Ostuni – die weiße Stadt

Donnerstag, 18. Juli 2019

8 Uhr ist meine Zeit. Erstens ist es meine Glückszahl und zweitens habe ich damit was Gemeinsames mit dem Castel del Monte! Checke  um 10 Uhr schon aus und lande eine ¾ Stunde später auf einem tollen Parkplatz gleich unterhalb der Stadt. Unterwegs fahre ich ununterbrochen durch Oliven-Plantagen, teilweise stehen hier einige der ältesten Olivenbäume Apuliens.

Die Parkuhr zu bedienen, ist eine Wissenschaft für sich. Menschentrauben stehen davor und helfen sich in sämtlichen Sprachen gegenseitig. So auch mir. Ich parke zwei Stunden für sage und schreibe 1€!

Ostuni, die ‚weiße Stadt‘ schwebt am Rand der Murge auf drei Hügeln mit einem atemberaubenden Blick über die endlosen Olivenhaine und das adriatische Meer. Ich laufe durch ein Meer schneeweiß gekalkter Würfelhäuser, die sich eng aneinanderschmiegen. Nur zwei erdfarbene Gebäude ragen hervor, die Cattedrale und die Chiesa delle Monacelle. Hier hat es schon etwas mehr Touristen.

Eine Tourimeile mit zahlreichen Geschäften schlängelt sich von der zentralen Piazza della Libertà hinauf zur Cattedrale S. Maria Assunta, die auf dem höchsten der drei Stadthügel thront. Hier steht auch der Obelisk ‚Gugliadi Sant’Oronzo‘ mit dem Stadtpatron, das Rathaus und das Caffè Centrale. Die zwei Stunden in der weißen Stadt vergehen wie im Pflug.

Jetzt ist Meer angesagt. Ich lege 1 ½ Bade- und Chilltage ein. Es war schwierig, in der Nähe von Lecce, der ‚Perle des apulischen Barocks‘, einen Campingplatz zu finden. Es gibt nur den affenteuren Camping/Villagio ‚Torre Rinalda, 17 Kilometer von Lecce entfernt und mit Busanbindung für die Besichtigung.

Ich nehme die Autobahn und ein Stück Landstraße bis zum Ziel. Und ich bin über das, was ich jetzt links und rechts der Straße kilometerlang sehe, tief erschüttert. Ganze Olivenhaine sind abgestorben. Sie sind von einer Zikadenart befallen, die aus Costa Rica eingeschleppt wurde. Und es gibt kein Mittel, sie zu bekämpfen. Riesige Oliven-Flächen mussten auf staatliche Anordnung gefällt werden, um die gesunden Bäume zu erhalten. Es ist eine Katastrophe.

Ich komme wieder rechtzeitig am frühen Nachmittag an, checke ein, bekomme alle Regeln für das exquisite Campingdorf erklärt und mit Bedauern könne man leider nicht von dem ‚Package‘ abgehen, dass auf 3 Personen zugeschnitten ist und 45 € kostet. Zu den 45 € kommen hier noch die Gebühren für die Liegestühle und der Eintritt für den Pool.
Und ‚by-the-way‘, die Schranke zur Einfahrt öffnet leider erst um 16:30 Uhr. Na sauber. Ich lade meine Chipkarte auf, denn überall auf dem Platz kann ausschließlich mit dieser Karte bezahlt werden. Ich schaue mir das weitläufige Areal an und suche mir einen schönen Stellplatz aus. Die Saison hier ist ausschließlich im August mit ca. 1000 Gästen. Derzeit sind 95% der Stellplätze nicht belegt. Und ich mache mir immer Gedanken, ob ich noch ein Plätzchen finde.

Die Schranke öffnet hier mit deutscher Pünktlichkeit, ich stelle Fiete II ganz in der Nähe des Meeres ab, mache ‚das bisschen Haushalt‘ und darf meine Wäsche bei meinen neapolitanischen Nachbarn aufhängen. Sie sind schwer zu verstehen, denn sie sprechen Dialekt.
Ich koche mir wieder Pasta con Sugo pommodori e Insalata mista. Dazu schlabbere ich ein Gläschen apulischen Wein. Ich genieße es hier unter den zig tausenden von Zikaden, die ununterbrochen zirpen. Allerdings muss ich wieder mit Animation rechnen.

Ganz plötzlich überfällt mich schon gegen 21 Uhr eine derartige Müdigkeit, so dass ich bald ins Bett gehe. Es gibt noch einen herrlichen Sonnenuntergang über dem Meer, aber ich bin einfach zu müde, um die 300 Meter zum Strand zu laufen. Ich begnüge mich mit einem sternenklaren Himmel und sage Gut’s Nächtle!

Daten
Start: 11.575 km
Ziel: 11.673 km
Strecke 98 km
Verbrauch: 10,4 Liter
Geschw.: 50 kmh
Strecke: 2 Stunden

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