Siena – Freilichtmuseum der italienischen Gotik

Donnerstag, 24. Mai 2018

Heute hat Fiete Fahr-Pause.
Wir streifen zum dritten Mal durch Siena, dass einem Freilichtmuseum der italienischen Gotik gleicht. Das Wetter ist traumhaft – im Gegensatz zu den letzten Tagen. Fotogene Wolken inklusive.

Nach dem Frühstück geht’s los. Zuvor wechseln wir noch schnell auf einen anderen Stellplatz. Gestern Abend war es so voll, dass wir nichts ‚Schönes‘ mehr bekommen haben.
Ich kaufe 4 Bustickets (je 1,20€) und schon sind wir auf dem Weg zur knapp 300 Meter entfernten Fermata, sitzen 5 Minuten später im Bus und fahren knappe 10 Minuten zur Haltestelle Piazza del Sale, von wo aus es bequem zu Fuß zur Altstadt geht.
Wir sind auf der Suche nach neuen Perspektiven und interessanten Punkten – abseits der Touristenströme.

Das Fortezza Medicea, eine Verteidigungsanlage und Stadtfestung von 1560, hat eine wunderbare Lage mit Blick auf das Centro storico. Wir laufen hinter den meterdicken Mauern, dem Symbol der sienesichen Niederlage, und machen die ersten Fotos.

Weiter geht es zum Piazza San Domenico mit seiner Kirche. Ein gotischer Bau aus dem 13. Jh. mit kahler Backsteinfassade. Wir schlendern durch Gassen, die nur wenige Touristen entdecken. Immer wieder erfreuen wir uns an dem durch und durch mittelalterlichen Stadtbild, den engen schummrigen Straßenschluchten und den zahlreichen Backsteinpalästen- und –Kirchen.

Natürlich schauen wir auch wieder beim Duomo vorbei. Hier ist viel los.

Jetzt ist es soweit: mein ganz spezielles Highlight, Il Campo, liegt um die Ecke. Der Platz aller Plätze all over the world und Italiens berühmtester aus dem Mittelalter! Ganz ruhig gleiten meine Blicke über den wunderschönen, muschelförmigen Platz mit seinem Brunnen. Innehalten ist angesagt. Dann steuern wir schnurstracks „unsere Bar“ im ersten Stock eines der Häuser an. Wir sitzen direkt über dem Campus auf dem Balkon, schlabbern Wein, essen Salumi e formaggio, lassen die Blicke über den Platz schweifen, den Torre del Mangia, den Palazzo Publico und unterhalten uns nett mit einem kanadischen Ehepaar aus Toronto. Herrlich!

Zum Nachtisch genehmigen wir uns Fruchteis vom Feinsten und Teuersten und legen uns auf den Campus. Da bleiben wir eine ganze Weile und genießen. Wir beobachten das Treiben und freuen uns an einer großen Gruppe jugendlicher Erwachsener, die lauthals ihren Abschluss vom Medizinstudium feiern.

Jetzt erobern wir noch zwei Kirchen, Santa Maria della Scala und Chiesa San Francesco.
Ein Teil der Letzteren gehört zur heutigen Uni und beherbergt in der Krypta den Lesesaal. Beide Kirchen sind prunkvoll eingerichtet. Auf dem Rückweg bewundern wir noch die in den Stadtteilen unterschiedliche Straßenbeleuchtung.

Die Füße tun weh, der Durst ist groß und die Eindrücke satt. ‚Ok google‘ bringt uns zurück zur Bushaltestelle.
Jetzt erstmal ausruhen, lesen und planen. Wir schlabbern unseren Hauswein aus dem Market, grillen und ich ärgere mich, weil der PC mit meinen Bildern macht, was er will.
Das bringe ich noch in Ordnung.

Heute ist es wolkenlos und ich sehe Sterne!

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