Ulm – Münster und das Fischerviertel

16.3.2017 –

Die Rentnerin wird um halbsieben von der Arbeitnehmeruhr ihres Partners geweckt. Wir checken zuerst die Ergebnisse der Hollandwahl und sind zufrieden. Ich frühstücke als Vorletzte um halbneun (!) und komme mir schäbig dabei vor!!!
Bei herrlichstem Sonnenschein gehe ich dann auf große Entdeckungs-Tour.

Das Ulmer Münster
Zunächst steige ich auf den Kirchturm des Ulmer Münsters, der größten evangelischen Kirche Deutschlands (Seniorenrabatt 1€). Das ist ein MUSS, besonders bei diesem herrlichen Wetter. Das Münster ist eine Kirche der Superlative, ein Gebirge aus Ziegeln und behauenen Steinen, leider aber fast immer von Gerüsten umgeben, weil es ständig etwas zu restaurieren gibt.

Mit einer Höhe von knapp 162 Metern ist der Kirchturm der höchste der Welt. Ich muss 768 Stufen auf einer schmalen Wendeltreppe erklimmen, um eine Höhe von 143 Metern zu erreichen. Gott sei Dank kann mir niemand entgegenkommen. Ungefähr 100.000 Neugierige von 450.000 Besuchern, tun sich das jedes Jahr an. Nach 560 Stufen mache ich Schluss. Bis dahin genieße ich wundervolle Blicke durch kleine Fenster auf die Stadt und das Münster. Ich passiere zahlreiche fantasievoll gestaltete Wasserspeier, die das Regenwasser auf natürliche Weise entsorgen.

Meine Höhen- und Platzangst hindern mich am weiteren Aufstieg. Ebenso eine noch schmälere Wendeltreppe, die sowohl für Hinauf- als auch Hinabsteigende gedacht ist. Diese Entscheidung unterstützt eine Dame, die im selben Moment ebenfalls mit sich kämpft. Wir bestärken uns gegenseitig nach dem Motto: ‚Man muss auch mal mit dem zufrieden sein, was man gerade erreicht hat‘. Hinzu kommt die Tatsache, dass ich genau heute keinen Bock auf die dort oben vielleicht zu erkennende Zugspitze habe. Auf einer der Plattformen erfahre ich mehr zum Bau, der 1377 begonnen und erst im 19. Jahrhundert vollendet wurde.
Die Besichtigung der Kirche verlege ich auf das Wochenende. Dann kann Klaus dabei sein.

Nach diesem imposanten Auftakt genieße ich ein Mittagessen in der Sonne vor dem Rathauskeller des wunderschön bemalten Rathauses und gönne mir ein dunkles ‚Barfüßer Bier‘. Das zischt! Ich sitze noch lange dort, lese und genieße. Anschließend mache ich eine kleine Shoppingtour durch die gemütlichen Geschäfte und Straßen, entdecke nebenbei das moderne Stadthaus und zahlreiche wunderbare Fachwerkhäuser und geschichtliche Gebäude. Außerdem stöbere ich im Fischerviertel herum, dieser Stadtteil hat es mir angetan.

Das Fischer- und Gerberviertel
Das Fischerviertel ist das bedeutendste Altstadtensemble Ulms und vermittelt durch seine alten Gassen, Brücken und Stege den Eindruck mittelalterlichen Lebens. Dazu kommen eine Fülle von heimeligen Traditionsgaststätten. Hinein in das Viertel komme ich über den Katharinenberg und die Staufenmauer aus dem 13. Jahrhundert. Besonders sehenswert ist das ‚Schiefe Haus‘, das sich waghalsig über die Blau beugt und angeblich das schiefste Hotel der Welt ist!  Hier soll zeitweise die verarmte Witwe des Schneiders von Ulm gewohnt haben. Sie befand sich in bester Gesellschaft von Schweinehirten, Fabrikarbeitern und anderem ‚Gesindel‘.
Auf dem Fischerplätzle entdecke ich das spätmittelalterliche Schöne Haus mit einer Fischerzille, das Schmale Haus, heute Hotel mit nur drei Zimmern und das Zunfthaus der Schiffsleute.Die Forelle ist das älteste Gasthaus an der Häuslesbrück. Die Fachwerkhäuser an der Kleinen und der Großen Blau haben Jahrhunderte auf dem Buckel und erinnern an Fischer, Gerber und Müller. Insgesamt lagen sieben Mühlen an den beiden Blauarmen. Das Herzstück des Viertels ist der ‚Saumarkt‘ mit einer Plastik. Ich trenne mich nur schwer von diesem Bilderbuchviertel und denke an Morgen. Ich werde wiederkommen.

Tagesausklang
Ich erweitere unsere Espresso-Tassensammlung um zwei Exemplare und schlendere am Spätnachmittag zu den Donauwiesen. Hier ist der Teufel los: alles was zwei bzw. vier Beine hat tummelt sich am Donauufer, schlabbert Eis, füttert Enten und Schwäne und chillt in der Sonne. Vor der 1480 erbauten Stadtmauer steht der Schiefe Metzgerturm von 1349 mit seinen bunten Dachziegeln. Er ist 36 Meter hoch und neigt sich um mehr als 2 Meter nach Nordwesten. Wunderschön und ein passender Entdecker-Abschluss für diesen Tag

Wir treffen uns mit den Trainern von Daimler zum gemeinsamen Abschiedsessen. Da im ‚Wilden Mann‘ alle Plätze belegt sind, entscheiden wir uns für das ‚Pfannkuchenhaus‘ und  verbringen einen äußerst netten und langen Abend.

Das Daimlerteam

2 Kommentare

  1. Kerstin Scire

    Hallo Schicki, wie cool, dein neues Logo ist ja online! Glückwunsch, sieht klasse aus. Aber du hattest ja auch tatkräftige Unterstützung bei der Auswahl…:)
    Ich hatte übrigens keine Ahnung, wie hübsch Ulm ist – Ich glaube, es wird mal Zeit für einen Abstecher dort hin.

    Alles Liebe und hoffentlich bis bald, Kerstin

    • Liebe Kerstin,
      jaaa, ich bin auch zufrieden mit dem Logo. Gut, dass ich eine tolle Beratung von Euch nutzen konnte. Am Donnerstag diese Woche bekommt Fiete auch noch eine Beschriftung auf die Rückseite.
      Wann sehen wir uns denn mal zum Mittagessen, oder einem Käffchen in der Lobby?
      Im Übrigen geht es ab 3.6. auf Sizilien-Rundreise!!
      Liebe Grüße ans gante Team, Ingrid

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.