Rüdesheim – 25000 Schritte, Pony ohne Reiter und Gondelfahrt

30. April 2017 –

HHab‘ ich eigentlich heute Nacht genug geschlafen?
Valentina ist wie ein Propeller durch das 2×2 Meter große Heckbett gedüst.
Gut, dass Klaus es sich auf dem Einzelbett im Wohnraum gemütlich gemacht hat.

Die Sonne scheint und ich habe um 8 Uhr mit Valentina Frühstücksbrötchen geholt und am Brunnenwasser gespielt. Opa Klaus hat in der Zwischenzeit den Frühstückstisch auf der WOMO-Terrasse gedeckt und wir lassen es sehr gemütlich angehen. Wir lesen noch Peppa Pig und stellen fest, dass wir ‚Urmel aus dem Eis‘ nicht auf dem großen Womo-Fernseher schauen können. Na toll!

Gegen 11 Uhr schnappen wir die Buggys – Valentina hat den Puppenbuggy, ihre Puppe und ihre Handtasche dabei – und starten zur Talstation der Kabinenseilbahn. Unterwegs sehen wir zig Wildenten und einige Hotelfahrtschiffe vor Anker, die fast ausschließlich Senioren+-Touris ausspucken. Unsere Enkeltochter singt wieder, was das Zeug hält. Sie ist fröhlich und freut sich auf die ‚Gondelfahrt‘.

An der Talstation ist die Hölle los! Gott sei Dank gibt es einen Automaten für Kreditkarteninhaber, an dem wir unsere Tickets ziehen. Damit überholen wir einen Teil der Menschenschlange. Unsere Enkeltochter ist sehr geduldig und weiterhin fröhlich. Wir schleppen uns ab mit Buggys, Taschen, Wasserflaschen, Puppe und vielem mehr. Nach gut 20 Minuten steigen wir mit Sack und Pack problemlos in die Kabine und schweben über die Rüdesheimer Reben. Wir genießen den fantastischen Blick auf den silbrig glänzenden Rhein, der an dieser Stelle gut 900 Meter breit ist. Der Ausstieg ist gleich neben dem Niederwaldtempel. Das Niederwalddenkmal mit der Germania bekommen wir hier nicht zu Gesicht.

Ich orientiere mich auf der Wanderkarte, wo genau der ‚Ponyhof‘ liegt, denn Valentina möchte reiten und Tiere streicheln. Ich finde die Markierung und falle aus allen Wolken: Wir haben einen 45 minütigen Wanderweg vor uns – mit Valentina im Buggy und dem sonstigen Gepäck schätze ich die Zeit auf mindestens 1 ¼ Stunden. Klaus ist sehr still. Gaaaanz großes Wanderkino! So hatte ich die Information auf der Webseite des Ponyhofs nicht verstanden. Jammern nützt nicht, das Kind muss auf den Ponyhof und Großeltern müssen da durch.

Klaus kämpft mit Geröll und Wurzelstämmen auf dem abwärts führenden Waldweg. Es weht ein kühler Wind, aber so ein Buggy mit Inhalt kann einem schon den Schweiß auf die Stirn treiben. Das Navi hat keinen Empfang. Die wunderschöne Landschaft und die leuchtenden Rapsfelder können wir nicht genießen, denn der Wanderweg ist null ausgeschildert. Plötzlich hat Klaus Navi-Empfang und wir erhalten die Bestätigung: richtige Richtung. Valentina ist mittlerweile eingeschlafen. Endlich: Nach fast eineinhalb Stunden sind wir endlich auf der Zielgeraden und verschnaufen bei Kaffee und Brezen. Ein dickes Huhn leistet uns Gesellschaft.

Unser Mädel wird wach, hat Hunger, ist nicht so gut gelaunt und mag das Huhn überhaupt nicht. Opa stellt sich zum Ponyreiten in die Schlange und ist die Nummer sechs. Keine zehn Minuten später sitzt Valentina auf Pony Rapunzel und los geht es, Klaus führt Rapunzel und ich trotte hinterher. Wir haben zwei Kilometer vor uns. Nach ca. 300 Metern schnaubt Rapunzel laut, schüttelt sich kräftig und wird bockig. Alle Tipps aus der Einweisung helfen nicht, Rapunzel bockt und steht. Das macht Valentina Angst, sie weint und mag nicht mehr reiten. Das Ende vom Lied: ich laufe mit ihr zurück und Klaus legt die volle Strecke mit bockigem Pony ohne Reiterin zurück. Ganz starkes Ponykino!!!

Valentina ist traurig. Ein Schokoladeneis schafft Abhilfe, wir schauen nach den Hasen und Reitpferden und warten auf den Opa, der gerade um die Ecke biegt. Ich checke blitzschnell die Lage und komme auf die geniale Idee, mit dem Taxi zurück zur Gondelbahn zu fahren. Klaus findet aber die Tickets nicht mehr und Valentina möchte am Liebsten in ihr Wohnmobil zurück. Wenige Minuten später kommt unser Taxi und fährt uns direkt vor den Campingplatz. Ich zahle, bin bepackt wie ein Esel und lasse wohl deshalb meinen Rucksack im Taxi zurück. Wieder ‚zu Hause‘ bessert sich die Stimmung von Valentina schlagartig.

Wir lesen viel, grillen, kochen Spargel, essen die restliche Fleischbrühe und zum Nachtisch Blaubeeren und Saftbären. Ich möchte gerne heute schon zahlen, weil ich für Morgen eine Abreisewelle erwarte und suche meinen Rucksack mit dem Geld. Ich suche mir einen Wolf und stelle fest, der Rucksack muss im Taxi zurückgeblieben sein. Ich bin aufgelöst und Klaus ruft das Taxiunternehmen an. Gott sei Dank: Der Rucksack steht abholbereit in Geisenheim. Alles wird gut. Auf der Rückfahrt holen wir ihn ab.
Während Klaus eine Abwaschorgie veranstaltet, verschwinde ich mit Valentina, Buggy und Puppe sowie Handtasche im Kinderbad. Beim Windelwechsel wird klar: wir müssen in die Seehundbadewanne! Das macht richtig Laune. Ab ins Bett – heute mit Schlafsack (der schränkt das Propellern ein) und Einschlafgeschichten vorlesen. Kurze Zeit später träumt auch Klaus und ich schaffe es, noch eine halbe Stunde zu reflektieren.
Draußen leuchten die Sterne.

 

 

 

 

 

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