Bozen, Baden, Seele baumeln lassen

Dienstag, Mittwoch und Donnerstag – 18. bis 20. 09. 2018

Die kommenden drei Tage stehen unter dem Motto ‚Gipfel erobern, in die Pedale treten, im Badesee abtauchen und mediterranes Flair genießen‘.

Am Dienstag spielt das spätsommerliche Wetter nicht mit, es ist bewölkt und nachmittags fällt leichter Regen. Trotzdem nehmen wir ein Bad im See und sind nicht die Einzigen.
Klaus freut sich auf einen gemütlichen Tag, an dem er stressfrei herumwerkeln kann. Er bringt unsere Räder auf Vordermann und versucht, dass spannungslose Fliegengitter in der Dachluke zu reparieren.

Gegen Mittag radeln wir zum Camping ‚Gretel am See‘, laufen über den Platz und sind danach mehr als zufrieden mit unserer getroffen Wahl in St. Josef. Im Übrigen gibt es noch einen kleinen Stellplatz für 25 € pro Nacht incl. Dusche, WC und WLan ganz in der Nähe. Bei ‚Reinhild’s Hofladen‘  vom Weingut Spiegelhof schlabbern wir Weinchen, roten Sußer und kaufen ein Fläschchen des guten Weißen für den Abend.

Südtirol zählt laut Reiseführer zu den beliebtesten Biker-Regionen Europas. Und wir glauben das unbenommen, denn hier tummeln sich Biker, Biker, Biker! Und 95% der Radler, die wir treffen, sausen locker auf einem E-Rad durch Weingärten und Apfelanlagen. Dazu kommt, dass 80% der Raser zu den sogenannten Rentner-Drohnen gehören.

Am Mittwoch fahren wir mit dem Expressbus von St. Josef am See in die zweisprachige Landeshauptstadt Bozen. Es ist sonnig, schwülwarm und am Himmel tummeln sich malerische Haufenwolken. Wir beschließen, spontan mit der Rittner-Kabinenseilbahn auf das Rittner-Tableau zu fahren. Das liegt zwischen den Flüssen Eisack und Talfer auf ca. 1000 Meter Höhe. In nur zwölf Minuten schweben wir in einer der Gondeln von Bozen nach Oberbozen, dank des Vier-Minutentakts ohne Wartezeiten. Wir löhnen pro Person 10 Euronen für die Berg- und Talfahrt.

Oben angekommen bieten sich uns herrliche Blicke auf die Bergwelt. Man kann hier sogar mit einer historischen Schmalspurbahn zum Ritten, dem Hausberg Bozens, weiterfahren. Wir suchen uns aber eine kleine Wandertour aus, die uns zum Wolfsgrubener See führt. Es ist wunderbar zu laufen, sehr beruhigend und gut für unser inneres Gleichgewicht. Nach einer guten ¾ Stunde sind wir am Ziel. Wir umrunden den saubersten Süßwassersee Italiens, finden Fliegenpilze und nehmen eine Brotzeit bei Aperol Sprizz und kühlem Bier.

Frisch gestärkt geht’s zurück zur Bergstation der Seilbahn und hinab in den Talkessel, wo Bozen darauf wartet, entdeckt zu werden. Eine der rund 40 Burgen, die sich in der Nähe der Stadt befinden, gehört dem großen Bergsteiger Reinhold Messner. Naja, in ganz Südtirol gibt es mehr als 800 davon!

Die Wanderung zollt ihren Tribut. Wir haben 22.000 Schritte auf dem Buckel!!! Wow! Ein wohlschmeckendes Eis kühlt uns auf Normaltemperatur runter. Wir laufen zum Waltherplatz, auf dem vor 200 Jahren noch Weinreben standen! Stattdessen steht jetzt eine Statue mit dem Minnesänger Walther von der Vogelweide mitten auf dem Platz. Zahlreiche Geschäfte und Cafés verleihen dem Ort ein besonderes Flair. Wir besuchen den Dom Mariä Himmelfahrt mit seinen farbig glasierten Ziegeln, sehen uns die Fresken in der Dominikanerkirche an und steuern zielstrebig auf den bunten Obstmarkt in der Nähe der Laubengasse zu. Wir sind geschafft, kaufen noch ein paar leckere Kleinigkeiten zum Essen und schleichen mit ‚Ok Goggle‘ ein bisschen kreuz und quer zum Busbahnhof.
Heute bleibt die Küche kalt, wir gehen in unsere platzeigene Pizzeria.

Am Donnerstag  überrascht uns ein wolkenloser, klarer Himmel. Morgens ist es noch kühl, aber dann angenehm warm. Natürlich nehmen wir nach dem gemütlichen Frühstück ein noch gemütlicheres Bad im 23 Grad warmem See. Danach lesen wir, machen Restarbeiten an den Rädern und bloggen.

Nach einem kleinen leckeren Salat nehmen wir ein weiteres Bad und schwingen uns danach mit den butterweich laufenden Rädern auf die 7,5 km lange Seeumrundung und das Biotop. Unterwegs kehren wir auf einen Aperol Spritzz und einen Apfelstrudel ein und holen in Reinhild’s Hofladen noch ein Flascherl Wein. Den Abend verbringen wir mit lesen, surfen, kochen und abhängen.

 

 

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