathaus geht bei schönem Wetter die Post ab. Sind doch seit 218 vor Chr. schon die Römer hier rumgeturnt! Wobei es nur für die Betuchten und Bekannten erlaubt war.
Der Rest verteidigte ⚔️das Gebiet gegen die unliebsamen Gallier.
Das Battistero di Cremona (1167) ist Johannes dem Täufer gewidmet – es war leider geschlossen! 🔒Ich entdecke noch die Loggia die Militi von 1292, das älteste Gebäude der Stadt.
Die mächtige Kathedrale Santa Maria Assunta mit dem backsteinroten 110 Meter hohen Torrazzo wurde Anfang des 12. Jahrhunderts neu erbaut, nachdem der streitsüchtige Kaiser Friedrich Barbarossa 🫅den alten zerstören ließ. Der „Rotbart“ war berüchtigt für seine Auseinandersetzungen mit den Städten Oberitaliens. Und den Papst konnte er auch nicht verknusen. Prächtige Löwen 🦁🦁 aus rotem Marmor schmücken den Eingang des Doms.
Das Dominnere ist ein Augenschmaus.
Der Torrazzo war bis 1959 übrigens der höchste Backstein-Kirchturm Italiens. Heute steht er mit seinen 122,217 Metern Höhe auf Platz drei 🔢der weltweit höchsten Backsteintürme. Ich überlege unter dem Regenschirm, ob ich meinen desolaten Körper 487 Stufen hinaufschleppen soll. Aber bei diesem Schietwetter 😢 wird die Aussicht ein Desaster werden! Dafür beschäftige ich mich mit der astronomischen Uhr ⏱️aus dem 16. Jhd., ein mechanisches Meisterstück mit einem Durchmesser von acht Metern. Der historische Piazza del Commune ist umrahmt von zahlreichen Cafés, Aperitivo-Bars ,🍹🍸🍷Restaurants und dem mittelalterlichen Rathaus Palazzo del Comune.
Cremona ist bekannt durch einige berühmte Geigenbauerfamilien, 🎻🎻🎻 der bekannteste ist Antonio Stradivari. Er soll zwischen 1700 und 1737 1.100 Saiteninstrumente angefertigt haben, 😯 wovon schätzungsweise noch 650 existieren. Sie sind die wertvollsten, die es weltweit auf dem Markt gibt. Die Streichinstrumente haben einen Wert von bis zu 50 Millionen Us Dollar. Unfassbar! Die Stadt hat ihrem berühmtesten Geigenbauer auf der Piazza del Stradivari ein Denkmal gesetzt. Die aktuellen Werkstätten der Geigenbauer sind durch farbige Hinweisschilder 📛 leicht zu finden.
Auf dem Rückweg entdecke ich im Shoppingcenter Galleria 25 Aprile eine nette Bar und genehmige mir einen Aperol Spriz.🍹 Das Gebäude stammt aus der faschistischen Ära, ist aber dem Tag der Befreiung gewidmet. Ich plane noch einen Abstecher zum Olivenölhersteller 🫒🫒🫒 Frantonio Montecroce, um einige Leckereien für mich und Mitbringsel zu kaufen.
Über dem Gardasee öffnet sich rechtzeitig nach dem Einkauf die Wolkendecke und die Sonne ⛅ kommt hervor. Der Blick ins Tal hebt kräftig die Laune. Es tut sooooo gut, mal wieder den gelben Himmelskörper zu sehen – wenn auch nur kurz! 🤷♀️
