Mit Hindernissen auf den Drachenfels

Freitag, 26.5.2017

Der Himmel strahlt in herrlichstem Blau.
Wir genießen das Frühstück am Wasser im Schatten der Bäume. Ich entdecke im Wohnmobil unserer Kölner Nachbarn Fenster-Rollos, die ich am liebsten sofort für uns abmontiert hätte. Getreu dem Motto ‚Wer nicht fragt, erfährt nichts‘, kommen wir ins Gespräch, erhalten Tipps für Ausflüge im Ahr-Gebiet und natürlich, wo ich die Rollos ordnungsgemäß bestellen kann.

Campingplatz zwischen den Weinbergen

Der Freundeskreis trifft sich Punkt 10 Uhr am Weingut Kreuzberg, wo die Acht Quartier bezogen haben. Das Weingut liegt direkt am Rotweinwanderweg und hat einen wunderschönen Hof, in dem es sich trefflich feiern lässt. Aber erst ist Remagen und eine Radtour zum legendären Drachenfels angesagt. Ja, er ist ein sagenhafter Ort. Soll doch Siegfried hier auf halber Höhe den Drachen erschlagen haben, so erzählt es die Nibelungensage!  Auch Heinrich Heine, der 1819 einen burschenschaftlichen Ausflug hierher machte, ließ sich vom Drachenfels inspirieren. Er schrieb kurz darauf das Gedicht ‚Die Nacht auf dem Drachenfels‘.

Wir laden zehn Räder in den Transporter und fahren mit zwei weiteren PKWs zum Remagener Bahnhof. Hier beginnt das ganz große Fahrrad-Kino!

Klaus‘ Hinterrad ist platt. Es verschlägt uns die Sprache. Heil eingeladen, keinen Meter gefahren, und jetzt ist die Luft raus! Hallooooo, wie geht denn sowas??!! Die Sonne steht im Zenit, es ist schwülwarm und die Männer versuchen – leider erfolglos – das Loch im Schlauch zu flicken. Ich finde derweil beim Googlen den einzigen Radladen in Remagen, der noch 20 Minuten geöffnet hat. Klaus und Jo schnappen Auto und Hinterrad und sind fix mit dem reparierten Rad zurück. In der Zwischenzeit  genießt der Rest der Truppe nach einer 20-Meter-Radtour Kühles und Schatten bei Mc Don. Nach der Montage starten wir. Stopp, alle wieder zurück!! Klaus fährt exakt 20 Meter und das selbe Rad hat keinen Bock und ist erneut platt! Unvorstellbar! Kino-Epos, die Zweite.

Erneut zum Bikershop! Wir drücken die Daumen, dass er noch geöffnet hat. Die anderen fahren an die Remagener Rheinpromenade und genießen einen fantastischen Blick rheinabwärts auf Schloss Marienfels und das Siebengebirge. Kommen wir da heute noch hin? Morgen steht eine ‚Ich-fahre-als-Senior-lange-Schiff-Tour‘ an, weil keiner bei tropischen Temperaturen die Ahr oder den Rhein entlang düsen will. Wir ziehen Erkundigungen ein, da klingelt mein Smartphone. Bange Gesichter rundherum. Aber es hat geklappt!  ‚Wir sind schon zu Euch unterwegs‘, flötet mein Arbeitnehmer mir die erlösende Botschaft ins linke Ohr. Mit nagelneuem Mantel und zweitem neuen Schlauch läufts jetzt wieder rund.

Wir starten auf dem Rhein-Radweg nach Bonn-Mehlem, radeln vorbei an der Wallfahrtskirche Apollinaris,  am Rolandsbogen, der Rheininsel Nonnenwerth, immer das romantische Rheintal mit dem Siebengebirge und dem sagenumwobenen Drachenfels im Blick. Das Licht spiegelt sich herrlich im Rheinwasser und  wir genießen die Fahrt unter stahlblauem Himmel mit Rückenwind. Mit der Rheinfähre setzen wir über nach Königswinter. Hungi… Hungi.. erst was essen und vieeeel trinken.

Während Jutta und Gitti den Rückweg mit dem Schiff bewältigen, fährt der Rest der Truppe mit der Zahnradbahn, vorbei an Märchenschloss Drachenburg, auf das Drachenfels-Plateau. Wir bewältigen die 1,5 Kilometer in genau 8 Minuten in einem nostalgischen Triebwagen aus den 50er Jahren. Seit 1883 bummelt die damit älteste Zahnradbahn Deutschlands nun schon auf den 321 Meter hohen Rheinfels mit seiner Ruine. Wir genießen die fantastische Aussicht ins Rheintal, auf das Siebengebirge und erkennen am Horizont tatsächlich die Kirchtürme des Kölner Doms. Übrigens: Der auf dem Drachenfels abgebaute Trachyt wurde im Mittelalter für die Außenfassade des Kölner Doms verwendet.
Mit Gegenwind und Schmackes radeln wir zurück nach Remagen, treffen auf einen herrlich gelegenen Biergarten und legen ein Trink-Päuschen ein, dass es nur so zischt.

Das Abendessen verspeisen wir im Remagener Brauhaus mit Blick auf Rhein und Promenade. Wunderbar!!! Kugelrund geht’s zurück nach Dernau und ab in den herrlichen Hinterhof vom Weingut Kreutzberg. „Da simmer dabei…“, schlabbern Flaschenweise Vino und ertragen bei bester Laune und vielen Gesprächen die nächste Junggesellendisco. Es ist sternenklar.

Absacker im Winzerhof

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