Müdes Travemünde ohne Ausstrahlung

28. Dezember 2016 –

Wir schlafen aus. Fiete hat wieder Stand, der Sturm hat nachgelassen.
Beim Frühstück gratulieren wir Gitti zum Geburtstag und erledigen danach Dinge, die ein Camper erledigen muss. Heute steht ein Ausflug nach Travemünde auf dem      Programm, ‚Lübecks schönste Tochter‘.
Die Sonne strahlt vom wolkenlosen stahlblauen Himmel. Wir fahren mit dem 40er-Bus vom Scharbeutzer Bahnhof um 13 Uhr los und löhnen dank Kurkarte nur 1 €.

Der Platz füllt sich zu Silvester

Der Bus benötigt satte 45 Minuten für 12 km. Er hält kurz nachdem er gerade erst wieder losgefahren ist. Wir steigen am Travemünder Strandbahnhof aus und landen unmittelbar im Maritim-Budenzauber Winterwunderland. Dort essen wir Bratwurst und schlabbern dieses rote heiße G-Gesöff! Es ist nicht viel los unter den Pagodenzelten. Nur weil wir einen der begehrten Strandkörbe ergattern, bleiben wir noch.

Anschließend schlendern wir über die Strandpromenade zur Trave-Mündung. Das ‚Travemündefeeling‘ aus dem Sommer stellt sich nicht ein. Die Strandwanderer verlaufen sich, der Winterzauber in den Festzelten bleibt aus, alles wirkt zu groß, zu leer, statisch und ohne Ausstrahlung. Keine dicken Pötte in Sicht, nur das Vier-Master-Segelschiff ‚Passat‘ schaukelt ruhig in der gleißenden Nachmittagssonne vor sich hin.

Winterstrand Travemünde

Wir erfreuen uns am Blick auf den ältesten Leuchtturm Deutschlands und suchen erfolglos den alten Fischereihafen. Ein Grund, weshalb wir noch in Travemünde sind, ist Sabine Willers, eine Reha-Bekanntschaft aus Föhr. Ich hatte ihr einen Besuch versprochen.

Ältester Leuchtturm Deutschlands

Wir entdecken ein Niederegger-Kaffee und erhaschen einen der begehrten Tische. Natürlich verspeisen wir die legendäre Marzipantorte und gönnen uns einen heißen Kaffee. Ich erreiche Sabine per Telefon. Sie ist sehr reserviert und bis abends mit Terminen ausgebucht. Es gäbe keine freie Minute für einen Kaffee-Plausch. Schade. Wir besuchen dafür den groß angekündigten Künstlermarkt, und sind auch hier enttäuscht.

Sonnenuntergang auf der Trave

Möwenschiete

Wir haben mehr erwartet, sind wir doch vom Aschaffenburger Künstlermarkt anderes gewohnt. Auf der erneut erfolglosen Suche nach dem alten Fischereihafen beschließen wir eine frühere Rückfahrt nach Scharbeutz.

Wir landen natürlich im Budenzauber-Park, knabbern Mutzen, verspeisen Flammekuchen, trinken Glühwein, hören Live-Musik und sehen uns die ‚Feuershow‘ (sie besteht aus einem Männlein und einem Frauchen!) am Weiher an. Gegen 20 Uhr endet unser Ausflug bei Fiete.

Feuer & Flamme Illu

Feuershow

Der Abend gehört der Planung für den morgigen Hamburg-Tripp. Klaus lädt sich dafür den DB-Navigator für Handy-Tickets runter und bucht direkt die Fahrscheine. BistrOcean, das urige Fischreaturant, der Schellfischposten, die kleinste Seemannskneipe St. Paulis mit romantischer Seefahrer-Atmosphäre, und die Landungsbrücken mit Elbphilharmonie können kommen. Ich bin schon ganz hibbelig.
Hamburg, wir kommen! Um sieben geht’s los.

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