Zwischen See und Berg – Bühnenreifer Auftritt in Bregenz

Mittwoch, 24.06.2020
Radtour: 30 km Kurt und Thomas Bregenz – Lindau – Bregenz

Heute haben die Räder Pause. Nicht ganz, aber dazu später.
Wir machen einen Ausflug mit dem Auto. Ziel ist die österreichische Kulturhauptstadt Bregenz am Fuße des Pfänders. Wir haben zwei Hot Spots im Auge: die Bergstation auf dem Pfänder, Hausberg von Bregenz, und die fest verankerte, weltweit größte Seebühne.

Zunächst aber bekomme ich morgendlichen Besuch von meiner Cousine am Ufer unseres Campings. Sie kommt mit dem SUP. Wir sitzen in der Morgensonne, quatschen, essen eine Kleinigkeit und genießen die Ruhe.

Treffpunkt für Bregenz ist um 10 Uhr. Wir nehmen von den Radlern die Räder mit. Beide haben Bock auf Radfahren und wollen von Bregenz nach Lindau radeln. Die Navis sind bereit und es geht los. Verkehrstechnisch schleichen wir uns durch die Schweiz nach Österreich. Soll angeblich schneller gehen als auf der deutschen Seite!!?! Tut’s aber nicht! Hin und zurück sind es nur 120 km, aber es gibt einfach kein zügiges Vorankommen (Krass: Fahrzeit insgesamt über vier Stunden!!!). Autofahrer Nr. 1 verfranzt sich bereits direkt am Start, Autofahrer Nr. 2 in der Schweiz. Das Navi hat die Grätsche gemacht. Deshalb übernehmen Ute und ich die Navigation ‚old school‘ und wälzen Karten. Wir hangeln uns von Dorf zu Dorf, von Baustelle zu Baustelle und kommen – welch Wunder – zeitgleich an der Seilbahnstation der Landeshauptstadt von Vorarlberg an.

Der Bregenzer Hausberg ist 1064 Meter hoch und gehört zu den Allgäuer Alpen. Im Volksmund nennt man ihn „Olymp der Urlaubsgötter am Bodensee“! Er ist der berühmteste Aussichtspunkt dieser Region, weil man bei klarem Wetter sage und schreibe 240 Alpengipfel des Dreiländerecks entdecken kann.

Grandiose Blicke vom Pfänder

Die Radfahrer starten nach Lindau, der Rest läuft zielstrebig zur nahen Pfänder-Talstation. Für die Berg- und Talfahrt löhnen die Senioren 11,50 €. Es herrscht Maskenpflicht, aber der Abstand in der Seilbahn ist nicht einzuhalten. Ich aktiviere meine Corona App, Augen zu, Luft an- und durchhalten. Die Fahrt mit der gläsernen fast lautlosen Panoramaseilbahn dauert ja nur 6 Minuten. Eine Freundin und ich erreichen die Bergstation zuerst. Der Rest kommt mit der nächsten Gondel.

Schon von den ersten Rundblicken bin ich geflashed. Wir machen eine kurze Picknickpause und steigen dann die Treppen zur Rheintalterrasse hoch. Wow! Überwältigend, fantastisch, krass und cool zugleich! Zuerst hatte ich das Gefühl, dass mir das Panorama rund um den östlichen Teil des Bodensees den Atem raubt. Ich stehe überwältigt herum und weiß noch nicht so genau, wo ich zuerst hingucken soll. Meine Gedanken schweifen umher, aber mit der Zeit komme ich an, staune und genieße. Von hier oben sind Rheinmündung und Rheindamm – führt 12 Kilometer in den Bodensee hinaus – trotz diesigem Wetter gut zu erkennen. Ich lese später, dass man eine dreistündige Wanderung mit Vogelbeobachtung auf dem Damm unternehmen kann. Ich genieße die phänomenale Aussicht ausgiebig.

Auf der Rheinterrasse des Pfänders

Wir nehmen den kurzen, aber steilen Fußweg zum Gipfelkreuz. In den steil abfallenden Wildpark mit seinen Steinböcken, Wildschweinen, Mufflons, Hirschen und Murmeltieren schauen wir nur kurz hinein. Und dann ist es Zeit für die Talfahrt.

Spektakuläres Bühnenbild im Bodensee

Das zweite Highlight des Tages ist die große Seebühne mit ihrem aktuellen Bühnenbild zu Rigoletto von Giuseppe Verdi. Bregenz ist bekannt für seine Festspiele und seine spektakulären Bühnenbilder. Sie sind ein international ausgezeichnetes Kulturfestival mit jährlich 250000 Besuchern. Die rund 7000 Plätze bleiben dieses Jahr wegen der Corona Pandemie leider leer. Aber für 2021 können schon wieder Eintrittskarten bestellt werden. An exponierter Lage kostet das zwischen 140 und 170 €.

Nach einem kurzen Fußweg über die Seepromenade stehe ich vor der Seebühne und dem riesigen Kopf des Hofnarren, dessen friedliches Gesicht sich in einen lüsternen Frauenverächter und eine schreiende Fratze verwandeln kann. Ich bestaune die fantastische Kulisse, die ich sonst nur aus dem Fernsehen kenne. Ich bin überwältigt und für einen Moment verspüre ich die Dramatik der Oper.
Inzwischen sind auch unsere Radler angekommen und wir laufen an der Uferpromenade zurück zu den Fahrzeugen.
Wir verbringen einen ruhigen Abend und ich genieße bei einem Glas Wein die Fotos des heutigen Tages.

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