San Marino muss warten

Dienstag, 9. Juli 2019

Ich werde vom Vogelgezwitscher und dem Plätschern des Gardasees wach, ganz allmählich, ganz gemütlich, so, als wollte ich noch weiter diesen wunderbaren Geräuschen zuhören. Deshalb entschließe ich mich unmittelbar nach dem Aufstehen zu einem Morgenspaziergang. Noch ist alles ruhig, nur wenige Jogger und Hundebesitzer sind auf  den Wegen. Ich genieße den Rundgang und entschließe mich, ohne Frühstück in Richtung ‚Repubblicca di San Mariono‘ aufzubrechen. Da ist es gerade mal 9 Uhr.

Auf dem Weg zur Autobahn entdecke ich einen Supermercato und bekomme sofort Lust, leckere italienische Köstlichkeiten zu kaufen. Und schwupps stehe ich auf dem Parkplatz. Nach dem Einkauf gehe ich zum Frühstück in die Bar vor Ort. Ich nehme einen caffè e un cornetto crema und werde sogar noch bedient.

Bei Affi fahre ich auf die Autostrada gen Süden über Verona, Modena, Bologna, Rimini nach San Marino, und löhne für diese Strecke €29,30. Um Bologna herum ist wahnsinnig viel Verkehr, aber zur Abwechslung mal kein Stau. Bei Rimini entdecke ich die ersten Palmen & Pinien und verlasse die Autostrada in Richtung Zwergstaat. San Marino liegt ungefähr auf einer Höhe mit Firenze, Pisa, Livorno und Monaco.
Da ich mit dem vorletzten Tropfen Diesel angekommen bin, tanke ich sicherheitshalber für 1,449 €, kein schlechter Preis, wie ich finde. Hätte ich den Mut gehabt, noch 20 Kilometer zu fahren, hätte es den Diesel für 1,315 gegeben. Hätte, hätte, Fahrradkette!!! Na ja, muss Fiete II noch kennenlernen.

Ich checke auf dem ‚Centro Vacanze San Marino‘ ein – mit viel Geduld. Das Mädel hatte wohl ihren ersten Arbeitstag auf diesem Posten. Es ist sehr schwül, Sonne und Wolken wechseln sich ab und es riecht nach Gewitter. Fiete II braucht eine Aufräumaktion nach dem Chaos, welches der ADAC-Techniker angerichtet hat und werde gerade fertig, als es in der Ferne zu Blitzen und zu Donnern beginnt. Schnell schwimme ich noch eine Runde im Pool und bekomme schon die ersten dicken Tropfen ab. Daraus entwickelt sich heftiger Starkregen, Sturm und ein dunkelgrauer Himmel – Dauer eine geschlagene Stunde lang. Diese Zeit nutze ich zum Bloggen.

Meinen Besuch im Centro storico von San Marino muss ich leider auf Morgen verschieben. Es hat 12 Grad abgekühlt und nieselt immer wieder. Außerdem ist der letzte Shuttlebus bereits weg.

Gehe früher in die Falle, um für die ca. 450 Km bis zum Stiefelsporn, dem Gargano, und den Besuch in San Marino genügend Zeit zur Verfügung zu haben. Ich schmökere noch in den Reiseunterlagen und markiere einige Übernachtungsmöglichkeiten für die kommenden Tage.

Daten
Start: 10.150 km
Ziel: 10.472
Strecke: 313 km
Fahrzeit: 3 ½  Stunden
Geschwindigkeit: 86 kmh

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