Tri-Tra-Trulli-la – Alberobello, die Stadt der weißen Zipfelmützen

Mittwoch, 17. Juli 2019

Musste heute früh aufstehen, da ich um 9 Uhr den Shuttleservice nach Alberobello gebucht habe. Dann ist noch nicht viel los und ich kann in Ruhe später nach Ostuni fahren. Ich checke aus und zahle 15 € mit ADAC-Rabatt. Da kann ich doch nicht mobbern!

Wir starten und das erste, was mein Fahrer sagt, ihm gefalle mein Parfum sehr. Ich sage ihm, dass es ein Italienisches sei, und er nickt zufrieden. Weiter meint er mit einem Augenzwinkern, dass ich ganz sicher die Schwester von Ursula von der Leyen bin, der neuen Präsidentin des Europaparlaments. Naja, denke ich, ob ich das jetzt hören wollte? Kurz vor der Altstadt, nahe der Basilica Santi Cosma e Damiano setzt er mich ab. Um 11 Uhr geht’s wieder zurück.

Mehr als 1000 Trullis warten in der unangefochtenen Hauptstadt der zipfelmützigen, putzigen, runden Häuschen. Was ist ein Trulli eigentlich? Das sind weiß getünchte Steinhäuser mit kegelförmigen Dächern, die in ihrer Bauweise den Hirtenhütten ähneln. Die ältesten sind an die 300 Jahre alt.  Alberobello selbst liegt zwischen Olivenhainen und Weingärten und gehört seit 1996 zum UNESCO-Weltkulturerbe. Während ich durch die Trulli-Gassen schlendere, bin ich erstaunt, dass ich kaum einem Touri begegne. Ich habe mit einem Ansturm selbiger gerechnet!!!!!

Von der Piazza del Popolo habe ich einen herrlichen Ausblick auf den touristischen Trulli-Bereich. Hier streife ich kurz durch, werde ununterbrochen eingeladen, einen Trulli ‚for free‘ zu besichtigen, soll aber irgendetwas von dem angebotenen Touri-Krimskrams kaufen. Außerdem sind die meisten der Steinhäuschen zu Hotelanlagen umfunktioniert.
Deshalb wechsle ich die Seiten und gehe durch das Trulli-Wohnviertel der Einheimischen, Rione Aia Piccola, hier ist es ruhig und wunderschön. Und schon sind zwei Stunden vergangen. Ich werde zurückchauffiert und zahle auch hier nur die Übernachtung, obwohl Fiete II noch reichlich Strom getankt hat.

Nächster Stopp ist das nur 11 Kilometer entfernte  ‚runde Dorf‘ Locorotondo. Ich finde mal wieder den perfekten Parkplatz für Fiete II und steige mindestens 70 Treppenstufen in die kreisrunde Altstadt auf. Es ist Siesta und kaum etwas los. Ich komme an zahlreichen Kirchen vorbei, spaziere durch wunderbare Gässchen und finde eine nette Bar, wo jetzt ich Siesta mache und esse.

Jetzt will ich aber unbedingt zum ‚Camping/Villagio Il Pilote‘ am Torre San Leonardo in Rosa Marina, 17 Km von Lecce entfernt, dass mit Busverbindung erreicht werden kann. Ich bin heute in Sorge, ob ich noch ein Plätzchen am Meer für uns zwei bekommen werde.
Um 14 Uhr komme ich an und freue mich aufs abhängen und einen Strandnachmittag. Aber…. Es ist Siesta! Nach vielem hin und her lässt mich der Securitymensch zumindest mal auf einen schattigen Warteplatz fahren. Ich könne mir ja schon mal ein Plätzchen aussuchen, um 15:30 Uhr öffnet dann auch die Rezeption. Der Campingplatz ist zu 85% von Dauermietern belegt, nur zwischendrin sind vereinzelte Plätze für Wohnmobile. Ich fühle mich von Anfang an nicht wohl hier, aber eine andere Möglichkeit gibt es nicht.

Nach dem Check-in manövriere ich Fiete II zwischen mehreren Pinienbaumstämmen exakt auf zwei Plätze, da es für mich ohne Hilfe einer zweiten Person leider nicht anders möglich war. Scheißegal denke ich, bin sowieso nicht begeistert, mache aber das Beste daraus. Für W-Lan gibt es nur 2 Möglichkeiten: 2 Tage für 13 € oder eine halbe Stunde free alle 6 Stunden und das nur an der Bar. Ganz großes W-Lan-Kino!!!

Ich bestelle eine Pizza to go und ein kühles Blondes an der Bar. Schon der Log-in ist eine Katastrophe! In der halben Stunde habe ich nur 16 Bilder hochladen können, dann war Schluss, Ende, aus die Maus. An Schnelligkeit also nicht zu überbieten!!!! Diesmal bin ich ärgerlich, wahrscheinlich auch deshalb, weil ich gar nicht hier sein will.

Ich lese noch ein bisschen, schlabbere zwei Limoncello-Liköre und freue mich auf die Abreise morgen früh. Gut’s Nächtle.

Daten
Start: 11.532 km
Ziel: 11.575 km
Strecke 42,5 km
Verbrauch: 13,4 Liter
Geschw.: 43 kmh
Strecke: 1 Stunde

2 Kommentare

  1. Renate Frankenberger

    Liebe Ingrid,
    habe gerade 17. und 18. Juli begeistert nacherlebt und auch die Bilder finden gefallen.
    Schee dort in Apulien, aber pass weiterhin gut auf dich auf und hab viel Freude. Gute Fahrt und gute Stimmung überall wünscht dir Renate 👋
    P.S.: Ein „Probierfläschchen Olivenöl aus Apulien würde ich dir ersetzen, wenn du es transportieren kannst.😀

    • Liebe Renate,
      das freut mich, dass Dir die beiden Blogs gefallen haben.
      Selbstverständlich bringe ich Dir von dem köstlichen l’Olio etwas mit. Bin seit gestern auf einem Agricampeggio, die ihr Öl selbst herstellen. Hab#s heute Morgen gekostet und es ist hervorragend!!!
      Ganz liebe Grüße aus dem südlichen Italien und bis bald.
      Ingrid

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