Pech und Glück vor dem Weg nach Porlezza

Donnerstag, 07.Juni 2018

Der Tag fängt gut an.
Ich sitze ein wenig in der Sonne und bin ein bisschen wehmütig. Es geht in zwei Schritten wieder nach Hause. Während die vergangenen Urlaubstage in Gedanken an mir vorbei sausen, höre ich ein munteres ‚Guten Morgen‘!! Schätzelein steht in der Tür, d.h. frühstücken.

Ich verdränge die Gedanken und freue mich auf den Agriturismo Castello del Trebbio in Santa Brigida. Hier werden wir uns mit hervorragendem Bio-Oliven-Öl eindecken. Danach geht es zu unserem ersten Zwischenstopp zurück nach Porlezza am Lago di Lugano.

Während ich auf der WOMO-Terrasse alles bereitstelle, will Klaus die Räder auf dem Träger reisefertig machen. ‚Wir haben jetzt ein größeres Problem‘, höre ich ihn sagen. Und das stimmt. Alle vier Schrauben des Radträgers haben sich gelöst. Die Ursache ist wahrscheinlich, dass sie innen nicht gegen verschraubt wurden. Welch ein Glück, dass wir gestern geradelt sind, sonst hätten wir‘s möglicherweise nicht entdeckt. Nicht vorzustellen, was hätte passieren können.

Bei schwülwarmen 27 Grad schraubt Klaus den Träger ab, montiert die Vorderräder der Bikes ab und verstaut alles in der Garage. Klasse. Passt, wackelt und hat Luft. Ganz großes Fahrrad-Träger-Kino!!! Kaum zu glauben, dass auch alle anderen Sachen noch in der Garage Platz finden.Nur den Fahrradträger parken wir längs über den Betten.

Wir starten kurz nach 11 zum Castello del Trebbio, der im Mugello-Gebiet, dem Vorgarten Firenzes, liegt. Einheimische nennen es die ‚unrasierte Toskana‘. 13 Kilometer später haben wir bestes Olivenöl probiert, gekauft und verstaut und einen tollen Bauernhof in herrlicher Lage gesehen.

Nach einem kleinen Rundgang starten wir um 12 Uhr beim Agriturismo in Pontassieve. Die Schrappnelle führt uns über kleine Landsträßchen direkt durch das Mugello-Gebiet. Diesmal gibt es nichts zu meckern, denn 1. Waren wir hier noch nicht und zweitens ist die Landschaft wunderschön. Die Hügel sind in sattes Grün getaucht, die frische Farbe der jungen Weinblätter leuchtet im Sonnenschein und ab und an sehen wir schon fertige Heurollen. Wir überqueren den traumhaft gelegenen ‚Lago die Bilancino‘, der von der Sieve gespeist wird.

In Barberina di Mugello kaufen wir ein und tanken. Für Sightseeing reicht die Zeit nicht. Es geht auf die ‚Autostrada del Sole‘ Richtung Bologna, Mailand und über Chiasso in die Schweiz. Es flutscht, kein Stau, nur viel Verkehr rund um Mailand. An der Schweizer Grenze null Wartezeit, nur in Lugano stockt es ein bisschen. Um halbsechs checken wir an einem unserer Lieblingsplätze ein. Wir ergattern einen traumhaften Stellplatz am See, bereiten ein schmackhaftes Essen zu, ich schwimme eine Runde und wir vergessen die Fahrradträgergeschichte – vorrübergehend…….

Die umliegenden Berge tauchen sich später in dunkle Wolken, aus denen es zu regnen beginnt.
Gaaaanz schlecht für die Sterne.


Daten:
Start: 54680
Ziel: 55093 km
Strecke: 413 km
Fahrzeit: 5 3/4 Stunden
Verbrauch: 11,3 Liter
73 km durchschnittl.
Camping Darna in Porletta am Lago di Lugano


 

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