Zwei Schlösser und eine Porzellan-Stadt

Ostersonntag, 21. April 2019

Klaus verspürt eine leichte Erholung gegenüber gestern. Ein stärkendes Frühstück in der Vormittagssonne tut das übrige. Also starten wir zu unserer Schlössertour Moritzburg und Pillnitz und in die Porzellanstadt Meißen.

Parkplätze sind rar um das Barockschloss Moritzburg, aber wir werden schnell fündig und gehen auf einem Rundweg am Schlossteich entlang zum Eingang des Bauwerks. Dabei bewundern wir das sich im Wasser spiegelnde ehemalige Jagdschloss August des Starken aus vielen Perspektiven. Er machte daraus ein barockes Lustschloss mit 7 riesigen Sälen und 200 Zimmern, in denen er ausschweifende Feste feierte.

Das Schmuckstück liegt auf einer künstlichen Insel im Schlossteich. Alle Teiche rund um das Schloss nennt man übrigens Himmelsteiche, weil sie ausschließlich durch Regenwasser gespeist werden. Vor dem Haupteingang bläst ein steinerner Piqueur sein Hüfthorn.

Wir schlendern – natürlich mit zahlreichen weiteren Touris – durch die Terrassenanlage und die mit zahlreichen Statuen geschmückten Ballustraden. Es ist herrliches Wetter, warm und ein wunderschöner Ort zum verweilen.
Während wir im Schloss-Restaurant pausieren, stelle ich mir vor, dass in diesem Märchenschloss ‚Aschenputtel‘ und ‚Drei Haselnüsse für Aschenbrödel‘ gefilmt wurden.
Genau der richtige Platz, wie ich intuitiv im Innern entscheide.

Jetzt geht es weiter in die weltberühmte Porzellanstadt Meißen im sächsischen Elbland.
Die ‚Wiege Sachsens‘ hat auf dem Burgberg eine Krone aus Albrechtsburg und Dom.
Wir wagen uns mit Fiete trotz Ostern direkt ans Elbufer der 1000 jährigen Kreisstadt und entdecken einen tollen Wohnmobilstellplatz direkt an der Elbe und unterhalb der Burg – kostenfrei und mit Übernachtungsmöglichkeit.
Von hier aus steigen wir 193 Stufen steil hinauf auf den Burgberg und entdecken nicht weniger als zehn Restaurants auf engstem Raum!

Stellplatz Meißen

Die Türme des Meißner Doms, einem Meisterwerk der Spätgotik, ragen spitz in den stahlblauen Himmel. Zum Burgberg-Ensemble gehört die Albrechtsburg, die König Heinrich I. errichten ließ und die heute das ältestes Schloss Deutschlands ist. Hier sind u.v.a. Friedrich der Ersthafte, Friedrich der Streitbare und Friedrich der Sanftmütige begraben.
Der Platz hat etwas Erhabenes für mich, und weil wenig Touris da sind, etwas außerordentlich ruhiges. Die Besichtigung ersparen wir uns. Wir sind sicher nicht das letzte Mal in dieser Gegend. Zu Fuß steigen wir hinab zur historischen Altstadt.

Wir schlendern durch die kopfsteingepflasterten Gassen, die mit zahlreichen Ostermarkt-Ständen bestückt sind. Mittelpunkt ist der gemütliche Marktplatz mit seinem spätgotischen Rathaus, einem Prunkbau aus dem 15. Jh. Besonders die Giebel machen was her. Zahlreiche Bürgerhäuser aus der Renaissancezeit und die spätgotische Frauenkirche runden das Bild ab. Sechs Mal täglich erklingt im Turm das älteste Glockenspiel der Welt aus 37 Meissner Porzellanglocken. Wir dürfen das einmal hören.

Im Restaurant Schwerter Marktplatz 6 gibt es Sauerbraten, auf den wir beide großen Appetit haben. Wir sitzen direkt auf dem Marktplatz in der spätnachmittäglichen Sonne und genießen das geschichtliche Gebäudeensemble bei einem hausgebrauten Bierchen und – für die Fahrerin – einem Tee. Der Sauerbraten war gut, aber ich vergleiche mit dem aus Aachen. Das Ergebnis könnt ihr ahnen!
Dann komme ich spontan auf die Idee, noch einen Abstecher zum Schloss Pillnitz zu machen.

Klaus ist einverstanden. Wir haben die Entfernung von Meißen zum Schloss unterschätzt, aber jetzt sind wir mit Fiete auf der Autobahn und ziehen das durch. Ich freue mich auf das Schloss ohne Touris (hat um diese Zeit bereits geschlossen) im wunderbaren Abendlicht.
Die barocke Anlage liegt unmittelbar an der malerischen Elb-Flusslandschaft. Von der einstigen Sommerresidenz des Sächsischen Hofes führt eine von Sphinxen eingefasste Treppe zur Elbe hinab, an denen die kurfürstlichen Gondeln anlegten. Ich verweile ein paar Minuten und stelle  es mir bildlich vor. Im übrigen steht der Thronsessel August des Starken hier im Schloss.
Ich schlendere noch ein wenig durch die riesige, üppig blühende Parkanlage, laufe ein paar Schritte entlang der Elbe und genieße das warme Abendlicht, das etwas Erhabenes ausstrahlt. Klaus bewacht in dieser Zeit Fiete, denn wir stehen nämlich unmittelbar vor dem Schloss., und die starke Erkältung macht außerdem schlapp.

Es ist fast 20 Uhr, als wir zu unserer letzten Übernachtung auf unserem Dresdner Campingplatz ankommen, zu kühl, um noch ein wenig draußen zu chillen. Das verlegen wir in den gemütlichen Fiete und genießen den letzten Abend bei Bierchen und Büchern.
Morgen geht’s leider schon wieder nach Hause.

Daten
Start km – 60519
Ziel km – 60656
Strecke – 137 km
Fahrzeit – 2 3/4  Stunden
Durchschnittsgeschwindigkeit – 50 km h
Verbrauch – 9,7Liter
Übernachtung – Campingplatz Betrieb Martin, Dresden, € 24,10 pro Tag

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