Mittelalterliches toskanisches Juwel – Arezzo

Freitag, 1.Juni 2018

Es ist wunderbares Wetter, viel Sonne, weiße Wölkchen und warm.
Wir frühstücken ausgiebig und Klaus kümmert sich um Fiete’s Wasserproblem im Bad.
Er entdeckt, wo es leckt und schafft Abhilfe für diesen Urlaub. Zu Hause muss Fiete in die
Werkstatt.

Wir starten spät – es ist schon viertel nach Elf – aber wir haben nur 7 Km bis Arezzo, unserem heutigen Ziel.

Arezzo ist für viele eine der schönsten Städte in der Toskana. Und das können wir beide ohne mit der Wimper zu zucken bestätigen. Ihr Ursprung geht bis auf die Etrusker und Römer zurück. Ein großer Teil des Centro Storico hat seinen mittelalterlichen Charakter behalten und große Teile des letzten Mauerrings (13. JH) stehen noch. Arezzo ist insgesamt ein Juwel mittelalterlicher Architektur und Kultur und wirkt eher gemütlich als hektisch.

Wir parken Fiete unterhalb des Doms auf einem kostenfreien WOMO-Stellplatz und gelangen über die Salita Piero Magi durch ein Tor der Stadtmauer bequem mit der Scala mobile (Rolltreppe) direkt auf den Domplatz. Hier sind wir zum ersten Mal atemlos. Ein imposantes Bauwerk, umrahmt von einem riesengroßen Antiquitätenmarkt! An jedem ersten Wochenende im Monat bekommt das historische Zentrum diesen bunten Open-Air-Bazar. Und dieses Wochenende feiert er sein 50stes Jubiläum. Mehr als 500 Aussteller aus allen Regionen Italiens sind vor Ort und verteilen sich über zahlreiche Gassen rund um den Dom.

Auf der breiten Treppe der Kathedrale interviewen mich vier SchülerInnen eines Gymnasiums, was ich an Italien mag oder nicht, was ich an Mitbringseln mit nach Hause nehme, was ich gar nicht leiden kann und vieles mehr. Sie waren dabei sehr aufgeregt.

Die gotische Kathedrale ‚San Donato‘ ist gigantisch, innen recht düster, aber mit wunderschönen Deckenfresken, die durch bunte Glasfenster erhellt werden. Neben dem Steinaltar liegen die sterblichen Überreste von Papst Gregor X. Heute noch erfolgt die Papstwahl nach seinen Richtlinien.

Wir kommen vorbei am Palazzo Pretorio (14.JH), heute die Städtische Bibliothek, mit seinen zahlreichen in den Stein gehauenen Wappen. Und dann liegt er schon vor uns, der trapezförmige, schräg abfallende Piazza Grande mit seinen wunderschönen Kaufherrenpalästen, Patrizierhäusern und der Chiesa Santa Maria delle Pieve mit ihrem Campanile ‚Turm der 1000 Löcher‘. Dazu noch die kunterbunten Antiquitäten-Stände. Ich bin total fasziniert. Wir genießen den Flair der Stadt in vollen Zügen. Das Wetter und die fotogenen Schäfchenwolken tun ihr Übriges.

Unterwegs in den Gassen kaufen wir Pane und Formaggio und natürlich lassen wir uns wieder in einem kleinen versteckten, urigen Lokal nieder, schlabbern Wein und Porchetto und eine Wurst- und Käseplatte. Die war so umfangreich, dass wir uns die Hälfte haben einpacken lassen. Dann werfen wir noch einen Blick auf den gotischen Backsteinbau der ‚Chiesa San Francesco‘ (13 JH), einer schlichten Bettelordens-Kirche. Leider war sie verschlossen.

Gegen 15 Uhr starten wir nach Casciano di Murlo im Val di Merse, unserem Ort in der Crete Sinesi, in dem wir mit Fiete übernachten. Wir beduppen unsere Schrappnelle, fahren entgegen ihrem Rat ein Stück Autobahn für 1,10 € und kommen dummerweise wieder in einen Stau! Und zum zweiten Mal ist es ein Unfall, der uns eine halbe Stunde Zeit kostet. Kann man machen nix!

Dafür wird es auf den schmalen kurvenreichen Straßen durch die Crete umso schöner. Kaum Autos, herrliche Landschaft, Wein- und Olivenfelder satt, nur leider gaaaaaanz vereinzelt mal ein Plätzchen zum Halten, um das auf die Speicherkarte zu bannen.

Wir erreichen unseren Campingplatz gegen halbsechs und checken ein. Die Stellplatzsuche gestaltet sich schwierig, denn der Platz liegt auf einem unebenen, terrassenförmigen Hügel, dafür aber in traumhafter Lage. Nach zwei vergeblichen Versuchen (Fiete steht krumm und schief) stehen wir auf dem dritten Platz perfekt. Stühle raus und in der Sonne chillen. Ich nehme noch ein Bad im fantastischen Pool und dann lassen wir’s uns einfach nur gut gehen.
Es ist wolkenlos und warm.


Daten:
Start: 54170
Ziel: 54282
Fahrstrecke:  112 km
Fahrzeit:  3 ¼  Stunden
12,2 Liter verbraucht
35 kmh durchschnittl.
Camping Le Soline in Casciano di Murla im Val di Merse

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