Fiete fährt Fähre

Streifenwolken verschönern den Himmel, es ist 28 Grad und ein wunderbares Frühstück wartet im Schatten darauf, verspeist zu werden. Was will ein Urlauberherz mehr?!! Wir legen die Fahrt-Route zum Hafen von Civitavecchia fest. Es geht über Siena, Grosseto, den kleinen Ort Fonteblanda und Tarquinina Lido.

Fiete wird fein gemacht für die Fahrt mit der Fähre nach Sizilien. Die Mückenmatsche von der Wahnsinnsfahrt nach Firenze muss weg, die Räder werden abgespritzt und der Wassertank braucht Frischwasser. Wir starten eine viertel Stunde nach High Noon.

Zuerst wollen wir tanken und testen unser Erinnerungsvermögen. Klaus will eine Tankstelle unweit der Area Soster Camper anfahren, auf der wir uns nach der katastrophalen Bergfahrt Richtung Fiesole 2015 halbwegs wieder erholt hatten. Da wir zwei Jahre älter geworden sind, hatten wir keinen Erfolg. Wir wenden irgendwann und sind nach einer viertel Stunde wieder am Startpunkt.

Wir nehmen die Schnellstraße Richtung Siena und finden eine „preiswerte“ Tanke. Fiete wird randvoll mit Diesel betankt. Hätten wir das 3 Kilometer weiter gemacht, wären wir um satte 17 € ärmer. Da kann man doch nicht mobbern.
Jetzt genießen wir die toskanischen Hügel, die sattgelben Ginsterbüsche, ein Sonnenblumenfeld, ein Lavendelfeld, zahlreiche Olivenhaine, heckenweise Olianderbüsche und bildhübsche Häuser mit ziegelroten Dächern und Zypressenalleen. Es sieht alles seeeehr italienisch aus. Neben Reisfeldern, in denen zahlreiche Weißreiher ihr Futter finden, rauschen beige-braune Felder mit ihren Heurollen vorbei und je näher wir an die Küste kommen, breiten sich die Schirmdächer der Pinien aus.

Magen an Großhirn ‚Ich-habe-Hungi‘. Also beschließen wir, in Fonteblanda ans Meer zu fahren und dort gemütlich zu essen. Wir finden Fonteblanda, aber nicht das Meer. Wenige Kilometer weiter aber ein schattiges Plätzen unter riesigen Pinien. Nach einer Stunde setzen wir die entspannte Fahr fort und gucken uns Tarquinina Lido in der Region Lazio aus. Ich will jetzt einfach mal die Meertemperatur testen. Diesmal klappt es. Und ja, es hat Badetemperatur.

Wir befinden uns an mindestens einem 2km langen Bagnio-Strand, Liegestuhl an Liegestuhl, Sonnenschirm an Sonnenschirm, alles pikobello hergerichtet. Was fehlt, sind die Urlauber. Wir genießen caffè und Cappu in einer Strandbar und schlecken ein Eis zu total normalen Preisen.

Jetzt beginnt der Endspurt für heute. Nach 11 Kilometern auf der SP45 kommen wir ohne Umwege im Hafen und unserem ‚Imbarchi Termini Imerese‘ an. Es ist 18:30 Uhr und wir haben noch massig Zeit (ca. zwei Stunden)  bis die Fähre ablegt. Pustekuchen! Keine 10 Minuten später heißt es los auf die Fähre fahren. Plötzlich wilde Gesten und ein ‚Ihr müsst das Ticket gegen ein anderes im Terminal 1 tauschen‘. Ganz großes Fähr-Kino! Klaus rennt zum Schalter – keine Ausweise dabei. Ich renne mit den Ausweisen zum Schalter. Jetzt passt‘s. Alles wird gut. Zurückkommen zum Imbarchi ist eine mittlere Katastrophe. Wir missachten kurzerhand ein Einbahnstraßenschild und wurschteln uns wieder in die richtige Fahrspur. Geschafft. Noch einen Sicherheitscheck, nochmal die Ausweise vorlegen, die Biglietti bereithalten und rein in die Fähre.

Wir beziehen unsere Kabine 7433 und gehen an Deck. Der Start erfolgt just in time. Wir gehen essen, erkunden die Fähre und finden eine Bar. Wir chillen ab, schreiben, lesen und warten auf unseren siebten Jahrestag.

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