Wandern bei Sommerzeit und herbstlichen Temperaturen

Am frühen Morgen aus dem Schlaf gerissen! Stürmischer Wind rüttelt an der Markise. Sicherheit geht vor, deshalb zu zweit rein in die Klamotten, raus in die Kälte, Markise reinfahren, befestigen, wieder raus aus den Klamotten und rein ins Bett. Schnell weiterschlafen, die Sommerzeit schlägt zu. Es ist 5 Grad!!!

Der Blick zum Fenster hinaus bestätigte die blöde Wettervorhersage. Dunkle, tief hängende Wolken, aber Gott sei Dank kein Regen. Das könnte Wanderwetter werden. Wir beschlossen während unseres Inhouse-Frühstücks, eine Wandertour durch die Weinberge von Eguisheim, entlang der „Drei Exsen“ (Les trois Chateaux), die auf dem 380 m hohen Schlossberg thronen, hinauf zur Burgruine Hagueneck und zurück zum Camping über das Weinörtchen Wettolsheim zu unternehmen. Zweieinhalb Stunden veranschlagt der Wanderführer. Ich bin skeptisch und denke an die als „leicht“ eingestufte Höllen-Wanderung zu einer Landzunge auf Korsika. Na, das könnte ja heiter werden….

Wir starteten kurz nach halbdrei auf den sehr gut ausgeschilderten Weinbergspfaden. Es ging stetig bergauf. Am Horizont erkannten wir Schneefelder auf dem Grand Ballon der Vogesen. Wir erinnern uns, es ist Sommerzeit! Die Weinreben sind noch blätterlos und haben keinen Bock auf Wachstum. Die drei Egsen wirken in dem diffusen Licht gespenstig. Ein paar wild entschlossene Wanderer kreuzten unseren Weg, außerdem zwei Mountainbike-Fahrer. Respekt. Kurz vor der Burgruine ging es einen schmalen Pfad auf wunderbar weichem Waldboden steil hinauf auf den Granitfelsen. Und da lag sie dann vor uns. Erstes Ziel erreicht.

Wir kletterten eine steile Wendeltreppe hinauf und hatten einen wunderbaren Ausblick über Colmar und die angrenzenden Weinorte. Klaus entdeckte eine weitere Steintreppe in der Burg, die er alleine bezwang. Beschwingt nahmen wir den Rückweg und waren gespannt auf Wettolsheim. Schließlich wurde hier zur Zeit der Römer zum ersten Mal Wein im Elsass angebaut. Außer einem kleinen Hotel, mausetoten Gassen und einem baumelnden „Hass-Kasper“ hatte das Örtchen nichts zu bieten. War der Geniale Puppenspieler Rene Marek hier?? Und hat er die Puppe als Symbol für das leblose Dorf zurückgelassen??

Offensichtlich, also auf nach Eguisheim zu Paul Schneider, unserem Weinhändler. Heute holten wir zwei Flaschen des köstlichen Muscat. Im Ort war viel los. Da wir genug vom Wandern hatten und Spuren von Blau am Himmel entdeckten, beschleunigten wir das Heimwegtempo. Stühle raus und ran an die beiden Himbeertörtchen. Hmmm, sehr lecker. Und das bei herrlichem Sonnenschein. Endlich Sommerzeit.

Wir unternahmen vor dem Essen wieder einen Blog-Versuch am Waschhaus, der nur rudimentären Erfolg zeigte. Meine Nerven halten die Slowmotion kaum aus. Das Bloggerleben ist hart. Während und nach dem Essen, bis weit in die Nacht hinein luden wir Bilder hoch und schrieben. Das Beste daran: alles hat geklappt, alles in online und wir gingen glücklich zu Bett. Es ist sternenklar…..

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