Römer, Etrusker und Hessen in Volterra

Freitag, 25. Mai 2018

Früh die Hühner gesattelt: Wir sitzen um halbneun beim Frühstück. Camping Colleverde hat strenge Regeln, wir müssen vor 11 Uhr den Platz verlassen. Es ist bewölkt und Hochnebel. Heute geht es ans Tyrrhenische Meer, über Volterra nach Castiglioncello. Das liegt 20 Kilometer südlich von Livorno. Da soll die Sonne scheinen. Wir wollen abseits allen Trubels auf einem Agricampeggio, der Olivenöl aus eigener Produktion verkauft, die Nacht verbringen. Es bleibt spannend.

Wir starten eine viertel Stunde nach 10 und müssen zurück nach Colle di Val d’Elsa. Hier biegen wir ab auf die SR 68, einer kurvenreichen, landschaftlich reizvollen Strecke. Wir finden tolle Mohnfelder vor, Zypressenhaine, unterschiedliche toskanische Hügellandschaften, Olivenhaine, Weinfelder und haben Sonne satt.

Wir legen einen klitzekleinen Stopp in Castel S. Gimignano ein, einem verschlafenen Dörfchen mit einer hübschen Kirche und einer einzigen Bar. Nein, wir sind nicht die einzigen Touris, die hier herumstromern. Wir treffen ein australisches Paar aus Melbourne!! Kurzer Plausch, dann werden wir jäh vom 12-Uhr-Glockengeläut unterbrochen und weiter geht’s nach Volterra.

Die Alabasterstadt thront auf einem mächtigen Bergrücken im toskanischen Hügelland. Wir sind zum zweiten Mal hier und wollen diesmal das römische Theater und die etruskische Akropolis besuchen.
Gegenüber dem düsteren Eindruck, den das mittelalterliche Dorf im September 2015 auf mich machte, ist es heute trubelig, sonnig und fahnengeschmückt. Das lädt zum shoppen ein. Ich erstehe eine Parmesan-Reibe aus Olivenholz.

Wir parken für 3€ unterhalb der Medici-Fortezza und schleppen uns hunderte Stufen nach oben. Dort betreten wir das alte Volterra durch die Porta a Selci. Ein neugieriger Blick in die seit Jahrhunderten bis heute erhaltene Festungsanlage mit zahlreichen Warnschildern, auf denen ‚Alarmgesichert‘ steht, zeigt uns, das ist das Gefängnis der Region Livorno!

Wir löhnen je 5€ für die Besichtigung des römischen Theaters und der etruskischen Akropolis. Klein aber fein und demzufolge wieder Nepp. Den Palazzo die Priori und den zebragestreiften Dom lassen wir links liegen. Dafür schlendern wir durch den Parco e Fiumi unmittelbar hinter der Fortezza, dem ältesten Siedlungskern der Stadt. Hier haben die Römer im 1. Jahrhundert zur Zeit von Kaiser Augustus eine riesige Zisterne erbaut, die 3000 m³ Wasser fassen konnte.

An der Stadtmauer schlabbern wir Wein und verschiedene Bruschetta und spazieren durch die mittelalterlichen Gassen zurück zu Fiete.

Jetzt geht es schnurstracks nach Castiglioncello, erst die SR 68, dann ein kleines Stück Autobahn für 60 Cent und dann die Via Aurelia (SS1). Um halbfünf erreichen wir den Agricampeggio, der wunderschön inmitten von Olivenbäumen liegt und von dem man sogar das ein Kilometer entfernte Meer sehen kann. Es ist 26 Grad, sonnig und wir haben einen herrlichen Pool hier (eigentlich zwei!!). Nach einem erfrischenden Bad, einem Gespräch mit Campern aus HH, einem guten Abendessen bei Vogelgezwitscher blogge ich und Klaus arbeitet. Hier bleiben wir noch einen Tag.

Es ist sternenklar, die Zikaden machen Musik und wir hören die vertrauten Laute einer Zwergohr-Eule. Wie schööööön……..


Daten:
Start: 53560
Ziel: 53674
Fahrstrecke:115 km
Fahrzeit: 2 3/4 Stunden
9,5 Liter verbraucht
42 kmh durchschnittl.
Agricampeggio De Santis, Castiglioncello, 1,5 km vom Meer


 

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