Taormina – Teatro Greco und grandiose Aussicht

Samstag, 10. Juni  2017

Natürlich findet unser Frühstück bei strahlendem Sonnenschein auf unserer WOMO-Terrasse statt. Wir sind schnell und starten schon kurz nach 10 Uhr zum ‚Finde-ich-einen-Parkplatz-Abenteuer‘ nach Taormina, dass in fantastischer Lage auf einer Terrasse des ‚Monte Tauro‘ liegt.  Der von uns anvisierte Parccheggio  ist für Fiete erheblich zu steil. Jetzt ist guter Rat teuer. Wir wenden mit viel hin- und hergekurbel und finden wie aus dem Nichts einen weiteren Parccheggio. Wahnsinn. Hier können wir für 4€ die Stunde bleiben – nach ein paar kurzen Diskussionen natürlich. Sagenhaft. Glück muss der Mensch haben. Von hier sind es nur noch steile 600 Meter bis zur Altstadt. Die Gondeln der Seilbahn hinauf in das Städtchen rauschen ab und an an uns vorbei.

Wir kommen durch die ’Porta Messina‘, einem der beiden Stadttore Taormias (von 1808) zusammen mit zahlreichen Touris in die mittelalterliche Altstadt. Die Menschenmasse ist erträglich. Wir steuern geradewegs auf die Ruinen des griechisch-römischen ‚Teatro Greco‘ zu. Es wurde im 3. Jahrhundert von den Griechen aus dem felsigen Stein gehauen, fasste 5.400 Zuschauer, und 500 Jahre später von den Römern für Gladiatoren- und Tierkämpfe umgebaut.

Hier bleibt mir die Luft weg – es bietet sich eine traumhafte Kulisse auf die Bucht von Giardini Naxos, die Isola Bella und ein atemberaubender Blick auf den wolkenfreien Ätna. Ganz großes Naturspektakel-Kino!!!  10 Euronen sind das allemal wert. Mein Fotoapparat klickt und klickt. Klaus steht da und genießt. Diese Emotionen sind nicht im Bild festzuhalten.

Mit diesen grandiosen Eindrücken stürzen wir uns erneut ins Touri-Gewimmel und spazieren die Einkaufsmeile ‚Corso Umberto‘ entlang, lassen uns ein kunstvoll aufgetürmtes Eis schmecken und sind fasziniert von den Blicken in die schmalen Seitengässchen und die Palazzi aus dem typischen grauen Taormina-Stein. Auf der großen ‚Piazza IX. Aprile‘, dem Wohnzimmer Taorminas, gibt es erneut super Ausblicke ins Tal. Bewacht wird der Platz von der kleinen Chiesa di San Giuseppe aus dem 17. Jahrhundert. Direkt neben dem Uhrenturm wartet das zweite Stadttor, ‚Porta Catania‘ auf der Touristenstrom. Dieser endet am Duomo San Nicolò di Bari aus dem 15. Jahrhundert.  Davor steht ein Brunnen ‚ Fontana di Piazza Duomo‘, dessen Figur das Wahrzeichen Taormina ist. Kein Wunder, das im 19. Jahrhundert Kaiserin Sissi und Wilhelm II gerne hierher kamen.

 

 

 

 

Jetzt geht es zum historischen Siracusa, um Ortygia, die Wachtelinsel zu erkunden. Dieser Ort soll schon im 14. Jahrhundert v. Chr. Besiedelt gewesen sein. Wir rauschen über die Autobahn direkt ins Zentrum zu einem Wohnmobilstellplatz, auf dem ich vor sieben Jahren bereits gewesen bin. Klaus ist gar nicht begeistert, der Platz ist ungepflegt und hat Dusche und WC, die selbst ein LKW-Fahrer tunlichst vermeidet. Es ist brütend heiß und wir sind geschafft. Die Stimmung sinkt nach dem schönen Vormittag. Ich entdecke einen Ausweichplatz auf einem Agritourismo, ca. 4 Kilometer außerhalb der Stadt.

Neben einem Dauercamper sind wir die einzigen Gäste!!! Aber die Rezeption ist mit einer älteren Dame besetzt, bei der ich einchecke, Duschmarken geschenkt bekomme und sogar einen WiFi-Code erhalte. Wir parken Fiete zwischen strohgelbem Gras, Apfelsinenbäumen, Olivenbäumen und Oleanderbüschen. Ein bisschen mulmig ist mir schon…..  Wir verbringen den Abend mit zahlreichen Fliegen und viel Wein unter dem Sternenhimmel und einem leuchtenden Mond. Die Lust auf Siracusa ist Klaus vergangen. Nachts trapst eine Elster auf Fietes Dach herum.
Mal schauen, wo es uns morgen hintreibt.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.