Traumhaftes Insellabyrinth Kornaten – eine Karstlandschaft mitten im Meer

Donnerstag, 24. August 2017

Der Wecker klingelt um halbsieben, noch bevor der frühe Vogel……ihr wisst schon.
Ich gehe zum Bäcker, der ab 6 Uhr geöffnet hat, und hole etwas zum Frühstück und für die Bootsfahrt zu den Kornaten.

Wir starten kurz vor acht, als H. + K. gerade aus ihrem Womo krabbeln. Pünktlich um 8 Uhr steht der Shuttlebus an der Rezi und bringt zehn Gäste zum Hafen nach Murter. Dort wartet unser Schiff und Klaus reserviert direkt einen günstigen Platz für uns. Ich spurte ins Ticket-Office, um den Gutschein von gestern Abend in ein Bootsticket zu tauschen. Irgendwie fühle ich mich komisch. Schon nach dem Frühstück begann es im Bauch zu rumoren und zu kneifen.
Wir warten schon eine Weile auf den Start, als Klaus bemerkt, dass unsere Badetasche fehlt. Ganz großes Kino!  Alles ist drin… vom Autoschlüssel über den Proviant bis zu den Badeklamotten. Gott sei Dank hatten wir einen schlauen Shuttle-Fahrer, der die einzige übrig gebliebene Tasche in seinem Kofferraum auf dem Schiff abgibt. Ich rege mich kaum auf: schlechtes Zeichen. Langsam wird mir auch übel. Mir schwant Schlimmeres…..

Kurz nach 9 legt das Schiff ab. Es fasst etwa 160 Personen, ist aber nur zu zwei Dritteln besetzt. Gute Voraussetzungen, um umher zu laufen und auf Motivjagd für Fotos zu gehen. Ich schwächle weiter. Hmmm, gar nicht schön. Nach 9 Kilometern und 1 ½ Stunden fahren wir bei Smokvica in den Nationalpark hinein. Der Archipel und das beliebte Seglerparadies befindet sich zwischen den Inseln Dugi otok und Zirje.

Wir gleiten durch ein traumhaftes  Insel-Labyrinth. Viele der 89 Inseln, Riffe und steil abfallenden Felswände – eine ist 82 Meter hoch –  sehen durch ihre karge Vegetation aus, wie eine hingekleckste Mondlandschaft. Beeindruckend. Ich schleppe mich durch das Schiff und muss immer wieder Platz nehmen. Trotzdem fotografiere ich viele der zahlreiche ‚Gipfel‘, die von einem ehemals versunkenen Gebirge übrig geblieben sind. Eine traumhafte, entschleunigende Inselwelt, Natur pur. Der irische Schriftsteller George Bernhard Shaw schrieb über die Kornaten: ‚Am letzten Schöpfungstag wollte Gott sein Werk krönen und so schuf er aus Tränen, Sternen und Atem die Kornaten‘.

Ich quäle mich durch den Vormittag und kann die großartige Natur nicht richtig genießen. Klaus nutzt das Fernglas, und entdeckt eine kleine Festung und zahlreiche Trockenmauern, die Gang und Gäbe sind – zumindest auf den fünf großen Inseln. Die Größte ist ‚Kornat‘. Sie ist 25 Km lang und nur zwischen 1 – 2,5 Km breit. Im Übrigen tragen einige der Eilande so skurrile Namen wie ‚Große Schlampe‘, ‚Hintern der Alten‘, oder‘ kleiner Weiberhintern‘! Die Insel mit den 12 Memorialkreuzen in der Bautechnik der Trockenmauern, ein Denkmal für die vor zehn Jahren bei einem Einsatz hier ums Leben gekommenen Feuerwehrmänner, verpasse ich. Ich befinde mich auf dem Klo. Vorrübergehend geht es etwas besser. Aber die gegrillte Makrele mit Krautsalat zum Mittagessen kann ich leider nicht essen.

Jetzt ist Landgang angesagt. Wir schleppen uns zur Badebucht Levrnaka mit türkisfarbenem Wasser. Kurt ruft an und informiert uns über einen längeren Stromausfall im Gebiet des Campingplatzes. Ich will wieder aufs Schiff und Klaus in die Konoba am Anlegesteg. Unterwegs spukt mein Magen wieder. Jetzt könnte ich einen warmen Pfefferminztee vertragen und gehe mit in die Konoba. Wir finden ein schattiges Plätzchen, ich bestelle meinen Tee und Klaus – na was schon – ein großes Karlovacko. Der Tee tut gut, aber besser wird’s nicht wirklich. Wieder im Schiff lege ich mich auf die Sitzbank und bekomme nicht mit, dass wir das Naturphänomen zwischen Dugi Otok und Kornat verlassen. Es gibt noch einen zweiten Stopp, aber Klaus und ich bleiben auf dem Schiff. Gute Entscheidung. Alle guten Dinge sind DREI. Ich befinde mich wieder auf dem Klo!

Um Halbsechs sind wir endlich wieder im Hafen von Murter. Der Shuttlebus wartet schon. Ich sitze aus Sicherheitsgründen vorne. Dann schleppe ich mich noch von der Rezi zu unserem Stellplatz, falle in den Liegestuhl und schlafe erstmal zwei Stunden.  Irgendwann liege ich im Bett und schlafe, was das Zeug hält, bis zum anderen Morgen.

H.+ K. verbringen den Tag in Jezera, baden ausgiebig und drehen eine Runde mit dem Fahrrad am Ufer der Bucht. Dabei entdecken sie ein nettes Lokal und bestellen einen Tisch zum Dinner. Für Klaus und mich fällt das leckere Essen leider ins Wasser. Ich schlafe und Klaus passt auf mich auf. Sehr schade.

Es ist wolkenlos und sternenklar.

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