Ein Spaziergang am Meer ist ein Gespräch zwischen Körper und Seele

Donnerstag, 12 September 2019

Als ich aufstehe und nach draußen schaue, kann ich vor lauter Nebel den Kanal nicht mehr sehen. Einige vorbei schippernde ‚Riesenpötte‘ habe ich wenigsten heute Nacht brummen gehört.

Fiete ist startbereit. Ich werde schon von Günter mit den Brötchen erwartet. Der Frühstückstisch ist reich gedeckt und die Einladung, doch auf dem Rückweg nochmal vorbeizukommen, steht. Bevor ich um halbelf zum Wohnmobilhändler Caravanpark ‚Spann-an‘ in Osterrönfeld starte, bekomme ich eine frische Rose aus dem Garten und eine Tafel von Günters Lieblingsschokolade mit auf den Weg. Ich kaufe eine neue Gasfüllung und bitte um Hilfe beim Anschluss. Kein Problem: zwei Männer nehmen den ATERA-Radträger von der Anhängerkupplung, schließen beide Gasflaschen fachmännisch an und setzen den Träger wieder auf. Ich zahle großzügig was in die Kaffeekasse und könnte vor Freude in die Luft springen! Ganz großes ‚Gewusst-wie-Kino‘!

Mit diesem Aufwind starte ich gegen Mittag in Richtung St. Peter-Ording. Es geht über die Bundesstraße 202 und lande vor dem NOK-Tunnel in einem langen Stau: Baustelle. Dann geht’s übers platte grüne Land mit unendlich vielen Kuh- und Schafherden. Komischerweise denke ich bei diesem Anblick an die Vegetarier!
Um ½ 2 erreiche ich mein Ziel, den ‚Reisemobilhafen‘ in der Nähe von St.-Peter Ording. Man benötigt einen Doktortitel, um auf den Platz zu kommen und genügend Kohle: das Teil ist ziemlich teuer. Ich entschließe mich, weiterzufahren und lande glücklicherweise auf dem ‚Campingpark Olsdorf‘. Und der ist richtig mega! Muss die Mittagspause noch abwarten und bekomme ein gemütliches Plätzchen zugewiesen. Fahre die Markise zum Trocknen aus, damit der Remagener Regen trocknen kann. Mit den Beinen der Markise gibt es nach der Montage der Solarzelle null Probleme mehr. Die Mitarbeiter dort haben sich bestens um ein geschmeidiges Aus- und Einfahren gekümmert. Es klappt sogar mit Frauenhänden aus dem Nagelstudio!!

Ich schwinge mich aufs Rad, es ist sonnig mit einzelnen Wolken und um die 20 Grad. Nehme den Radweg hinter dem Deich zum Südstrand, der schlecht und holprig ist. Komme am bekannten Restaurant ‚Gosch‘ vorbei und genieße die hammertolle Aussicht auf das weite Land und die entfernte Nordsee,die Salzwiesen, die Wasserläufe, den Himmel. Laufe über die Seebrücke bis zum Restaurant Arche Noah (auf Pfählen).

Unglaublich, wie breit hier der Strand ist! Ich genieße die endlose Weite, die Frische, den Wind, die Sonne und das Salz auf der Haut. Ich schließe die Augen und höre das Meeresbrausen der weit entfernten Nordseewellen. Die Dünen stehen still und stumm, der Strandhafer biegt sich vom Wind, die Möwen kämpfen dagegen an, auf die Strandkörbe fallen viele klitzekleiner Sandkörner. Das nenne ich ein mega Küstenglück!

Auf dem Rückweg kehre ich sturmzerzaust beim ‚Gosch‘ ein und genehmige mir eine riesige Portion leckerer Calamari mit einem extra großen KöPi. Danach radle ich mit viel Gegenwind hinter dem Deich bis zum Leuchtturm am Nationalpark Wattenmeer, von dort wieder zurück zum Südstrand und dann ins Gewerbegebiet zum Einkaufen. Seeluft, radeln und Strandwandern machen schlapp, jedenfalls mich. Ich komme ziemlich kaputt gegen 18 Uhr zurück zum Campingpark. Ich spule das übliche Camperprogramm ab und mache dann voll auf faules Herumgeliege !

Daten

Durchschnitt 45 kmh
Verbrauch 10,9 Liter
Fahrzeit 2 ½ Stunden
Strecke 111 km
Ziel 15062 km

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